Aufteilung Heizung und Warmwasser hohe Kosten

  • Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und habe folgende Frage, zu der ich keine konkreten Antworten im Netz gefunden habe:

    Es geht um die Warmwasserabrechnung. Wohnanlage mit Fernwärme. 1 Person, knapp 60 qm. Heizung 50/50 %. Die WW-Kosten 30 % / Heizung 70 %. Das ist ja korrekt. Ich verstehe aber nicht, dass dann bei der Aufteilung/Berechnung der WW-Kosten wieder der Schlüssel 50/50 angewendet wird wie bei der Heizung. Was hat WW mit der Heizungswärme zu tun?

    Laut WW-Zähler habe ich nur einen Verbrauch von knapp 10 cbm/Jahr.

    50 % Grundkosten bei ca. 60 qm betragen dann 223 Euro.

    50 % Verbrauchskosten nur 100 Euro.

    Das ist doch ein Missverhältnis? Warum wird denn bei WW nicht nur der tatsächliche Verbrauch genommen? Dann wäre ich bei ca. 200 Euro pro Jahr und nicht über 300 Euro. Sparen nützt fast gar nichts.

    In der BK-Abrechnung kommen nochmals 235 Euro für Wasser und Aufbereitung hinzu plus Entwässerung 150 Euro.

    Somit zahle ich als Single über 700 Euro nur für die gesamte Wasserversorgung bei Nebenkosten von knapp 3000 Euro/Jahr.

    Ich hoffe mir kann jemand helfen?

    Viele Grüße,

    Anne

  • Warum wird denn bei WW nicht nur der tatsächliche Verbrauch genommen?

    Das wäre entgegen der Vorschriften in der Heizkostenverordnung. Nach dieser muss ein Teil zwingend nach Wohnfläche gerechnet werden. Das ist völlig normal und korrekt.

    Die Abrechnung sollte komplett geprüft werden, ob Fehler enthalten sind. Das lässt sich so theoretisch nicht sagen, ob es korrekt ist.

  • Ok, vielen Dank Fruggel! Dann muss ich wohl damit leben. Bei der Heizung sehe ich das ja ein, dass 50 % nach qm berechnet werden, aber beim WW profitiert man ja nicht von den Nachbarn.
    Auch alle anderen Betriebskosten werden nach qm abgerechnet was wiederum ein Nachteil für
    Single-Haushalte ist. Die Nachbarn sind 4 Personen mit 80 qm und zahlen pro Person nur für 20 qm.
    Ich alleine für 60qm. Für Hausmeister, Aufzug, Müllabfuhr, Wasser/Abwasser etc.
    Das ist ungerecht, aber lässt sich wohl nicht ändern.

    Ist es sinnvoll sich an eine Verbraucherschutzzentrale zu wenden wegen der Überprüfung?

  • Ich alleine für 60qm. Für Hausmeister, Aufzug, Müllabfuhr, Wasser/Abwasser etc.

    Du nutzt 60 m2/Person, die anderen nur 20m2. An der Stelle ist es so, dass der Gesetzgeber das ausdrücklich so vorgesehen hat, als Standard-Verteilerschlüssel. Wer sich mehr Fläche/Person leistet, kann auch pro Person mehr von den kalten Kosten zahlen.

    Beim Warmwasser geht es nicht darum, ob man von den Nachbarn profitiert, sondern darum, die Bereitstellungskosten angemessen zu verteilen. Gerade bei zentralem Warmwasser ist locker die Hälfte der Kosten die Bereitstellung und Bevorratung, je nach Dämmung von Leitungen und Tank sogar mehr. Wir haben beispielsweise im EFH unsere Kosten mehr als halbiert, indem wir Warmwasser nur einmal am Tag bereiten und das nur für die Menge, die wir tatsächlich brauchen. Abends ist der Speicher kalt. Im MFH macht man das natürlich nicht und lebt eben damit, dass es höhere Kosten verursacht.

  • Danke für die Antwort, Schweinchenfan. Sorry, aber das sehe ich etwas anders. Viele Hausverwaltungen rechnen die BK nach Personen ab. Schließlich haben die Nachbarn im Schnitt 4 x so viel Müll, 4 x so viel Kaltwasser etc. Ich zahle ja schließlich auch die Miete für 60 qm alleine.

    Bei Nebenkosten von ca. 2000 Euro/Jahr (Ohne Heizung/WW) für1 Person sind die Differenzen nicht gerechtfertigt.

    Wir haben übrigens Fernwärme seit 2 Jahren. Noch teurer als Gas. Aber anderes Thema.

  • Viele Hausverwaltungen rechnen die BK nach Personen ab.

    Wenn die das tun, dann ist das auch so in den Mietverträgen vereinbart. Dies ist nach dem Gesetz zwingende Voraussetzung. Ist zum Verteilerschlüssel nichts im Vertrag vereinbart, dann gilt nach dem Gesetz in §556a Abs. 1 BGB immer die Verteilung nach dem Verhältnis der Wohnfläche.

    Man darf sich bei den Betriebskosten keine Gedanken über Gerechtigkeit machen, das führt zu nichts. Egal welchen Verteilerschlüssel man anwendet, es gibt immer irgend einen Mieter im Haus, der mit einem anderen Schlüssel besser weg kommen würde. Daher gilt erstens das was im Vertrag vereinbart ist, und steht dort nichts, dann zweitens nach dem Gesetz. Nur bei den Heizkosten ist es ein wenig anders, denn hierbei haben die Vorschriften der Heizkostenverordnung Vorrang.

  • Viele Hausverwaltungen rechnen die BK nach Personen ab.

    Das ist mit Abstand die unbeliebteste Art die Betriebskosten abzurechnen.

    Wann immer möglich, bevorzugen Hausverwaltungen eine Abrechnung nach MEA oder Fläche, weil sich diese Werte i.d.R. nicht ändern und damit kaum angreifbar sind.

    Für dich entscheidend ist, was in deinem Mietvertrag steht. Wenn du das gerne geändert haben möchtest, kannst du eine Änderung der frei wählbaren Umlageschlüssel anregen. Vielleicht geht dein Vermieter auf deinen Vorschlag ein. in kleinen Mietshäusern kann das klappen, in größeren eher nicht.


    Schließlich haben die Nachbarn im Schnitt 4 x so viel Müll, 4 x so viel Kaltwasser etc. Ich zahle ja schließlich auch die Miete für 60 qm alleine.

    Irgendeinen beißen immer die Hunde...

    Dein Gedanken ist richtig, wenn Jeder die gleichen Lebensgewohnheiten hätte. Das ist nicht der Fall.

    Der Eine ist im Homeoffice, ein Anderer wochenlang auf Montage. Der Eine kauft sehr umweltbewußt, verzichtet weitgehend auf Verpackungsmüll (oder lässt das im Laden), der Andere kennt Supermärkte nur aus Erzählungen, nutzt ausschließlich Lieferdienste. Wie wirkt sich das wohl auf den Wasserbedarf und das Müllvolumen dieser beiden Musterhausbewohner aus?

  • Danke für eure Antworten. Ja, ich weiß, nicht alle können immer gerecht behandelt werden. Das ist eine große Wohnanlage mit sehr unterschiedlichen Mietern. Familien, Senioren, 1- oder 2 Personen-Haushalte. Die Abrechnungsmethoden lassen sich nicht ändern.

    Bei der Heizung sind die Verbrauchskosten mit 50 % ähnlich hoch wie die Zusatzkosten. Beim WW aber sind die Zusatzkosten doppelt so hoch wie der Verbrauch. 100 Euro zu 200 Euro. Das ärgert mich nun mal, da ich sehr sparsam bin und sich das nicht niederschlägt. Ich wohne seit 15 Jahren hier. Das summiert sich nun mal. Wollte das jetzt einfach mal klären. Danke!

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