Heiz- und Warmwasserkosten- Abrechnung Kaltwasser und Abwasser überhöht

  • Hallo zusammen,

    wir sind derzeit Mieter in einer 60qm Wohnung, die überwiegend alleine genutzt wird. Wir haben Probleme mit der NK Abrechnung, unter anderem weil bereits das zweite Jahr in Folge die Wärmemenge geschätzt wurde (Unbegründet: Zugang war gegeben, der Zähler scheint aber technisch defekt zu sein).

    Das größte Problem ist aber der Punkt 6 der beigefügten Abrechnung "Hausnebenkosten -> Kalt und Abwasser lt. Rg. 31.12.2023". Vielleicht kann mir jemand bei den Fragen helfen:

    1) Welcher Verbrauch ist das überhaupt? Wir haben oben eine Position für den individuellen Kalt/ Warmwasserverbrauch der abgelesen wurde. Wieso dann dieser zusätzlich?

    2) Bei allen anderen Positionen bei Verbräuchen wird ein "Ihr Anteil" von 64,08 angenommen. Hier plötzlich 124,29. Im MV ist dazu nicht zu finden. Wie kommt dieser Anteil plötzlich zustande?

    3) Habe ich irgendeine Möglichkeit, die erfolgte Schätzung der Wärmemenge nicht zu zahlen? Der Verbrauch des Hauses, der nun unserer Schätzung zugrundeliegt ist abartig hoch und null repräsentativ für unsere Wohnung

    Der Vemieter hat keine Ahnung, kann die Fragen nicht beantworten und verweist auf die Hausverwaltung, die mich wiederum auf den Vermieter zurückverweist.

    Vielen Dank für euere Einschätzung!

    Hier noch der entsprechende, anonymisierte Ausschnitt der Abrechnung, um den es mir geht.

  • Bei allen anderen Positionen bei Verbräuchen wird ein "Ihr Anteil" von 64,08 angenommen. Hier plötzlich 124,29

    Die 64,08 ist die Wohnfläche, und die 124,29 ist der Verbrauch in Kubikmeter. Das steht auch in der jeweiligen Zeile weiter vorne dabei.

    Welcher Verbrauch ist das überhaupt? Wir haben oben eine Position für den individuellen Kalt/ Warmwasserverbrauch der abgelesen wurde

    Die 26,11m³ mit Kosten von 407,52€ ist nur für die Erwärmung des Wasser. Die Kosten des Wassers selbst sind da noch nicht mit drin, sondern die sind zusammen mit dem Kaltwasserverbrauch weiter unten die 599,84€.

    Habe ich irgendeine Möglichkeit, die erfolgte Schätzung der Wärmemenge nicht zu zahlen?

    Falls in der Wohnung schon elektronische Zähler verbaut sind, speichern diese immer den letzten Stichtagswert, in dem Fall also vom 31.12.2023. Wenn sich dieser ablesen lässt, kann man die Berechnung mit den tatsächlichen Werten machen.

    Zugang war gegeben, der Zähler scheint aber technisch defekt zu sein

    Beides zusammen widerspricht sich. Entweder war gar keiner da zum Ablesen oder der Ableser hat einen Defekt erkannt.

    und verweist auf die Hausverwaltung, die mich wiederum auf den Vermieter zurückverweist.

    In dem Fall müsste die Hausverwaltung beim Abrechnungsdienstleister nachfragen, wie genau die Schätzung erfolgt ist. So etwas kann der Vermieter selbstverständlich nicht wissen. 24,8% der Gesamtwassermenge bei 10,4% der Wohnfläche des Hauses erscheint tatsächlich so, also ist da etwas schief gelaufen.

  • Vielen Dank für deine Antworten Fruggel, das hilft schonmal sehr.

    Ich habe folgende Rückfragen dazu:


    - Die Wassermenge für das Kalt und Warmwasser wird ja in meinem individuellen Verbrauch oben schon mit in die Abrechnung genommen, wenn ich das richtig verstehe? Ich füge den Ausschnitt bei, den ich meine. Die Summe (98,18 Kubikmeter) differenziert sich aber von der im anderem Ausschnitt ausgewiesenen Summe von den 124,29 Kubikmeter. Da passt doch was nicht?


    - Wir haben tatsächlich einen elektronischen Zähler verbaut. Kann ich eine erneute Ablesung demnach erzwingen?

    Lieben Dank, das hilft sehr!

  • Die Summe (98,18 Kubikmeter) differenziert sich aber von der im anderem Ausschnitt ausgewiesenen Summe von den 124,29 Kubikmeter

    Es sind 26,11 cbm für das Warmwasser erwärmt worden. Das Wasser selbst muss aber auch bezahlt werden, nicht nur die Energiekosten, um es zu erwärmen. Somit setzen sich die Wasserkosten aus den 26,11 + 98,18 cbm Kaltwasser = 124,29 cbm Gesamt zusammen.

    Kann ich eine erneute Ablesung demnach erzwingen?

    Nein. Man kann die Stichtagswerte vom 31.12. selbst ablesen, am besten mit Foto belegen, und damit dann den Widerspruch gegen die Abrechnung begründen. Welche Zählerwerte ergeben sich denn bei der Selbstablesung dieses Stichtagswertes?

  • Wie Fruggel schon geschrieben hat, musst du für die Kosten für das Wasser selbst die Summe der Kalt- und Warmwasserzähler berechnen, die ist mit 124 m³ korrekt.

    Wurden die Wasserzähler auch geschätzt oder wurden die abgelesen? 124 m³ ist meiner Meinung nach ein sehr hoher Verbrauch für 1-2 Personen. Das entspricht unserem 5-Personenhaushalt einschließlich Gartenbewässerung.

    3) Habe ich irgendeine Möglichkeit, die erfolgte Schätzung der Wärmemenge nicht zu zahlen? Der Verbrauch des Hauses, der nun unserer Schätzung zugrundeliegt ist abartig hoch und null repräsentativ für unsere Wohnung

    Ich habe das nachgerechnet und das entspricht exakt dem durchschnittlichen Verbrauch des Hauses. Wenn keine Ablesewerte vorliegen, ist das die naheliegenste Schätzung.

  • Hi zusammen,

    danke für euere Antworten. Die Schätzung der verbrauchten Wärmemenge entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch des Hauses, allerdings ist unsere Wohnung die mit Abstand kleinste (6-Parteien Haus, alle anderen Wohnungen etwa. 100qm groß und nicht "Sandwichlage"). Daher ist dieser Wert mathematisch sicher korrekt - entspricht aber in keinster Weise der Realität, weshalb ich mich auch so gegen die erneute "Schätzung" im zweiten Jahr in folge widersetze.


    Fruggel und Schweinchenfan : Genau da beginnt eben mein Misstrauen: Wir sollen zu zweit bei sparsamer Lebensweise fast 125 Kubik Wasser verbraucht haben, wenn ich Fruggel richtig verstanden habe, ist davon auch ein Teil die Wasserkosten für die Heizung (die ja geschätzt wurde - dieses Jahr und letztes Jahr...). Ebenso macht mich der angeblich unglaublich hohe Warmwasserverbrauch im Vergleich zu den Referenzgruppen stutzig. Kann das wirklich der Realität entsprechen?


    Ich habe die Abrechnung mal komplett anonymisiert und füge sie bei, vielleicht wird das dann klarer. Ich kapiere nämlich (aufgrund der Abrechnung) gar nichts mehr und möchte für das Gespräch mit dem Vermieter sattelfest sein.


    Vielen Dank für eine Einschätzung, ihr seid großartig!

  • Es fehlt noch die eigene Ablesung der elektronischen Zähler zum Stichtag, welcher in den Geräten üblicherweise das ganze Jahr über gespeichert bleibt. Dies würde schneller zu einer Lösung führen als jegliche Überlegungen zur Schätzung.

  • Ich habe „versucht“ den Wert abzulesen und bin nach Anleitung vorgegangen.
    Ich befürchte hier liegt die Ursache des Problems: Beim letzten Stichtag steht einfach „00.00.000“ und jeweils bei verbrauchten kWh und m3 auch „0“.

    Die Werte für Kaltwasser und Warmwasser habe ich auch abgelesen und verglichen. Aktuell würden das im Schnitt 2,4m3 Warmwasser und 5,4m3 Kaltwasser pro Monat bedeuten, was mir realistisch vorkommt.

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