Bewerbungsmappe für Suche einer neuen Wohnung

  • Hallo zusammen, da ich hier neu im Forum bin, kann es natürlich passieren, dass ich etwas falsch mache. Ich bitte dann um eine entsprechende Anleitung.

    Mein Anliegen:

    Nach schwerer Erkrankung und entprechender Versorgung, sehe ich mich gezwungen, mein Haus zu verkaufen und mir eine kleine Wohnung anzumieten.

    Hierzu wird üblicherweise eine Bewerbermappe mit diversen Unterlagen benötigt. Es gibt im Internet diverse Anbieter, jedoch werden diese Mappen nur als PDF per Email versendet, was mir ohne Computer und Drucker natürlich nichts bringt.

    Gibt es einen Anbieter, der diese Mappen auch auf dem Postweg versendet oder gibt es wieder nur solche Anbieter, die sich alle Unterlagen per Mail zusenden lassen, alles in einer bestimnten Reihenfolge in eine digitale Mappe packen, als Email zusenden und 30 € kassieren?

    Wie komme ich an eine solche Mappe, die mir auf dem Postweg zugesendet wird.

    Vielen Dank für die Hilfe.

    Freundliche Grüße an alle

    Holger

  • Dies ist kein rechtliches Thema - und, da jeder Vermieter individuell entscheidet, welche Unterlagen er von Mietinteressenten sehen möchte und wem er aus welchen Gründen dann die Wohnung gibt, kann man auch keine allgemeingültige Antwort geben.

    Ich persönlich (mehrfacher Vermieter) halte professionelle Anbieter von solchen "Bewerbermappen" für unnötig (und oft unseriös), würde daher Bewerbern ohne Mappe den Vorzug geben.

    Im Endeffekt musst Du als Bewerber den Vermieter überzeugen, dass Du der richtige Kandidat bist, als Mieter keine Probleme machen wirtst und die Miete zuverlässig und langfristig zahlen kannst. Wie Du das machst ist Deine Sache!

  • Hallo und danke für die Antwort,

    Wie Du das machst ist Deine Sache!


    Ist es ja eben nicht. Die Vermieter bestimmen ja, welche Unterlagen ich zur Verfügung stellen muss.

    Selbst muss man die Hosen runterlassen. Warum habe ich nicht das Recht, im Gegenzug bestimmte Informationen vom Vermieter abzufragen ?

    Der Vermieter will von mir 100% Sicherheiten und ich bekomme im Gegenzug nichts.

    Was ist zum Beispiel, wenn der Vermieter finanziell schlecht aufgestellt ist oder vielleicht sogar eine Pfändung droht ?

    Sicherheit muss für beide da sein ! Ich habe 3 OPs und 2 Chemos hinter mir, ich habe nicht die Kraft, ständig hin und herzuziehen.

    Eine Bewertung bei der Schufa mit " hervorragend " sollte ausreichen. Die Höhe meiner Rente etc. geht keinen etwas an, solange ich mir nachweisbar nichts zu schulden komnen lassen habe.

    Mir ist bekannt, dass die Rechtslage vermutlich anders ist, bestätigt aber nur meine Meinung, dass der Kapitalismus in all seinen Zügen, nur eine Seite mit Rechten ausstattet. Ich bin 63 Jahre alt und werde gezwungen, vertrauliche Informationen unter Umständen einem 20 jährigen zu geben, der möglicherweise die Wohnung einfach nur geerbt hat. Wo bleibt denn da meine Sicherheit...?

  • Das kannst Du so sehen, im Rahmen der Meinungsfreiheit.

    Aber wenn Du etwas von einem potentiellen Vermieter möchtest, nämlich den Vorzug vor all den anderen Bewerbern (so ist der Mietmarkt in den meisten Gegenden), dann könnte es von Vorteil sein, dies nicht zu äußern.

    Die meisten Vermieter möchten (oder müssen) sich auf laufende Mietzahlungen verlassen können. Dass sie dafür Sicherheiten und Vertrauen möchten, ist verständlich. Da es in Deutschland einen starken Mieterschutz gibt (es hat nämlich beiliebe nicht nur eine Seite Rechte!), ist es für Vermieter umso wichtiger, vor Beginn des Mietverhältnisses (d.h. bevor Du Mietzer wirst) alle Eventualitäten auszuschließen und auf höhere Sicherheiten zu achten.

    Wenn auch Du eine höhere Sicherheit möchtest, kann ein gegenseitiger Kündigungsausschluss für X Jahre vereinbart werden.

  • Was ist zum Beispiel, wenn der Vermieter finanziell schlecht aufgestellt ist oder vielleicht sogar eine Pfändung droht ?

    Sicherheit muss für beide da sein !

    Die Sicherheit für Mieter nennt sich Mieterschutz. Als Mieter trägt man kein finanzielles Risiko, wenn der Vermieter in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Man behält seine Mietwohnung, nur der Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Mietverhältnis und Empfänger der Mietzahlungen ändert sich.

    Umgekehrt kann ein Mieter mit Finanzproblemen seinen Vermieter in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Das nennt sich dann unternehmerisches Risiko.

    Beide Seiten, Mieter und Vermieter, dürfen Fragen stellen und sich ein Bild voneinander machen.

    Wenn dir bestimmte Informationen über den Vermieter wichtig sind, dann frage einfach. Zulässig sind alle Fragen an Mieter, die das Ziel haben sicher zu stellen, dass ein Wohnungsinteressent seinen Aufgaben als Mieter dauerhaft nachkommen kann. Im Gegenzug sind alle Fragen zulässig, die sicher stellen, dass ein Vermieter seinen Aufgaben nachkommt.


    Der Vermieter will von mir 100% Sicherheiten und ich bekomme im Gegenzug nichts.

    Eine Wohnung, in der man als Mieter weitgehend Tun und Lassen kann was man will, würde ich nicht Nichts nennen.

    Es ist eben wie bei Jedem Handel: Einer gibt, Einer nimmt, wenn man sich über den Preis der Ware einigt. Im Mietwohnungsbereich ist das eben die "Ware" Mietwohnung gegen den "Preis" Mietzahlung.


    Eine Bewertung bei der Schufa mit " hervorragend " sollte ausreichen. Die Höhe meiner Rente etc. geht keinen etwas an, solange ich mir nachweisbar nichts zu schulden komnen lassen habe.

    Dass viele Vermieter Einkommensnachweise sehen möchten hat einen anderen Grund. Man will sich überzeugen, dass ein Interessent ein Auskommen mit den laufenden Einnahmen hat, seinen Zahlungsverpflichtungen zuverlässig nachkommt, nicht dauerhaft über seinen Verhältnissen lebt.

    Wer keine Schufa-Auskunft und Einkommensnachweise vorlegen möchte, kann seine Zahlungsfähigkeit und Zuverlässigkeit auch anders belegen, z.B. mit einer Bankauskunft.

    Wer gar keine Belege die für ihn als Mieter sprechen rausgeben möchte, kann trotzdem eine neue Wohnung finden. Nicht alle Vermieter verlangen das. Manche vermieten rein nach Bauchgefühl. Gar keine Belege schränkt nur die Auswahl an Vermietern ein, die bereit sind so zu vermieten.

  • Hallo zusammen,

    nochmals vielen Dank für die Antworten.

    Ich bleibe dabei, eine Schufa-Auskunft mit der abschließenden Bewertung " hervorragend" sollte ausreichend sein. D.h., dass ich meinen Zahlungsverpflichtungen jedweder Art immer nachgekommen bin. Eine Bewertung, ob ich mir eine Wohnung leisten kann, sollte daher auch nur durch mich selber gemacht werden dürfen.

    Wozu dient eine Schufa-Auskunft denn, wenn man trotzdem andere Dinge auch noch offen legen muss ?

    Das Einkommen hat den Vermieter nicht zu interessieren. Ich bleibe da bei meiner Meinung, zumindest nicht bei positiver Schufa.

    Ich habe allerdings bei vielen Dingen eine andere Rechtsauffasung und nur,weil bestehende Gesetze etwas regeln, heißt das noch lange nicht, dass diese richtig sind.

    Liebe Grüße

    Holger

  • Das Einkommen hat den Vermieter nicht zu interessieren. Ich bleibe da bei meiner Meinung, zumindest nicht bei positiver Schufa.

    Ich glaube nicht, dass du das wirklich meinst.

    Negative Schufa bedeutet, das keine Negativmerkmale der Schufa über dich bekannt sind. Das ist gut, damit ist man i.d.R. kreditwürdig.

    Positive Schufa dagegen, das der Schufa nicht erfüllte Zahlungsverpflichtungen bekannt sind. Eine positive Schufa haben z.B. alle mit einer laufenden Privatinsolvenz. Das ist nicht vorteilhaft, weil man damit nicht als kreditwürdig gilt.

    Eine Schufa-Bewertung "hervorragend" gibt es nicht. Nur Abstufungen von sehr geringem Risiko bis sehr hohes Risiko auf Zahlungsausfälle.


    Ich weiß das ist verwirrend. Die Schufa bewertet aber nicht wie zuverlässig Zahlungen in der Vergangenheit geleistet wurden, sondern wie hoch das Risiko auf Zahlungsausfälle ist. ein "hervorragendes" Risiko auf Zahlungsausfälle ist eine ganz schlechte Ausgangslage bei einer Wohnungssuche.

  • Die SCHUFA-Einstufungen, also die Kategorisierung des SCHUFA-Scores, zeigen an, wie gut ein Kreditnehmer seine Rechnungen und Verbindlichkeiten zahlt. Sie reichen von "Hervorragend" bis "Ungenügend" und geben eine allgemeine Einschätzung der Bonität.

  • Ich habe eine Idee, wie du auf Bewertungen von "hervorragend" bis "ungenügend" kommst: mit der Simulation auf der Schufa-Seite.

    Das ist was ganz Anderes als eine echte Schufa-Auskunft, egal ob die Version zur Selbstauskunft, für Vermieter, einen Kredit oder Handels-Vertrag.


    Wenn du magst, die Seiten der Schufa sind frei zugänglich.

  • Diese Bewertung wird mir in meinem Schufa Acc angezeigt.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Unterhalb der Bewertung

    "Hervorragend" steht im Original noch die Prozentzahl, die ich hier natürlich nicht posten wollte.

  • Die SCHUFA-Einstufungen, also die Kategorisierung des SCHUFA-Scores, zeigen an, wie gut ein Kreditnehmer seine Rechnungen und Verbindlichkeiten zahlt.

    Diese Score Informationen sind für den Vermieter ungeeignet. Hierfür benötigt man eine spezielle Auskunft, die aber kostenpflichtig ist. Hier online zu bestellen, oder auch in jeder Postbank Filiale zu bekommen.

    Das Einkommen hat den Vermieter nicht zu interessieren.

    Das Einkommen muss man sicherlich nicht sagen. Jedoch sollte man sich dann auch nicht wundern, wenn sich der Vermieter für einen anderen Bewerber entscheidet und man die Wohnung nicht bekommt. Es kommt immer wieder vor, dass das Einkommen von Bewerbern viel zu gering ist und bei Anmietung zu wenig Geld zum Leben übrig bleibt, man sich dann die Wohnung nicht langfristig leisten kann. Das möchte ein Vermieter vermeiden.

  • Unterhalb der Bewertung

    "Hervorragend" steht im Original noch die Prozentzahl, die ich hier natürlich nicht posten wollte.

    Genau das meinte ich.

    Das ist für eine Wohnungssuche völlig ungeeignet und entspricht nicht der kostenpflichtigen Schufa-Auskunft für Vermieter.


    Wie schon gesagt, es ist deine Entscheidung was du einem Vermieter auf der Wohnungssuche von dir mitteilst.

    Es gibt keine Pflicht überhaupt etwas von sich verraten, nicht mal den Namen.

    Man kann sich darauf versteifen und akzeptieren, dass man es sich damit selbst sehr schwer macht eine neue Wohnung zu finden. Das ist ok.

    Nicht ok finde ich, sich dann zu beklagen, dass man nur sehr schwer eine Wohnung findet, weil man sich selbst Steine in den Weg legt.


    Versuche mal einen Perspektivenwechsel. Würdest du an einen Interessenten vermieten, der nicht bereit ist nachzuweisen, dass er sich die Wohnung leisten kann? Mit dem Wissen, dass dieser Mieter u.U. monatelang keine Miete zahlt bis man ihn wieder los ist, für den Vermieter weiter Kosten produziert und die eigenen Zahlungsverpflichtungen des Vermieters weiter laufen und bedient werden müssen.

    Vermietung ist ein Geschäft, genau wie ein Telefonvertrag. Nur mit dem Unterschied, dass ein Telefonanbieter einen nicht zahlenden Kunden das Telefon sperren kann. Einen nicht zahlenden Mieter darf man nicht einfach vor die Tür setzen. Trotzdem erhält der Handyanbieter deutlich mehr Informationen über seine Kunden als jeder Vermieter mit einer Schufa-Auskunft.

  • Hallo,

    wenn alles das, was mir die Schufa zusendet nutzlos ist, dann muss ich daraus schließen, dass das alles nur Geldmacherei ist. Ich habe ganz bewusst eine Anfrage von Daten gestellt, die für denVermieter als Auskunft von Nutzen und auch ausreichend sind. Das heißt also, ich habe 2x 30 € umsonst bezahlt ??? Dann werde ich bei der Schufa mal fragen, was sie sich dabei denken.

    Im übrigen weiß ich mit 63 Jahren durchaus, welche Wohnung ich mir leisten kann. Ich bin meinen Zahlungsverpflichtungen immer und überall nachgekommen. Ich brauche also keinen Vermieter, der für mich eine Analyse durchführt, das kann ich selber. Der Vermieter unterschreibt mir auch nicht, dass er notwendige Reparaturen durchführen lässt, die Miete nicht sofort erhöht bzw. alle Dinge ordnungsgemäß durchführt, wie es das Gesetz fordert.

    Nein, ich bin kein Streithahn....ein Mietverhältnis beruht auch immer auf Vertrauen und zwar bei beiden Seiten. Wenn ich also im Vorfeld auch Daten abfragen würde, würde der Vermieter auch nicht liefern. bzw. sofort absagen. Das 7st sicher sein gutes Recht dann, es geht mir einfach darum, dass hier alles zur Sicherheit von Vermietern getan wird, der Mieter als Gegenleistung nichts bekommt.

    Das man als Mieter in vielen Situationen erst einmal weiter wohnen darf, bedeutet ja nicht, dass der Verbleib in der Wohnung dauerhaft gesichert ist, was ja eigentlich der Plan war.

    Schwieriges Thema, das ist mir klar....eine Gerechtigkeit auf Augenhöhe wird es wohl nie geben.

    Welches Blatt von der SCHUFA Auskunft für Vermieter?

    Finanzielle Zuverlässigkeit mit der SCHUFA-Auskunft belegen

    Es genügt, den ersten Teil – also die erste Seite – an den Vermieter weiterzugeben. Diese Seite enthält lediglich Informationen darüber, ob Zahlungsstörungen vorliegen oder nicht. Insbesondere enthält dieser Teil der Auskunft keinen SCHUFA-Score.

  • Ich persönlich schaue mir SCHUFA-Angaben von Mietinteressenten nie an - weil ich den Verein nicht mag. (Ja, das ist Geldmacherei!)

    Ich befolge im Allgemeinen die Daumenregel, dass die Miete 30% des Einkommens nicht übersteigen soll. (Im Allgemeinen heißt, dass ein Mieter mich durchaus mit guten Argumenten anderweitig überzeugen kann - Studierende und Flüchtlinge nehme ich z.B. auch darunter.) Wenn Du Dein Einkommen nicht verrätst, bist Du bei mir als Bewerber raus.

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