Zusatzinfos im Kündigungsschreiben angeben

  • Hallo miteinander,

    ich hab s gelesen: keine Rechtsberatung

    Ich frag um Eure Meinung.

    Ich will meinen Mietvertrag mit folgendem Text kündigen.

    Was haltet ihr davon.

    "Sehr geehrte Frau [Nachname der Vermieterin],

    hiermit kündige ich fristgerecht meinen Mietvertrag für die Wohnung in der [Ihre Adresse], [Ihre PLZ] [Ihre Stadt]. Die Kündigung erfolgt unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist von drei Monaten zum [Datum, an dem die Kündigung wirksam wird, z.B. 31. Oktober 2025].

    Ich bitte um eine schriftliche Bestätigung des Kündigungseingangs und des Auszugsdatums.

    Bezüglich der Wohnungsübergabe und der Zahlung der restlichen Miete möchte ich Ihnen Folgendes mitteilen:

    Die Übergabe der Wohnung würde ich gerne davon abhängig machen, ob Sie die Wohnung renovieren möchten oder einen Nachmieter suchen. Für den Fall, dass Sie sich für eine Renovierung entscheiden, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass ich keinen Mietausfall zahlen werde, da die Unvermietbarkeit der Wohnung durch einen bestehenden Renovierungsstau begründet ist.

    Darüber hinaus möchte ich Sie in Kenntnis setzen, dass ich einen Teil der eventuellen restlichen Mietzahlungen in Raten leisten werde, da ich zunächst meinen Umzug und neue Möbel finanzieren muss.

    Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen,

  • Was ich davon halte - nicht viel.

    Die Übergabe der Wohnung würde ich gerne davon abhängig machen, ob Sie die Wohnung renovieren möchten oder einen Nachmieter suchen

    Was willst du da abhängig machen? Du musst die Wohnfläche wie vereinbart zurückgeben. Was der Vermieter danach macht, geht dich natürlich nichts an. Oder geht es dir hier um das Datum? Wenn ja, sollte das auch so dort stehen, denn mir ist nicht klar, was du überhaupt willst.

    Schon mal den Vermieter darauf hinweisen, dass man die letzten Mieten nicht wie vertraglich vereinbart zahlen wird, ist auch keine gute Idee. Damit verursacht du nur Mahnkosten, die alleine dir zur Last fallen werden und die finanzielle Situation nicht gerade verbessern werden. Dass du deinen Umzug zahlen muss und neue Möbel willst, ist nicht das Problem des Vermieters.

  • Wenn Du ankündigst (und auch noch schriftlich!), dass Du die letzten Mieten nicht wie vertraglich vereinbart zahlen wirst, kann der Vermieter damit jetzt schon zu Gericht gehen. Möchtest Du das?

    Abgesehen davon ist Deine Begründung für die Nicht-Zahlung rechtlich unhaltbar - Du wirst vor Gericht also verlieren!
    Kündige lieber normal, zahle bis zum Ende Deine Miete, übergebe die Wohnung besenrein (wenn nichts anderes vereinbart) und Du hast weniger Kopfschmerzen. Wenn Du finanzielle Probleme hast, solltest Du Dir besser von jemand anderem Geld leihen, der es Dir freiwillig gibt - nicht vom Vermieter gegen seinen Willen!

  • Moin beppi und Schweinchenfan,

    Danke für Euren Beitrag. Ich sehe schon, vielleicht bin ich zu blauäugig. Um die Situation zu verstehen füge ich mal folgende Info hinzu.

    Wir haben hier gern gewohnt. Wegen netten Nachbarn, u.a. dem Vater der damaligen (und jetzigen) Vermieter und der Ruhe hier "auf dem Land" Dafür hatten wir schlechte ÖPNV Anbindung, keine Infrastruktur am Ort und keine sozialen Kontakte mehr.
    Das letzte mal in einem Kino oder abends in einer Gaststätte war ich vor über 10 Jahren

    Der Umzug ist aus medizinischen Gründen notwendig. Ich leide an C.O.P.D. und wohne unterm Dach. Ich kann die Treppen zu meiner Wohnung nur noch mit großer Anstrengung und Atemnot überwinden. Ich brauche an die 10 Minuten um in die Wohnung zu kommen. Wir bräuchten baubedingt zwei Treppenlifte um dies zu verbessern (lange steile Außentreppe, nachträglich ans Gebäude geschraubt, und eine sehr steile Innentreppe vom Flur des Mieters unter uns in unsere Wohnung)
    Diese Wohnung wurde dem Haus irgendwann aufgepropft. Die Treppenlifte (namentlich außen) wären zu teuer um sie aus dem Budget der Pflegekasse zu finanzieren.

    Deswegen war ich auf der Suche nach einer barrierefreien Wohnung. In einem Ort der mir wieder Einkaufsmöglichkeiten und wohnortnahen Zugang zu medizinischer Versorgung, Freizeitmöglichkeiten und sozialen Kontakten ermöglicht. Die medizinische Versorgung könnte in meinem Alter übrigens überlebenswichtig sein. Ich wohne 15 km vom nächsten Krankenhaus entfernt. Die neue Wohnung ist 2km von diesem entfernt.

    Eine barrierefreie Wohnung zu finden ist in einer kleinen Universitätsstadt ein Wunder.
    Ich kann schon den Umzug finanziell nicht alleine bewältigen sondern bekomme einen Zuschuss zur Verbesserung der Wohnsituation von der Krankenkasse. Ausserdem wohne ich hier teilmöbliert mit Einbauschränken, die ich nicht mitnehmen kann und übernehme Mobiliar meines Vorgängers in der neuen Wohnung.

    Meine jetzige Wohnung bietet noch mehr Gründe, hier auszuziehen. Auch wenn ich diese eine Reihe von Jahren toleriert habe möchte ich dies nicht mehr und die bisherigen Auseinandersetzungen mit dem neuen Vermieter waren nicht angenehm. Die Atmosphäre ist leidlich vergiftet.


    Wir hatten vor einem Jahr den Besuch eines Energieberaters. Das Ergebnis war: wir machen nichts falsch, unsere Geräte sind nicht brandneu aber keine Energiefresser, aber der bauliche Zustand der Wohnung wurde von dem Herren als unvermietbar bezeichnet.
    In der letzten Heizperiode pendelte unser Badezimmerthermometer bei auf Vollast laufendem Heizkörper um 16-18 Grad.
    Unsere Küche ist gänzlich unbeheizt, bzw wird von Sonne -begünstigt durch nicht vorhandene Dämmung des Daches- an sonnigen Tagen etwas angewärmt. Dieses Glück habe ich im fensterlosen Flur und dem Treppenschacht zur Wohnungstür nicht. Im Gegenteil. Über dem oberen Ende der Treppe ist eine Dachbodenklappe, die verzogen und undicht ist. Aus dieser fällt Kaltluft in die Wohnung. Aus diesen Gründen sinken und steigen auch die Thermometerstände in allen anderen Räumen je nach Außentemperatur.
    Wir haben mehrere nicht angenehme Gespräche über die Situation geführt, die ergebnislos bzw ohne Folgen blieben.
    In der Küche sollte eine Elektroheizung installiert werden, über eine Extra Messeinrichtung zur Feststellung des Verbrauches (damit ich diese dem Sozialamt als Heizkosten angeben kann) wurden wir nicht einig.
    Im Bad, so hiess es, "könne man einen größeren Heizkörper installieren" Passiert ist das bisher nicht und ich bezweifle ob die Wirkung ausreichend ist, da an den Dachflächen des Hauses gut sichtbar wird, wohin die Heizleistung verschwindet.
    Auch den Dachboden könne man mal mit einer Isolierschüttung versehen und die Dachbodenklappe abdichten.
    Der Dachboden wurde dann von uns geräumt. Geschehen ist nichts.
    Im Sommer ist die Situation natürlich umgekehrt. Ein heisser Tag reicht aus um unsere Innentemperatur auf Aussentemperatur zu bringen und die Situation entschärft sich während Hitzeperioden kaum. Wir stehen morgens bei sehr "angenhmen" Temperaturen auf obwohl nachts kein Fenster, keine Zimmertür geschlossen wird. Gegen Mittag wird es dann unangenehm. Am Nachmittag liegen wir schwitzend vor laufendem Ventilator. Mit geht es bedingt durch meine Krankheit dabei nicht gut.
    Natürlich hätten wir hier gerne einen "sauberen" Abschluss. Wir haben ein bisschen was angespart (soll man ja, auch wenn man finanziell in nicht so rosiger Situation ist). Aber bei der Frage zahle ich hier noch zwei Monate Miete oder übernehme ich fehlende Möbel preiswert vom Vormieter und stottere die ausstehenden zwei Restmieten hier ab, tendiere ich doch dazu, (notfalls) meine Sorgen auf den alten Vermieter abzuwälzen, der die letzten gut 120 Monate von uns überpünktlich Miete und Nebenkosten kassiert hat und in dieser Zeit nur dann etwas in diese "Wohnung" investierte, wenn es nicht mehr anders ging.

    Bei den energischen Warnungen, die mein Post hier hervorgerufen hat, werde ich mich umsehen, ob es Möglichkeiten gibt, anders vorzugehen.
    Ich habe zwar einen sehr ansehnlichen Schufa Score (der mir bestimmt geholfen hat, eine Wohnung zu finden) allerdings auch seit 15 Jahren ein P-Konto. Muss mal sehen ob meine Bank geneigt ist, mir da zu helfen.

    Schönen Tag noch zusammen

  • Sicherlich kann man in die Kündigung diverse Erklärungen schreiben wenn man mag. Aber man muss wissen, dass diese bei einer ordentlichen Kündigung nur schmückendes Beiwerk sind, mehr nicht. Als Mieter darf man ohne Angabe von Gründen ordentlich, also fristgerecht kündigen. Die Zusatztexte haben da rechtlich keine Bedeutung. Und eventuell interessiert es den Vermieter noch nicht mal.

    Man sollte sich sehr gut überlegen, ob man Miete schuldig bleiben möchte. Denn der Vermieter könnte sofort Zahlungsklage einreichen. Dann hat man am Ende noch mehr Kosten in Form von Gerichts- und Anwaltgebühren.

  • Bei den energischen Warnungen, die mein Post hier hervorgerufen hat, werde ich mich umsehen, ob es Möglichkeiten gibt, anders vorzugehen.

    Dann sprich mit dem Vermieter und versuche, eine Einigung zu finden. Es bringt in solchen Fällen nichts, einfach die Miete nicht pünktlich oder unvollständig zu zahlen, denn dann kann der Vermieter sofort Zahlungsklage einreichen, die du nur verlieren kannst. Incl Zahlung der Gerichtskosten macht es das für dich nur teurer.

  • Deine allzu langen Erklärungen sind verständlich, ändern aber nichts an der rechtlichen Sichtweise: Ohne vorherige Absprache und Einigung mit dem Vermieter musst (und solltest) Du die letzten Mieten rechtzeitig zahlen.

    Da Du danach ja wahrscheinlich die Kaution zurückbekommst, müsstest Du Dir das Geld ja nur kurz leihen.

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