Betriebskostenabrechnung-Gasrechnung und Verteilung

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich hoffe ihr könnt mir beim denken weiterhelfen ?

    Ich habe unsere Nebenkostenabrechrung erhalten und wir sollen etwas über 800 Euro nachzahlen. Weil mich das stutzig gemacht hat habe ich mir die Abrechnung von 2017 angeschaut bei der wir auch schon 500 Euro nachzahlen mussten. Unser Verbrauch ist bis auf Kaltwasser der etwas zurückgegangen ist völlig gleich.

    Nun habe ich gesehen, das die Gasrechnung im Zeitraum vom 1.10.17 Bis 30.9.18 Abgerechnet wurde mit 60.000 kWh.

    Auf unserer Nebenkostenabrechnung wird der Zeitraum vom 1.1.18 bis 1.12.18. Angegeben. Da liegt unser Verbrauch bei 35.000 kWh.

    Jetzt wird aber der Betrag der bei 60.000 kWh entstanden ist auf die 35.000 kWh (abgelesen von Firma) verrechnet.

    Für mich als doofi fehlen da aber doch 25.000 kWh..... Ich dachte die fehlenden kWh wurden dann im Vorjahr verbraucht. Aber müsste man den Betrag für Gas nicht durch die gesamten kWh teilen und dann mal unseren tatsächlichen jahresverbrauch rechnen?

    Ausserdem haben wir eine Abrechnung von der Gemeinde über 225 kubikmeter Wasser. Aber in der Nebenkostenabrechnung werden nur 205 kubikmeter auf dem gleichen Preis berechnet.

    Zur info: die Daten beziehen sich auf 1 Haus mit 2 Parteien. Jede Partei leistet 200 Euro Nebenkosten monatlich.

    Laut der Nebenkostenabrechnung soll die andere Partei 1.400 Euro nachzahlen obwohl sie an Heizkosten 1.000 kWh weniger verbraucht haben.

    Ich hoffe ihr könnt mir das erklären. Diese Nachzahlungen finde ich einfach unfassbar hoch.

  • Hallo,

    Nun habe ich gesehen, das die Gasrechnung im Zeitraum vom 1.10.17 Bis 30.9.18 Abgerechnet wurde mit 60.000 kWh.

    Laut Heizkostenverordnung müssen die Kosten für den Brennstoff angesetzt werden, der im Abrechnungszeitraum tatsächlich verbraucht wurde. Da nun die Gas Rechnung nicht identisch ist mit dem Abrechnungszeitraum, muss mittels einer Gas Zwischenablesung zum 31.12. der Verbrauch des Jahres ermittelt werden, um dann die Kosten umzurechnen. Ob das bei euch richtig gemacht wurde, kann ich aus deiner Beschreibung nicht erkennen.

    Aber müsste man den Betrag für Gas nicht durch die gesamten kWh teilen und dann mal unseren tatsächlichen jahresverbrauch rechnen?

    Nein. Denn die Kosten der Heizung bestehen nicht nur aus dem Gas, es gibt noch weitere Kosten. Diese Gesamtkosten werden dann zunächst in Grund- und Verbrauchskosten aufgeteilt, und dann entsprechend der Verbrauch laut Wohnungszähler aufgeteilt im Verhältnis.

    Aber in der Nebenkostenabrechnung werden nur 205 kubikmeter auf dem gleichen Preis berechnet.

    Das ist normal, denn es werden die tatsächlichen Verbräuche des Hauses ins Verhältnis gesetzt. Also Gesamtbetrag dividiert Wohnungszähler gesamt x euer Wohnungszähler.

    Ich hoffe ihr könnt mir das erklären.

    Ich hoffe, die Erläuterungen helfen dir weiter. Wenn nicht, müsste ich die Abrechnung sehen.

    Hinweis für andere Leser: Wenn in der 2. Wohnung der Vermieter selber wohnen würde, dann gäbe es natürlich eine Ausnahmeregelung hinsichtlich der Abrechnung. Aber das kann hier nicht zutreffend sein, da ein Vermieter keine Vorauszahlung leisten würde wie in der Frage erwähnt wurde. Daher habe ich das nicht erwähnt.

  • Vielen dank für die schnelle Antwort.

    Die Verteilung der gesamten Kosten inkl. Heiznebenkostengrundkosten nach qm (30%) und auf Verbrauchskosten nach Verbrauch (70%) ergibt schon Sinn und ist für mich auch verständlich.

    Laut dem Abzähler wurden für 60.000 kWh inkl. Nebenkosten wie Schornsteinfeger etc. 4.500 Euro berechnet (In der Gesamtauflistung für das Haus).

    In der Einzelauflistung für die einzelnen Parteien werden die 4.500 Euro auf Heizkosten und Warmwasser verteil, was immer noch verständlich für mich ist.

    Bei den Heizkosten werden 30 % auf die qm verrechnet und 70% nach Verbrauch.

    Und hier entsteht jetzt mein verständnisproblem:

    2.700 Euro werden durch 35.000 kWh (Abgelesener Verbrauch vom Haus) geteilt und dann mal meinen Abgelesenenverbrauch gerechnet.

    Aber müssten an dieser Stelle nicht durch 60.000 kWh geteilt werden weil die Rechnung sich auf 60.000 kWh beläuft?

    Wenn ich eigentlich für 60.000 kWh 4.500 Euro zahle stehen doch 35.000 kWh zu 4.500 Euro in keiner Relation.

    Oder bin ich wirklich zu blöd und die Kosten sind so gestiegen das ich für den gleichen Verbrauch 300 Euro mehr zahlen muss?

  • Aber müssten an dieser Stelle nicht durch 60.000 kWh geteilt werden weil die Rechnung sich auf 60.000 kWh beläuft?

    Nein, das wäre falsch. Lass mich versuchen, es folgendermaßen zu erklären.

    Dein Denkfehler ist vermutlich, dass du meinst, es werden die 60000 kWh auf die Bewohner verteilt. Aber das stimmt nicht. Es werden tatsächlich die Kosten verteilt. Wir gehen also nun von dem Kostenteil aus, der verbrauchsabhängig gerechnet wird, also die 2700€ Diese Summe soll auf beide Wohnungen verteilt werden. Soweit klar, oder?

    Du hast deinen Verbrauch nicht gesagt, daher nehme ich jetzt fiktiv an, du hast 20.000 kWh auf deinem Verbrauchszähler in der Wohnung, und dein Nachbar 15.000. Macht zusammen die 35.000 kWh. Jetzt kommt einfaches Prozentrechnen. Die 35000 sind die 100%, welche den 2700€ entsprechen, und im gleichen Verhältnis der Wohnungszähler werden die Kosten verteilt. Also 2700 : 35000 x deine 20000.

    Würdest du mit den 60000 kWh rechnen, hättest du eine ganz falsche 100% Basis für die Prozentrechnung.

    Du kannst selber die Probe machen. Wenn du den verbrauchsabhängigen Teil von dir und deinem Nachbarn zusammen addierst, musst du auf die 2700€ kommen. Würdest du jetzt mit den 60000 kwh rechnen, wird dir das nicht gelingen, weil die 100% Basis falsch ist, um das Verhältnis zu bilden.

  • Danke das du dir so viel Mühe gibst mir das zu erklären ?

    Kannst du mir vielleicht auch erklären was mit den übrigen 25.000 kWh passiert ist?

    Ich war die ganze Zeit der Meinung das ich die nicht einfach "unter den Tisch fallen lassen kann".

    Aber ist es realistisch das wir für 17.088 kWh Heizkosten und 26.02 kubikmeter Warmwasser knapp 145 Euro monatlich zahlen müssten? Laut der Rechnung für wäre das so.

    Einmal editiert, zuletzt von Min2019 (16. November 2019 um 14:39)

  • Kannst du mir vielleicht auch erklären was mit den übrigen 25.000 kWh passiert ist?

    Die Energie des Gases, das ins Haus geliefert wird, ist eine ganz andere Energieart wie die Heizenergie, die in die Wohnungen geht. Das ist wie der sprichwörtliche Vergleich zwischen Birnen und Äpfeln, es geht nicht zu vergleichen. Strom wird auch in kWh gemessen, aber du würdest nie auf die Idee kommen, das mit Gas zu vergleichen, weil da ist dir klar, dass es eine andere Energieart ist.

    Bei Gas ist es ein Brennwert, der gemessen wird. Was in die Wohnungen geht ist hingegen eine Wärmeenergie, also Temperatur. Und so arbeitet auch ein Wärmemengenzähler. Er vergleicht die Wärme, die in die Wohnung geflossen ist mit der niedrigeren Wärme, die von den Heizungen wieder zurück fließt. Aus der Differenz ergibt sich die beanspruchte Wärmemenge.

    Außerdem kommt noch dazu, dass es naturgemäß immer zu Verlusten kommt. Keine Heizanlage kann 100% der Energie des Brennstoffs umsetzen. Und in den Rohren kommt es auch mit Dämmung zu Verlusten. Das bezahlt man natürlich mit.

    145€ klingt etwas viel, da laut der Statistik des Deutschen Mieterbundes die Kosten für Heizung und Warmwasser durchschnittlich 1,07€ je m² im Monat sind. Aber diese Statistik hilft nicht, einen möglichen Fehler in der Abrechnung zu finden. Daher kann ich leider nicht mehr dazu sagen ohne die Abrechnung zu sehen.

  • Ok. Danke.

    Aber kann man das umrechnen?

    Es macht mich einfach stutzig das wir obwohl beide Parteien weniger verbraucht haben insgesamt 1.422 Euro nachgezahlt werden soll.

    Ich denke das wir die letzten Abrechnungen überprüfen lassen.

    Wenn ich meine alte Wohnung vergleiche (Was man ja so eigentlich nicht kann) hatten wir 100 Euro Nebenkosten gezahlt und maximal 100 Euro Nachzahlen müssen.

  • Eine Vergleich mit einer anderen Wohnung funktioniert nicht. Ich kann lediglich die Abrechnung überprüfen ob darin inhaltlich und rechnerisch alles okay ist. Eventuell muss man dann noch zum Vermieter und dort persönlich die Belege einsehen. Aber die allgemeine Überprüfung ist der erte Schritt. Oftmals zeigen sich in der Abrechnung bereits Fehler. Du kannst mich auch gern privat kontaktieren, wenn du die Abrechnung nicht öffentlich hochladen möchtest.

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