Warte seit einem 3/4 Jahr auf meine Kaution. Never-ending Story! Wer kann helfen?

  • Hallo Zusammen,

    bin vergangenen Juni aus meiner damaligen Wohngemeinschaft ausgezogen (es war eine Wohngemeinschaft in einem Einfamilienhaus gemeinsam mit der Eigentümerin und einer weiteren Mitbewohnerin).

    Kurz vor meinem Auszug hatte ich einige Gäste (die Eigentümerin war auch dabei). Dabei habe ich im Wohnzimmer einen Gartenstuhl auf den Parkett gestellt, wodurch deutlich sichtbare Kratzer im Parkett entstanden sind. Allerdings muss man dazu sagen, dass das Haus aus den 60er Jahren ist und der Parkett auch schon einige Jahre auf dem Rücken hat - genau kann ich es nicht sagen - aber er sieht grundsätzlich schon ziemlich gebraucht aus. Die Kratzer fallen etwas auf, da an dieser Stelle meist die Sonne auf den Boden fällt, womit die Kratzer eben etwas auffallen. Zunächst waren die kratzer für die Vermieterin auch kein Problem... dennoch habe ich den Schaden sofort meiner Haftpflichtversicherung mitgeteilt.

    Nachdem ich ausgezogen bin, kam dann aber leider eine Nachricht der ehemaligen Vermieterin und Mitbewohnerin, dass sie die Kaution (knapp 1.000 Euro) "zurückbehalten müsse", bis die Sache mit dem Parkett geklärt ist. Persönlich hatte ich aber das Gefühl, dass sie die Kommunikation mit meiner Haftpflichtversicherung nicht immer so sonderlich ernst genommen hat (einige Male habe ich bei der Versicherung erfahren, dass diese (wieder) auf eine Rückmeldung von der Vermieterin warten und ich habe die Dame daraufhin einige Male darum gebeten, den Kontakt mit der Versicherung zu suchen).

    Ende vergangenen Jahres gab es dann ein Erfolgserlebnis, da meine Versicherung meiner Vermieterin ca. 500 + Mwst. für die Reperatur zahlen wollte. Ich dachte damit, dass das Problem gelöst sei. Leider meinte Vermieterin, dass sie mit diesem Angebot nicht zufrieden sei... Das wundert mich natürlich... den Schaden am Parkett haben auch andere Leute aus meinem Bekanntenkreis gesehen (die zum Teil selbst Vermieter sind) und alle sind der Meinung, dass 500 Euro für diesen Schönheitsfehler in dem alten Parkettboden viel Geld seien!

    Nun sind wieder einige Wochen verstrichen und ich weiß nicht, was ich in dieser Sache noch machen soll?! Es nervt mich, dass ich der Vermieterin ständig hinterher telefonieren muss und es dann meistens nichts neues gibt bzw. sie die Schuld dann nur bei der Versicherung sucht etc.

    Was soll ich machen? Ich mache mir auch ehrlich gesagt Sorgen, da es aus dem Umfeld meiner ehemaligen Vermieterin Gerüchte gibt, dass es bei ihr wirtschaftlich nicht so toll läuft (sie ist selbstständig). Daher mache ich mir eben schon Sorgen, ob "finanzielle Probleme" das eigentliche Problem ist, dass ich meine Kaution nicht zurückbekomme...

    Was würdet ihr mir raten?

  • Wenn der Schaden von der Versicherung reguliert wurde, ist die Suppe gegessen. Es ist davon auszugehen, das der Zeitwert durch die Versicherung festgellt wurde und nur dieser kann der Vermieterin erstattet werden. Sie glaubt wohl an ein neues Parkett.
    Eine mögliche Selbstbeteiligung hätte die Versicherung von Ihnen eingefordert; die Vermieterin darf das nicht.

    Mahnung schicken und bei Reaktionslosigkeit Drohung mit einen gerichtlichen Mahnbescheid.

  • Wie wurde denn die Kaution hinterlegt?

    Ich kenne das nur so, dass eine Kaution bei einem Kreditinstitut auf einen Sparbuch hinterlegt wird oder seit neustem durch eine Mietkaution/Mietbürgschaft ersetzt wird. Letzteres ist offensichtlich nicht der Fall.

    Es klingt aber so, als sei die Kaution einfach auf das Vermieter Konto überwiesen worden? Sowas würde ich dann in Zukunft auch anders machen.

    Ich würde mal mit den Säbeln rasseln. Also ein höfliches aber doch direktes Schreiben mit Zahlungsziel und -nicht drohen- sondern ankündigen, dass bei Nicht-Zahlung ein Anwalt eingeschaltet wird.

    Ggfs. je nach persönlichen Verhältnis und gemeinsamen privaten Umfeld auch mal über das Einfordern eine nicht strittigen Betrages bis zur gesamten Klärung der Sache nachdenken. Ich würde sagen, da 500€ von der Versicherung angeboten wurde sollten auch 500€ vorerst zurück überwiesen werden.

    Da am Ende des Tages ein Rechtsstreit insgesamt zu Mehrkosten führt, würde ich der scheinbar nicht liquiden Dame mal eine Ratenzahlung anbieten. 5 x 200€ o.ä.

    Hoffe das hilft :)

  • Wie wurde denn die Kaution hinterlegt?

    Ich kenne das nur so, dass eine Kaution bei einem Kreditinstitut auf einen Sparbuch hinterlegt wird oder seit neustem durch eine Mietkaution/Mietbürgschaft ersetzt wird. Letzteres ist offensichtlich nicht der Fall.

    Es klingt aber so, als sei die Kaution einfach auf das Vermieter Konto überwiesen worden? Sowas würde ich dann in Zukunft auch anders machen.


    Als Vermieter muss man nicht jede Kautionsart akzeptieren. Wir akzeptieren z. B. diese grässlichen Mietkautionsbürgschaften (Moneyfix etc.) NICHT, und auch keine Sparbücher. Da kommt man als Vermieter nicht ohne Weiteres an das Geld, wenn es berechtigt ist.

    Wir richten für unsere Mieter selber Kautionskonten ein. D.h., die Mieter zahlen die Kaution auf das Mietenkonto, und sobald der Zahlungseingang stattgefunden hat, überstellen wir die Kaution auf das extra für den Mieter eingerichtete Kautionskonto.
    So machen es wohl viele große Hausverwaltungen.

  • Zitat

    Ich kenne das nur so, dass eine Kaution bei einem Kreditinstitut auf einen Sparbuch hinterlegt wird oder seit neustem durch eine Mietkaution/Mietbürgschaft ersetzt wird.

    Da kennst Du nicht alles.


    Zitat

    Es klingt aber so, als sei die Kaution einfach auf das Vermieter Konto überwiesen worden? Sowas würde ich dann in Zukunft auch anders machen.

    Das kannst Du dir aber nicht aussuchen.
    Die Mietsicherheit ist als Geldsumme zu leisten, die der Vermieter getrennt vom Privatvermögen anlegen muss.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Was soll ich machen? Ich mache mir auch ehrlich gesagt Sorgen, da es aus dem Umfeld meiner ehemaligen Vermieterin Gerüchte gibt, dass es bei ihr wirtschaftlich nicht so toll läuft (sie ist selbstständig). Daher mache ich mir eben schon Sorgen, ob "finanzielle Probleme" das eigentliche Problem ist, dass ich meine Kaution nicht zurückbekomme...

    Was würdet ihr mir raten?

    Hallo,

    nochmal schriftlich anmahnen und dann eine Klage auf Rückzahlung der Kaution beim zuständigen Amtsgericht anstreben oder von einem Anwalt einleiten lassen.

    Gruß

    BHShuber

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!