Guten Tag liebe Community,
Ende Februar wurden mein Mann und ich von einer hohen Nebenkostennachzahlung für den Abrechnungszeitraum 01.01.2024 bis 31.12.2024 regelrecht erschlagen. Laut Begleitschreiben unserer Vermieter ist der hohe Betrag auf einen Heizölpreis von 1,84 € pro Liter zurückzuführen.
Seitdem läuft meine Recherche, welche Möglichkeiten wir in dieser Situation haben, und ob vielleicht ein Fehler bei der Abrechnung unterlaufen ist. Bisher bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen:
Die Menge des verbrauchten Heizöls entspricht der Lieferung aus dem Jahr 2022, sodass der angesetzte Preis von 1,84 € pro Liter wohl korrekt ist. Ich habe die Rechnung der Heizöllieferung angefordert, sie stammt tatsächlich aus dem Jahr 2022 und bestätigt diesen Preis. Im Internet habe ich gelesen, dass bei der Heizölabrechnung meist das FIFO-Verfahren gilt – bitte korrigiert mich, falls ich das falsch verstanden habe.
Wie ich kürzlich herausgefunden habe, gab es eine Härtefallregelung zur finanziellen Entlastung. Diese hätte allerdings von den Eigentümern (in unserem Fall also den Vermietern) beantragt werden müssen. Mieter würden davon indirekt profitieren. Es scheint aber, dass viele Vermieter nicht informiert waren oder keinen Anspruch hatten. Bevor ich das Thema anspreche, würde ich gerne wissen, ob ich selbst ermitteln kann, ob unserem Vermieter diese Unterstützung zugestanden hätte. Und falls ja, aber er sie nicht beantragt hat – welche Möglichkeiten haben wir als Mieter dann, bzw. welche Konsequenzen sind daraus entstanden?
Dem muss ich hinzufügen, dass wir erst seit dem 15.9.23 die Wohnung angemietet haben und davor im Ausland lebten.
Vor ca. einer Woche war ich bei der Energiekostenberatung der Verbraucherzentrale bei uns vor Ort. Der Berater überflog kurz die Nebenkostenabrechnung und fand keine entsprechenden Hinweise darauf, dass das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) berücksichtigt wurde, und damit die Nebenkostenabrechnung formal nicht ganz korrekt sei. Sollten wir diese nachfordern, oder spielt das keine große Rolle für die Nachzahlung?
Grundsätzlich pflegen wir ein sehr gutes und unkompliziertes Verhältnis zu unseren Vermietern. Es sind ältere Herrschaften – Ende 60 Jahre alt – und demnach keine Experten, die sich bis ins kleinste Detail mit den Formalitäten eines Mietverhältnisses und einer Nebenkostenabrechnung auskennen, und es liegt mir auch nichts daran, nun jeden einzelnen Formfehler anzukreiden. Allerdings ist es bei einer solch hohen Nachzahlung trotzdem sehr wichtig für uns, dass die Kosten korrekt berechnet wurden – auch im Sinne zukünftiger Nebenkostenabrechnungen.
Eine ausführliche Analyse der Nebenkostenabrechnung war im Rahmen der Energiekostenberatung nicht möglich. Dafür sollten wir uns an den Mieterbund oder Verbraucherschutz wenden und die Nebenkostenabrechnung einschicken. Mein Mann und ich sind weder im Besitz einer Rechtsschutzversicherung noch Mitglied eines Mieterbundes. Die Erfahrungen mit dem Mieterbund sind nach meiner Recherche und den Erfahrungen im Familien- und Bekanntenkreis eher durchwachsen – trotzdem lasse ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen oder freue mich über anderweitige Tipps.
Tatsächlich ist das alles für uns eine große Zwickmühle. Wir möchten das Verhältnis zu unseren Vermietern nicht unnötig auf die Probe stellen, dass wir genauere Nachforschungen betreiben, gleichzeitig geht es aber auch darum, dass wir am Ende nicht 500 € oder mehr zu viel bezahlt haben.
Ich bin sehr dankbar für eure Unterstützung und kann gerne auf Nachfrage eine geschwärzte Version der Nebenkostenabrechnung zur Verfügung stellen.
Einen schönen Freitag!