Moin,
seit dem 20. Dezember 2014 wohnt ein Untermieter mit mir in meiner Wohnung.
Der Untermietertrag ist unbefristet und das Zimmer unmöbliert, jedoch gehören mir alle wichtigen Geräte zur Führung des Haushalts, d. h.: Einbauküche inkl. Spüle und Herd und Waschmaschine und alle Lampen außer im Zimmer des Untermieters. Der Teppich in seinem Raum gehört auch mir.
Ich habe mich aus finanziellen Gründen dazu entschieden ihn bei mir aufzunehmen, da meine Freundin und mein Sohn aus Platzgründen in eine Wohnung 2 Häuser weiter gezogen sind.
Zunächst bin ich mit meinem Untermieter auch gut ausgekommen, wir haben vorher klare Absprachen getroffen, in denen es hauptsächlich um seinen Alkohol- und Marihuanakonsum ging.
Ich persönlich trinke weder Alkohol, noch konsumiere ich Marihuana, jedoch habe ich einige Bekannte die entweder das eine oder das andere oder beides tun.
Solange die Leute wissen wo ihre Grenzen sind und andere dadurch nicht beeinträchtigen habe ich persönlich auch kein Problem damit.
Wie sich herausgestellt hat, hat mein Untermieter jedoch sein Konsumverhalten nicht im Griff und hält sich auch nicht an zuvor getroffene Absprachen.
Diese waren zum Beispiel, dass er Marihuana nur in seinem Zimmer konsumiert und mich dadurch nicht beeinträchtigt, gleiches gilt für den Alkohol.
Jedoch hat er im Verlauf unseres nun 3-monatigen Mietverhältnisses sein zuvor einwandfreies Verhalten diesbezüglich geändert und ist mir gegenüber, als ich ihn darauf hinwies Rücksicht zu nehmen, auch ausfallend geworden und zeigte sich uneinsichtig.
So hat er die Tür zu seinem Zimmer als er Besuch hatte offen gelassen, wodurch sich ein starker Geruch nach Marihuana in der Wohnung verteilt hat.
Zeitgleich war jedoch mein 16-jähriger Bruder da.
Ich habe ihn dann aufgefordert zu lüften und diesen Geruch einzudämmen und ihn auch noch einmal darauf hingewiesen, dass ich verpflichtet bin meinen minderjährigen Bruder vor schädlichem Einfluss in meinem Beisein zu schützen.
Er erwiderte jedoch, er habe an diesem Tag schon gelüftet und kam meiner Bitte nicht nach.
Dieses Verhalten seinerseits steigerte sich zunehmend und irgendwann kam er sogar morgens betrunken mit seiner Wasserpfeife in mein Zimmer als mein Bruder da war.
Auch scheint es, dass er ein massives Alkoholproblem hat, welches sich durch mehr oder weniger starke Ausfallerscheinungen äußert.
So ist er beispielsweise unter Alkoholeinfluss ausfallend mir gegenüber, meiner Freundin gegenüber und auch meinem 1-jährigen Sohn gegenüber geworden (der versteht ihn zwar noch nicht, jedoch haben meine Freundin und ich ihn dazu aufgefordert das zu unterlassen, was er nicht tat).
Seitdem halte ich meinen Mitbewohner von meinem Sohn und meinem Bruder fern, da ich sie m. E. nicht einladen kann ohne sie einer Gefährdung auszusetzen. Dadurch fühle ich persönlich mich aber sehr unwohl in meiner eigenen Wohnung.
Außerdem ist er betrunken auf meinen Tisch gefallen und hat eine Tasse dabei zerstört, sodass die Scherben auf meinem Bett landeten. An einem anderen Tag hat er Bier auf meinem Bett verteilt und einmal ist er abends dreimal in Unterhosen in mein Zimmer gekommen um sein Marihuana zu suchen.
Er hat mir sogar im Beisein meines Bruders auf die Rippen geboxt, weil er nicht zufrieden war, dass ihm keine Aufmerksamkeit zuteil wurde.
Aufgrund dieser andauernden Störungen und weil er in seinem Zustand weder ansprechbar noch dialogbereit erschien habe ich mich dann entschieden ihm vor 3 Wochen fristlos zu kündigen.
Ich habe in dieser Kündigung das gesamte eben beschriebene Verhalten aufgeführt und ihn darauf hingewiesen, dass ein Fortbestehen des Mietverhältnisses unter diesen Umständen für mich nicht mehr zumutbar ist, da ich durch sein unberechenbares Verhalten eine Gefahr für mich und andere in ihm sehe und es nicht sein kann, dass ich seinetwegen keinen Besuch empfangen kann und durch sein Verhalten eine fortwährende Beeinträchtigung meiner Lebens- und Wohnqualität in Kauf nehmen muss.
Ich habe ihn nach dem Abschicken der Kündigung auch persönlich darauf angesprochen, um ihn darauf vorzubereiten, und er hat auch verständig reagiert und gesagt, er verstehe meine Beweggründe und werde sich nach einer neuen Wohnung umsehen.
Als dann der Abholschein zur Kündigung im Postkasten lag, hat er diesen allerdings nicht zur Post gebracht und so kam meine Kündigung vorgestern zu mir zurück.
Als ich ihn darauf ansprach, sagte er zu mir, er habe sie zwar nicht abgeholt aber akzeptiert.
Nun hat sich sein Verhalten jedoch in den letzten 3 Wochen kaum verändert und ist sogar schlimmer geworden.
So musste ich gestern Nacht meine Wohnung verlassen und bei meiner Freundin Obdach suchen, da während er Besuch hatte ein derart penetranter Alkoholgeruch aus seinem Zimmer kam, dass ich nicht schlafen konnte.
Auch bleibt er manchmal tagelang fort und in seinem Zimmer vergammeln Essensreste und es riecht stark nach abgestandenem Bier und nach Tabak. Dieser Geruch verbreitet sich auch in die von mir und in die gemeinsam genutzten Bereicher der Wohnung.
Ich bin selber Raucher aber in dieser Dimension wird selbst mir schlecht.
Ich bin mir nicht sicher, wie ich jetzt weiter vorgehen soll und wäre dankbar für Tipps.
Da er die Kündigung ja nun nie offiziell bekommen hat, habe ich auch nichts, auf das ich mich berufen könnte.
Ich habe bereits in Erwägung gezogen, die Kündigung durch einen Gerichtsvollzieher zustellen zu lassen, aber diese ist ja nun schon 3 Wochen alt.
Ich habe Angst, dass er einfach nicht auszieht und fühle mich mittlerweile wirklich unwohl in meinen eigenen vier Wänden.
Auch sehe ich keine Chance darin, dass er sein Verhalten langfristig ändern kann, geschweige denn, dass er überhaupt bereit wäre das zu tun.
Ich habe sogar schon überlegt, ob ich mir selber eine neue Wohnung suche, sodass er zum Ausziehen gezwungen ist, jedoch wohne ich gerne in meiner Wohnung und sehe nicht ein, diese nach 6 Jahren Miete wegen so etwas zu verlassen.
Ich möchte irgendwie dafür sorgen, dass er so schnell wie möglich ausszieht.
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen!