Heizkostenabrechnung fehlerhaft?

  • Guten Tag,


    Ich hab gestern meine jährliche Betriebskostenabrechnung bekommen und Zweifle die Heizkosten an. Würde da gerne mal eine zweite Meinung haben.

    Also wir sind ein 3 Parteien Haus - unten wohnt die Vermieterin, im 1. OG eine weitere alleinstehende Person, die nur wenig zu Hause ist und im Dachgeschoss wohnen wir zu viert.


    Wenn ich die Abrechnung mit der vom Vorjahr vergleiche, haben wir ca 500 Einheiten weniger verbraucht (obwohl unsere Wohnung die kälteste ist) . Meine Nachbarin auf der ersten hat auch in etwa so viel verbraucht wie das Jahr davor und auch die Gesamteinheiten im Haus sind ähnlich hoch. Auch der Ölpreis ist ähnlich gewesen.


    Komischerweise sind in dem aktuellen Abrechnungszeitraum angeblich 3200L verbraucht wurden und im Vorjahr nur 1244.

    Ich wohne hier seit 11 Jahren und habe auch die älteren Abrechnungen nachgeschaut, noch nie wurden so viel Liter verbraucht.

    Wie kann bei ähnlich viel verbrauchten Einheiten , die fast 3 Fache Menge an Öl verbraucht werden , ergibt für mich keinen Sinn. Zumal der Winter auch mild war.

    Das dann der Preis pro Einheit exorbitant gestiegen ist, ist dann ja logisch.

    2 Bilder habe ich mit angehangen und würde mich über Antworten und eurer Meinung dazu freuen.


    Lg Deniz

  • Der Ölverbrauch 2025 ist tatsächlich implausibel hoch - und der von 2024 zu niedrig:
    Wenn man bedenkt, dass ein Liter Heizöl einen Brennwert von 9,8 kWh hat und die "Einheiten" wahrscheinlich kWh-Angaben von Wärmemengenzählern sind, dann reicht die Öl-Menge 2024 (entspricht 12,2 MWh) gar nicht aus, um die verbrauchten 18,5 MWh zu erzeugen, und die Öl-Menge 2025 (entspricht 31,3 MWh) reicht für fast das Doppelte der verbrauchten 18,9 MWh.
    Selbst wenn es tatsächlich nur willkührliche "Einheiten" sind, sind solche Unterschiede nur möglich wenn zwischen den Jahren die Messgeräte getauscht wurden (also andere "Einheiten" gemessen wurden).

    Es fällt außerdem auf, dass die Bestände (und Lieferungen) immer genaue 100l-Stufen sind. Das ist nicht realistisch!

    Ich würde hier die Belege (Rechnungen der Öl-Lieferanten) einsehen, prüfen ob der Vermieter vielleicht nicht die im Jahr verbrauchte, sondern die gelieferte Öl-Menge abgerechnet hat (was nichtb zulässig wäre) und ihn bitten, die womöglich defekte Heizanlage kontrollieren zu lassen.

  • Komischerweise sind in dem aktuellen Abrechnungszeitraum angeblich 3200L verbraucht wurden und im Vorjahr nur 1244.

    Was heißt "so viel" wurde noch nie verbraucht? Ich halte 1244 für über 250 m² auch für (zu) wenig, wenn das nicht gerade ein recht aktueller Neubau (oder komplett energetisch saniertes Gebäude) ist. Ich vermute, dass die Aufteilung auf die Jahre nicht korrekt vorgenommen wurde. Im Schnitt ~ 2200 L im Jahr könnten dagegen realistisch sein und würde auch dazu passen, dass sich die Einheiten nicht geändert haben. Was sagen die alten Abrechnungen zum Verbrauch?

    Ich gehe bei "Heizkostenverteilern" davon aus, dass ihr Messgeräte an den Heizkörpern habt? Dann zählen die keine Energiemengen, sondern dimensionslose Einheiten. Daraus kann man nicht auf eine potentielle Ölmenge hochrechnen.

  • Die alten Abrechnungen liegen so bei 2200-2600L. Über 3000 war noch nie der Fall und bei dem milden Winter den wir in Mönchengladbach hatten, macht es für mich wenig Sinn, dass es diesmal doch so viel sein soll.

    Dass die Restbestände immer glatte Zahlen sind wundert mich auch.

    Ja richtig, die Werte werden von jedem Raum per Messgerät ermittelt.

    Das Haus ist ein Altbau und die Isolierung ist nicht so pralle und warm Wasser läuft über Boiler im Bad und Untertischgerät in der Küche.


    Werde meine Vermieterin wenn sie aus dem Urlaub ist mal drauf ansprechen.

  • Zitat

    Ja richtig, die Werte werden von jedem Raum per Messgerät ermittelt.

    Dann war meine Vermutung mit den kWh-Angaben falsch - und Schweinchenfan hat Recht!

  • Den Bestand grob gerundet anzugeben ist gar kein Problem, das macht die Abrechnung nicht falsch. Es gibt auch Tanks, die gar keine Skala haben, sondern da misst man die Füllhöhe in cm und schätzt dann über das Tankvolumen den Bestand ab.

    Der Verbrauch erscheint auf den ersten Blick soweit plausibel. Daher besteht die Vermutung, dass zuvor Öl Rechnungen vergessen worden sein könnten.

    Nun steht zunächst die Belegeinsicht an, um Rechnungsdatum, Betrag, Liter zu vergleichen. Auch auf die Lieferadresse auf der Rechnung schauen, nicht dass eine Rechnung eines anderen Objekts einfließt. Erst dann kann man weiter sehen.

  • Wenn der Heizölverbrauch so stark von den Vorjahren abweicht, sollte man diesen Wert auf keinen Fall einfach so hinnehmen. Ich würde auf jeden Fall Einsicht in die Rechnungen und Tankstände verlangen, um zu sehen, ob vielleicht bei der Erfassung oder Zuordnung ein Fehler passiert ist. Es kann auch nicht schaden, die Zählerstände oder die Ablesemethode kurz überprüfen zu lassen – sicher ist sicher.

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