Nebenkostenabrechnung - extrem hohe Heizkosten für 4 Monate

  • Juten Abend,

    leider muss ich etwas ausholen: Wir sind 2 Personen und haben für unsere Wohnung die Nebenkostenabrechnung für September 2012 bis Dezember 2012 erhalten und diese beträgt "superkalifragilistischexpiallegetische" 1300 € (davon betragen die Heizkosten allein günstige 1100€) :cool:. Die Vorauszahlung lag bei 150 € pro Monat (=600 €) was letztendlich dazu führt dass wir nun eine Nachzahlung von 700 € haben. :o

    Daten-Fakten-Daten:
    Mehrfamielenhaus mit 200 m² mit 3 Mietwohnungen /Gaszentralheizung ( 2 x 70 m² EG/ 1. OG & 60 m² Dachgeschoss)
    Unsere Wohnfläche beträgt 70 m² / 2 ZKB und liegt im 1. OG.
    KM: 370 €
    NK: 150 €

    Die Wohnung hatte bevor wir uns ihr angenommen haben einen Leerstand von mindestens 1 Jahr und die Wohnung über uns steht bis dato immer noch leer. Die EG Wohnung wird ebenfalls von 2 Personen seit mehreren Jahren bewohnt. Einige Wochen vor unserem Einzug wurden alle Fenster am Haus durch doppeltverglaste ersetzt und somit modernisiert.

    Die Heizkosten werden zu 30 % Grundanteil/ 70 % Verbrauchsanteil abgerechnet.
    Die Verbrauchseinheiten werden über elektronische Heizkostenverteiler an den jeweiligen Heizkörpern erfasst. Die abgelesenen Werte sind mit den aufgeführten Werten in der Abrechnung identisch und wurden jeweils mit den Heizkörperfaktoren multipliziert (Vor dem Einzug wurde eine Zw.-Ablesung durchgeführt). Wobei unsere Faktoren aufgrund von neueren Heizkörpern wesentlich höher sind als die der Nachbarn aus dem EG. Soweit so gut :rolleyes:.

    Nun wurde in der Abrechnung der kompletten Gas-Verbrauch 1 Jahres (abzügl. Warmwasser & Grundanteil) durch die Summe der Verbraucheinheiten dividiert um den entsprechenden Umlegefaktor zu erhalten.

    Am besten ich erläutere es an einem natürlich fiktiven Beispiel: :o

    Unsere Verbrauchseinheiten 5000 in 4 Monaten / Mieter unter uns VE 6000 in 12 Monaten = 12.000 VE
    Die Heizkosten (Gas 35000 KWH abgelsen am. 6.2.2013, Wartung, etc.) betrugen ca.
    3200 € * 70 % Verbrauchsanteil / 11000 VE = 0,2 €
    und 3200 € * 30 % Grundanteil / 200 m² = ca. 5 €

    Daraus ergibt sich unsere Abrechnung wie folgt:

    70 m² * 5 € (Umlegefaktor Grundanteil) * 389/1000 (Anteil Gradtage) = 130 €
    5000 VE * 0,2 € = 980 €
    Summe Heizkosten: 1110 €

    Wir sind fast am Ziel angekommen. :p

    Ist es seitens Vermieter, bzw. der Fa., welche die Abrechnung erstellt korrekt und legitim die kompletten Heizkosten der kompletten 12 Monate auf die Summe der Verbrauchseinheiten umzurechen ? Aus meiner Sicht hätte doch vor unserem Einzug der aktuelle Gasverbrauch in KWH erfasst werden müssen. Innerhalb der 4 Monate sind wir ja nicht vollständig an dem Verbrauch von 35500 KWH beteiligt gewesen. Wenn ich realistisch bin lag der Verbrauch rein geschätzt schon bei mindestens 18000 bis 20000 KWH. Es hätte doch daher zusätzlich vor unserem Einzug ebenfalls eine Zw.-Ablesung bei den Mietern aus dem EG + Gaszähler erfolgen müssen, um das bis dahin verbrauchte Gas eindeutig zuzuordnen.

    Die ab diesem Zeitpunkt geschätzten 15000 bis 17000 KWH hätten doch dann durch die neuen Ablesewerte von Sept- bis Dez (11000 VE =Summe beider Mietparteien) dividiert werden müssen, um den eindeutigen Verbrauch unserer 4 Monate zu ermitteln. Dadurch das unsere Heizkörperfaktoren weitaus höher sind als der Nachbarn, komme ich nicht um das Gefühl herum dass wir teilweise deren Gasverbrauch mitbezahlen. Vllt. bin ich auch völlig auf dem Holzweg.

    Bitte um zahlreiche und hilfreiche Meinungen. Man lernt ja nie aus.

    Schon mal im voraus Besten Dank.

    Gruß euer skeptiker :confused:

  • Folgendes:
    Die Verbrauchseinheiten anderer Mieter lassen Sie aussen vor. Diese hängen ausschließlich von dessen Heizverhalten ab.

    Alle Kosten des Betriebes der Heizungsanlage im gesamten Abrechnungszeitraum bilden die Ausgangssumme.

    70 % davon werden für die Berechnung nach den jeweiligen Verbrauchseinheiten herangezogen.
    Zu Mietbeginn hätte hier eine Zwischablesung erfolgen müssen, ansonsten ist Ihr tatsächlicher Verbrauch ja nicht zu berechnen.

    30 % davon dienen der Berechnung nach der jeweiligen Wohnfläche.
    Hierbei wird Ihnen aber nur der tatsächliche Zeitanteil des Abrechnungsjahres angerechnet.

    2 Mal editiert, zuletzt von Kolinum (4. Juni 2013 um 23:56)

  • Hallo skeptiker,

    "Ist es seitens Vermieter, bzw. der Fa., welche die Abrechnung erstellt korrekt und legitim die kompletten Heizkosten der kompletten 12 Monate auf die Summe der Verbrauchseinheiten umzurechen ?"
    - Das scheint schon richtig zu sein, denn der Provider hatte ja wohl keine "besseren" Zahlen.

    "Aus meiner Sicht hätte doch vor unserem Einzug der aktuelle Gasverbrauch in KWH erfasst werden müssen."
    - Meinst wohl den Zählerstand. Nein, den Hauptzähler bei jedem Mieterwechsel ablesen? Sowas gibt es überhaupt nicht.
    Wer weiss, wo der relativ hohe Gasverbrauch entstand. Hier kann man das nicht beurteilen...

  • Vielen Dank für die bisherigen Statements.

    @ Berny: Leider muss ich diesbezüglich nochmal nachhaken. Meiner Meinung nach und rein von der Logik her, kann der tatsächliche Verbrauch doch aber nur durch das Ablesen des Hauptzählers bei Mieterwechsel (Einzug / Auszug) korrekt ermittelt und letztlich auch entsprechend umgelegt werden.

    Die 35000 KWH sind doch immerhin im kompletten Abrechnungszeitraum von Januar 2012 bis Dezember 2012 (bzw. agelesen am06.02.2013) angefallen. Der Verbrauch geht eigentlich in diesem Sinne auch über den Abrechnungszeitraum hinaus. Entspricht das dennoch der Abrechnung nach dem Leistungsprinzip welche die Heizverordnung vorschreibt?

    Der Grundanteil wird ja immerhin auch anhand der Gradtagzeitanteile berechnet und somit erfolgt teilweise eine Berücksichtigung der 4 Monate. Bei dem Verbrauchsanteil jedoch nicht wirklich, was in diesem Fall sich relativ negativ zu unseren Gunsten auswirkt. Hier wird der Gasverbrauch abzüglich des Grundanteils des gesamten Jahres, durch die Summe der Verbrauchsanteile der Mieter aus dem EG von Januar bis Dezember mit den unseren von September bis Dezember dividiert.

    Die Mieter aus dem EG haben wie bereits oben erwähnt ältere Heizkörper mit geringen Heizkörperfaktoren. Dadurch kommen Sie letztendlich im kompletten Jahr auf einen Verbrauchswert von ca. 6000 VE und wir in nur 4 Monaten auf 5000 VE (Eigentlich 2,5 Monate abzgl. Sept und 1/2 Okt.). Dies führt doch maßgeblich zu einer Verschiebung der Verbrauchsanteile zu unseren Lasten. Die Heizkörper in der Wohnung liefen aufgrund des sehr kalten Winters kontinuierlich. Tagsüber war der Thermostat auf 2 von ( */1-5) gestellt, um die Raumtemperatur von 19 bis 20 ° konstant zu halten. In der Nacht haben wir alle Regler auf 1 gestellt. Soweit ich das mal aufgeschnappt habe sollen diese ja auch nie völlig ausgeschaltet werden, dar dieser anschließend mehr Energie verbrauchen würde, um den Raum wieder aufzuheizen.
    Hatte bisher noch nie solch eine Nachzahlung bei vorherigen Wohnungen. Daher habe ich mich mit der Thematik nie wirklich auseinandergesetzt.

    Muss es wohl einfach akzeptieren, dass ich eine völlig falsche Sichtweise habe.

    Besten Dank.

  • Letzter Versuch:
    Beispiel
    Wenn der Gesamtverbrauch im Haus bei 10000 Litern liegt und diese 5000 € gekostet haben betragen die Kosten 0,50 € pro Liter.
    Wenn im gesamten Haus 100000 Wärmeeinheiten verbraucht wurden kostet eine Wärmeeinheit 0,05 €.

    Wenn Sie davon 600 WE verbraucht haben zahlen Sie 30 €. Dabei ist es völlig egal, in welchen Zeitraum Sie das verbraucht haben.
    Ob das ein Jahr oder ein Monat ist, der Preis bleibt für Sie derselbe.

    Ist schon manchmal verzwickt; oft stolpert man an der gleichen Stelle wieder.

  • Hallo skeptiker,

    verstehe, dass Du weiterhin und auch berechtigt skeptisch bist.

    "Meiner Meinung nach und rein von der Logik her, kann der tatsächliche Verbrauch doch aber nur durch das Ablesen des Hauptzählers bei Mieterwechsel (Einzug / Auszug) korrekt ermittelt und letztlich auch entsprechend umgelegt werden."
    - ... wie ich es bereits mit Begründung in Abrede gestellt hatte...

    "Die 35000 KWH sind doch immerhin im kompletten Abrechnungszeitraum von Januar 2012 bis Dezember 2012 (bzw. agelesen am06.02.2013) angefallen."
    - Es handelt sich aber um den Jahresverbrauch, welcher wohl vom xx.o2.2012 bis 06.02.2013 anfiel. Bei meinen EVU_Abrechnungen ist es ähnlich.

    "Der Verbrauch geht eigentlich in diesem Sinne auch über den Abrechnungszeitraum hinaus."
    - Eben, höchstwahrscheinlich nicht.

    "Der Grundanteil wird ja immerhin auch anhand der Gradtagzeitanteile berechnet und somit erfolgt teilweise eine Berücksichtigung der 4 Monate."
    - Verstehe. Der 30%ige GA kann dann m.E. nur bei Dir 4/12 von den 30 Jahresprozenten betragen.

    "Bei dem Verbrauchsanteil ..."
    - wurden Euch ja nach den HKV-Daten berechnet. Hilfsweise könnte das auch nach der Heizgradzahltabelle geschehen, also von Sept.-Dez. 390/1000 des JAHRESverbrauchs (falls bekannt UND vorher kein Leerstand war).

  • Guten Abend.

    Bei uns ist es ziemlich ähnlich, was die Betriebskostenabrechnung betrifft. Speziell die Heizkosten. Hier ein paar Hintergrundinformationen:

    Wir sind zu zweit letzten September (15.09.2012) in eine 3ZKB Wohnung (56qm) gezogen. Wir haben das Wohnzimmer tagsüber konstant auf 3 (*, 1-5) geheizt. Alle anderen Räume in der Regel nur auf 2 (bis auf das Bad: hier haben wir morgens ebenfalls auf 3 gestellt).
    Als nun unsere Abrechnung ins Postfach flatterte, haben wir ebenfalls nicht schlecht gestaunt: 5457 Verbrauchseinheiten in 3.5 (eigentlich 2.5) Monaten. Dies resultierte in einer Nachzahlung (gesamt) von 450 EUR, bei einer Vorauszahlung von 135 EUR monatlich.

    Zum Vergleich: meine Freundin und ich haben zuvor bei ihren Eltern gewohnt und im Jahr 5900 Einheiten verbraucht. Und dies auf einer größeren Fläche.

    Auch ich hatte die Vermutung, dass hier eventuell ein Fehler beim Ablesen (bei Einzug) passiert sein muss, anders kann ich mir einen derart hohen Verbrauch nicht erklären.

    Haben wir wirklich einfach nur ein so schlechtes Gefühl für unsere Heizverhalten oder kann das Problem evtl. doch bei einem Ablese-/Messfehler liegen?

    Vielen Dank für eure offenen Ohren.

  • Haben wir wirklich einfach nur ein so schlechtes Gefühl für unsere Heizverhalten oder kann das Problem evtl. doch bei einem Ablese-/Messfehler liegen?

    Das können Sie ganz schnell ändern.

    Ich lese jeden Monat die Heizkostenverteiler(elektronisch) ab und habe so eine Übersicht über mein Heizverhalten und kann mich auf meine kommende Abrechnung breits einstellen. So erspar ich mir wenigstens beim Lesen der Abrechnung einen offenen Mund und Kluppschaugen.

  • Ein paar Hintergrundinformationen zu Heizkosten bzw. Heizkostenabrechnung:

    - Einzug kurz vor Beginn der Heizperiode

    - Nur eine monatliche Vorauszahlung aus heizfreien Monaten

    - In der Heizperiode sind die tatsächlichen Heizkosten 2 - 3 x so hoch wie die gezahlten

    - Heizkosten werden zu 30 oder 50 % nach der Wohnfläche abgerechnet.

    Interessant zu wissen wäre noch der Abrechnungszeitraum.

    Am besten wäre es Sie scannen die Abrechnung und stellen sie hier ein.

    Zitat

    Zum Vergleich: meine Freundin und ich haben zuvor bei ihren Eltern gewohnt und im Jahr 5900 Einheiten verbraucht. Und dies auf einer größeren Fläche.

    Das kann man so pauschal nicht vergleichen. Andere Wohnung, anderes Haus, andere Lage der Wohnung im Haus usw. usw.

    Einmal editiert, zuletzt von anitari (11. September 2013 um 11:10)

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