Vermieter ignoriert extremenFall von Kondenswasser

  • Hallo erstmal,

    ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil meine Freundin und ich seit einigen Monaten mit großen Problemen in unserer noch recht neuen (1 Jahr) Mietwohnung zu kämpfen haben.

    Es ist so, dass sich seit einigen Monaten extrem viel Kondenswasser an den Fenster bildet und zwar in allen Räumen. Mir ist bewusst, dass dies gerade im Winter in gewissem Rahmen normal ist, doch die Ausmaße stellen meiner Meinung nach einen klaren Mangel dar:

    Die Fenster sind selbst kurze Zeit nach dem Abwischen wieder sehr nass, so dass Wasser an der Scheibe herunterläuft und sich auf dem Fensterbrett sammelt. Dort, wo keine Fensterbretter existieren (beispielsweise bei der Balkontür) läuft das Wasser direkt auf die Fussleisten (Holz!), die sich entsprechend verwinden. Stellenweise ist bereits Schimmel aufgetreten, den wir eigenständig entfernt haben.

    Natürlich haben wir den Vermieter über die Zustände informiert, dieser reagierte jedoch äußerst gelangweilt und schmetterte unsere Bedenken mit einem Hinweis auf Heizen und Lüften ab. Darüber hinaus wurde uns verboten, Wäsche in der Wohnung aufzuhängen - ist das überhaupt rechtens? Mit der gleichen Argumentation müssten wir theoretisch auch aufs Duschen und kochen verzichten, schließlich gelangt auch dabei Feuchtigkeit in die Luft. Bei der Gelegenheit können wir auch das Atmen einstellen.

    Wir tun aktuell alles, um das Problem einzudämmen und führen Stoßlüftungen durch, so oft, wie es unser Alltag (beide berufstätig) zu lässt - außerdem wird die Wohnung permanent geheizt. Diese Maßnahmen verringern das Problem zwar, eine Lösung ist das jedoch nicht. Bereits eine Nacht genügt, damit das Wasser von den Fensterscheiben auf das Fensterbrett bzw. den Boden läuft, obwohl direkt vor dem Schlafengehen eine Stoßlüftung erfolgte.

    In meinen Augen spielt der Vermieter hier nich mit seiner Einnahmequelle, sondern auch mit unserer Gesundheit. Können wir irgendetwas tun, wenn wir derart dreist abgewimmelt werden? Ich kann immer noch nicht glauben, wie leichtfertig mit Schimmel umgegangen wird.
    Darüber hinaus kostet diese Sache uns bereits Zeit und Geld, denn ohne unsere chemischen Luftentfeuchter wäre das Problem noch deutlich schlimmer.

    Hat jemand eine Idee? Wir haben bereits Fotos und Videos gemacht - bei Bedarf kann ich sie hier gerne verlinken.


    Grüße,

    Daniel

    3 Mal editiert, zuletzt von web189 (8. Januar 2014 um 13:27)

  • Hallo Daniel,

    "... seit einigen Monaten extrem viel Kondenswasser an den Fenster bildet und zwar in allen Räumen.
    ...
    Die Fenster sind selbst kurze Zeit nach dem Abwischen wieder sehr nass, so dass Wasser an der Scheibe herunterläuft und sich auf dem Fensterbrett sammelt."
    - Einscheiben-Glas?

    "Stellenweise ist bereits Schimmel aufgetreten, den wir eigenständig entfernt haben."
    - Das Problem wird hier im Forum wohl nicht zu lösen sein.

    "Natürlich haben wir den Vermieter über die Zustände informiert, dieser reagierte jedoch äußerst gelangweilt und schmetterte unsere Bedenken mit einem Hinweis auf Heizen und Lüften ab."
    - Ist normal, üblich - aber oftmals auch zutreffend.

    "Darüber hinaus wurde uns verboten, Wäsche in der Wohnung aufzuhängen - ist das überhaupt rechtens?"
    - Nein, aber ihr müsst selbst abwägen.

    "In meinen Augen spielt der Vermieter hier nich mit seiner Einnahmequelle, sondern auch mit unserer Gesundheit. Können wir irgendetwas tun, wenn wir derart dreist abgewimmelt werden?"
    - Letzten Endes ausziehen...

    "Ich kann immer noch nicht glauben, wie leichtfertig mit Schimmel umgegangen wird."
    - Google versorgt Dich mit Lesestoff bis nach Ostern...

    "Hat jemand eine Idee?"
    - Bausachverständiger (auf Deine Kosten).[/QUOTE]


  • In meinen Augen spielt der Vermieter hier nich mit seiner Einnahmequelle, sondern auch mit unserer Gesundheit. Können wir irgendetwas tun, .........
    Darüber hinaus kostet diese Sache uns bereits Zeit und Geld, ................

    Hat jemand eine Idee?

    Ja, ausziehen. An dem Zustand wird sich nichts ändern, da offenichtlich die Feuchtigkeit von innen kommt.
    Sie dürfen natürlich Ihre Wäsche in der Wohnung trocknen, müssen aber dann mit einer enormen Zunahme der Feuchtigkeit rechen.

    Den Vermieter dafür schuldig zu machen ist schon ein ganz klein wenig ....................!:mad:

  • Ja, ausziehen. An dem Zustand wird sich nichts ändern, da offenichtlich die Feuchtigkeit von innen kommt.
    Sie dürfen natürlich Ihre Wäsche in der Wohnung trocknen, müssen aber dann mit einer enormen Zunahme der Feuchtigkeit rechen.

    Den Vermieter dafür schuldig zu machen ist schon ein ganz klein wenig ....................!:mad:

    Woher nehmen Sie die Annahme, dass die Feuchtigkeit durch uns verursacht wird? Das Problem tritt nicht nur auf, wenn Wäsche in der Wohnung getrocknet wird sondern ist permanent präsent. Selbst während unserer Urlaubszeit, in der logischerweise nicht gewaschen/getrocknet wurde, hat unser "Wohnungshüter" das Problem festgestellt. Darüber hinaus habe ich dargelegt, dass sich auch mit einem korrektes Heiz- und Lüftverhalten keine zufriedenstellende Besserung erzielen lässt.

    Wenn unter diesen Gegegenheiten selbst Luftentfeuchter nicht gegen das Kondenswasser ankommen, kann das Problem eigentlich nur durch den Vermieter zu lösen sein, da mir die Möglichkeiten für weitere Maßnahmen fehlen.

    Ein Auszug käme uns sehr ungelegen, weshalb ich auch zunächst alles unternehme, um das Problem selbstständig in den Griff zu bekommen (beispielsweise Luftentfeuchter auf eigene Kosten und übertriebenes Lüftverhalten). Leider müssen auch wir irgendwann schlafen, und wenn über Nacht der Boden zu schwimmen beginnt, sind wir machtlos.


    Persönliche Anmerkung am Thema vorbei:
    Ich habe schon in mehreren Wohnungen gelebt und natürlich trat das Phänomen (besonders bei Trocknung der Wäsche) überall auf. In seiner Normalform gibt es auch nichts zu beanstanden, wenn zur Schimmelvermeidung jedoch alle 30 Minuten die Fenster getrocknet werden müssen, liegt offensichtlich ein Problem vor.

    Einmal editiert, zuletzt von web189 (8. Januar 2014 um 15:26)

  • Woher nehmen Sie die Annahme, dass die Feuchtigkeit durch uns verursacht wird?


    Mit Sicherheit nicht ausschliesslich (von innen).
    Meine Frage bzgl. Einscheiben-Glas wurde noch nicht beantwortet.

  • Mit Sicherheit nicht ausschliesslich (von innen).
    Meine Frage bzgl. Einscheiben-Glas wurde noch nicht beantwortet.

    Entschuldigung, die habe ich überlesen. Es handelt sich um eine Doppelverglasung, die allerdings schon "recht alt" sein soll. Ich habe über dieses Problem mit anderen Mietern gesprochen, mit der Aussage, dass bei einem Nachbarn (inzwischen ausgezogen) aus dem gleichen Grund die Fenster getauscht wurden.


    Grüße,

    Daniel

    Einmal editiert, zuletzt von web189 (8. Januar 2014 um 15:34)

  • "Es handelt sich um eine Doppelverglasung, die allerdings schon "recht alt" sein soll. Ich habe über dieses Problem mit anderen Mietern gesprochen, mit der Aussage, dass bei einem Nachbarn (inzwischen ausgezogen) aus dem gleichen Grund die Fenster getauscht wurden."
    - Fensterscheibenzwischenräume und Fensterrahmen dicht? Kältebrücken zw. innen und aussen? Wie dicht/isolierend ist die Aussenwand?
    Du solltest berücksichtigen, dass homo sapiens nächtlich bis zu 2 Liter (Kondenz-)wasser verliert.

  • "Es handelt sich um eine Doppelverglasung, die allerdings schon "recht alt" sein soll. Ich habe über dieses Problem mit anderen Mietern gesprochen, mit der Aussage, dass bei einem Nachbarn (inzwischen ausgezogen) aus dem gleichen Grund die Fenster getauscht wurden."
    - Fensterscheibenzwischenräume und Fensterrahmen dicht? Kältebrücken zw. innen und aussen? Wie dicht/isolierend ist die Aussenwand?
    Du solltest berücksichtigen, dass homo sapiens nächtlich bis zu 2 Liter (Kondenz-)wasser verliert.

    Erstmal danke für deine Antworten. Gibt es eine Möglichkeit, die Dichtheit der Fensterscheibenzwischenräume/Fensterrahmen zuverlässig zu prüfen? Als Laie sehe ich auf Anhieb nichts, was auf fehlende Dichtheit hinweisen würde. Kältebrücken sind innen sichtbar, zu aussen kann ich pauschal nichts sagen. Selbiges gilt für die Aussenwand - auf welche Weise kann ich die Isolierung/Dichtheit beurteilen.

    Wie bereits geschildert störe ich mich nicht an dem grundsätzlichen Problem, welches in gewissem Ausmaß ja besonders im Winter normal ist. Lediglich die Intensität in allen Räumen, selbst bei Abwesenheit, lässt in mir die Angst vor Schimmel und den damit verbundenen Problemen wachsen. Direkt nach einer Stosslüftung zeigt unser Hygrometer eine Luftfeuchtigkeit von 45-55%, bereits eine halbe Stunde später ssind Werte um 80% normal (Messung in Fensternähe).

    Aktuell wäre ein elektrischer Luftentfeuchter für mich der nächter Schritt, leider ist Anschaffung und Betrieb nicht ganz günstig, so dass ich noch nicht zu dieser Ausgabe bereit bin.

  • "Gibt es eine Möglichkeit, die Dichtheit der Fensterscheibenzwischenräume/Fensterrahmen zuverlässig zu prüfen?"
    - Einen zwischengelegten Papierstreifen bei geschlossener Tür/Fenster von aussen nach innen ziehen. Je schwerer, desto dichter.

    "auf welche Weise kann ich die Isolierung/Dichtheit beurteilen."
    - Risse im Mauerwerk? Stärke des MW, Wetterseite Nord-West?

    "Direkt nach einer Stosslüftung zeigt unser Hygrometer eine Luftfeuchtigkeit von 45-55%, bereits eine halbe Stunde später ssind Werte um 80% normal (Messung in Fensternähe)."
    - Mit dieser Problematik biste nicht allein. Unsere (Stoss-)Lüftung morgens dauert 1/2 Stunde, während ich (Rentner) Toilette und Frühstück mache.
    Lüften sollte man täglich mehrmals: Fenster und Türen alle weit auf, dass die Luft mehrfach ausgetauscht ist, OHNE dass Wände und Möbel auskühlen - kleine Gratwanderung...

  • Direkt nach einer Stosslüftung zeigt unser Hygrometer eine Luftfeuchtigkeit von 45-55%, bereits eine halbe Stunde später ssind Werte um 80% normal (Messung in Fensternähe).

    Du musst rausfinden, woher die Feuchtigkeit kommt, die überall kondensiert! Dass sie kondensiert ist erstmal noch kein Hexenwerk, sondern reine Physik.

    Deine Luftfeuchtigkeitswerte sagen nicht viel, wenn man nicht die Temperatur der Luft an dem Punkt kennt, wo Du die rel. Luftfeuchte gemessen hat. Nur mit beidem zusammen kann man ermitteln, wieviel Feuchtigkeit absolut in der Luft gebunden ist.

    Und hier komme ich zum Punkt. Eine Beispielrechnung:
    Am Ende Deines Lüftens hast Du bei meinetwegen 5°C Temperatur an der Messstelle eine Feuchtigkeit von 50%. Das bedeutet es befinden sich 3,4 g/m³ Wasser in der Luft. Nach einer halben Stunde hast Du an derselben Stelle 80% - das sind 5,4 g/m³, wenn die Temperatur bei 5°C geblieben ist. Ist aber die Temperatur zu dem Zeitpunkt (z.B. durch heizen) auf meinetwegen 10°C angestiegen, so bedeuten die 80% Luftfeuchte schon 7,5 g/m³ Wasser in der Luft. Das wäre mehr als das doppelte wie beim Lüften. Woher kommt dieses Wasser innerhalb einer halben Stunde?

  • Nachtrag/Ergänzung:

    Nun sind diese 7,5 g/m³ an sich keine Katastrophe. Bei 18°C wären das unter 50% Luftfeuchte.
    Wenn Du genau das in der Raummitte hast, aber die Luft an Deinen Fenstern (z.B. wegen schlechter Isolation) nicht über 6°C kommt, dann kondensiert dieses Wasser an den Scheiben, weil 7,5 g/m³ bei 6°C über 100% Luftfeuchte sind.

    Du solltest also gucken, wieviel Luftfeuchte Du bei welchen Temperaturen in Deinen Räumen (Raummitte) hast und welche Temperatur dort bei den Fenstern ist. Dabei so knapp wie möglich über den Scheiben messen (nicht an den Scheiben anlegen).

    So erhälst Du ein Bild über die Luftfeuchte in Deiner Wohnung und über die Isolation der Fenster. Das zusammen sollte ergeben, wo die Gründe für Dein Problem liegen.

    Neue Fenster alleine werden das Problem nämlich nicht lösen, wenn grundsätzlich zu viel Feuchtigkeit in der Wohnnug ist. Dann kondensiert das Wasser (wenn auch nicht mehr dieselben Mengen) eben nicht mehr an den Scheiben, sondern (oft versteckt) in irgendwelchen anderen kälteren Raumecken.

    Ob Feuchtigkeit durch die Wände dringt, kannst Du übrigens schnell feststellen (lassen), indem Du die Wandfeuchte misst. Das sind nur ein paar Piekser in den Putz mit einem entsprechenden Messgerät. Meist kommt dabei aber raus, dass die Wandoberfläche feuchter ist als der Putz in 1 mm Tiefe, die Feuchtigkeit also nicht direkt von außen durch die Wand kommt. Letzteres passiert bei älteren Häusern gerne in Kellerräumen.

  • Ob Feuchtigkeit durch die Wände dringt, kannst Du übrigens schnell feststellen (lassen), indem Du die Wandfeuchte misst. Das sind nur ein paar Piekser in den Putz mit einem entsprechenden Messgerät.


    In Ermangelung eines Spezialgerätes nehme ich ein DigitalMultiMeterstelle auf Widerstand ein und halte die beiden Messspitzen in immer gleichem Abstand auf die zu messene Stelle. Viel Ohm bedeutet trocken, wenig Ohm bedeutet nass.


  • "... seit einigen Monaten extrem viel Kondenswasser an den Fenster bildet und zwar in allen Räumen.
    ...
    Die Fenster sind selbst kurze Zeit nach dem Abwischen wieder sehr nass, so dass Wasser an der Scheibe herunterläuft und sich auf dem Fensterbrett sammelt."
    - Einscheiben-Glas?

    "Stellenweise ist bereits Schimmel aufgetreten, den wir eigenständig entfernt haben."
    - Das Problem wird hier im Forum wohl nicht zu lösen sein.

    Wenn da bereits Schimmel dran ist, dann würde ich doch mal schleunigst überprüfen lassen, ob nicht schon Schimmelsporen in der Luft sind! Und dann gibt es nur eine Lösung: nämlich ganz schnell raus da!

    Gruß Eric

  • Wenn da bereits Schimmel dran ist, dann würde ich doch mal schleunigst überprüfen lassen, ob nicht schon Schimmelsporen in der Luft sind! Und dann gibt es nur eine Lösung: nämlich ganz schnell raus da!


    Mach' ihm mal keine Angst.

    Du meinst sicher, dass man überprüfen könnte, ob nicht schon Sporen von giftigen Schimmelarten in gehobenen Konzentrationen, die die Gesundheit gefährden könnten, in der Luft sind. Und selbst dann wäre "ganz schnell raus da" nicht die einzige Alternative.

    Warum schreibe ich das so gestelzt: Weil Schimmelsporen verschiedenster Arten immer und überall in der Luft sind. Auf die Art und Menge kommt es an.

    Man darf das Thema Schimmel nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber auch nicht dramatisieren. Ich möchte nicht wissen, wieviel Prozent aller Gebäude damit zu tun hat; und wenn jeder schwarze Fleck gleich zur Flucht führen würde, hätten wir in Europa aber mal einen Wohnungsnotstand, der sich gewaschen hätte. Und lange nicht jeder Fleck macht "schleunigst" eine Raumluftprüfung nötig.

    Um das Thema Schimmel auf den aktuellen Fall zurückzudrehen, hier mal meine Frage an den Threadersteller: Wo ist wieviel genau geschimmelt? (Holz des Fensters, Silikonfugen, Tapeten, etc. z.B.?) Große Flächen?

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