2012 Hzg+Ww (Öl) über 3.200€ für 69qm -> kann das sein?

  • Hallo liebe Gemeinde,

    wie es halt so ist, kommt am Ende des Jahres die Nebenkostenabrechnung ins Haus geflattert.
    Ich wohne in einer WG in einem Mietshaus mit 7 Parteien. Bj ca. 1960, seit Sommer 2012 sogar gedämmt. Bis jetzt habe ich mir nicht viel Gedanken um die Heizkosten gemacht. Seit diesem Jahr bin ich hier aber Hauptmieter und muss mich damit beschäftigen. Mir ist aufgefallen, dass die Wärme ziemlich teuer ist, fast unglaublich teuer. Mich würde mal eure Einschätzung bezüglich der Kosten interessieren, dafür habe ich ein paar Auszüge kopiert:

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    Mir ist noch eine Sache aufgefallen, die ich mir nicht erklären kann:
    2011 betrugen die Gesamteinheiten für Heizung des Hauses 29433 bei einem Heizölverbrauch von 21144l.
    2012 betrugen die Gesamteinheiten für Heizung des Hauses 19220 bei einem Heizölverbrauch von 18479l.
    Warmwasser war ziemlich gleich. Wie kann es sein, dass die Einheiten an den Heizkörpern ca. 35% weniger Verbrauch anzeigen, aber der Heizölverbrauch nur um ca. 12% gesunken ist? Gibt es dafür eine Erklärung, oder übersehe ich hier etwas? Das ist wichtig, weil sich so der Faktor zur Multiplikation mit dem Verbrauch ergibt - und dieser ist mit 0,48c/Einh. gleich 15c (über 45%!!!) teurer.

    Nach allem was ich jetzt so durchgerechnet habe, würde ich fast vermuten, dass die Gesamteinheiten statt 19220 eigentlich 29220 sein sollten - vielleicht gibts da einen Tippfehler beim Ableseunternehmen???

    Zu guter Letzt:
    Wo kann ich mich denn über solche Fragen erkundigen oder beraten lassen? Gibt es da irgendwelche Anlaufstellen? Und wie gehe ich vor, wenn ich klären möchte, ob mein Vermieter das alles korrekt abrechnet?

    Ich hoffe, hier kann mir jemand ein wenig weiterhelfen.
    Danke
    AO

    Edit: Hab nochmal Übersicht von 2011 angehängt. Man beachte die kumulierten Einheiten!

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  • Nach allem was ich jetzt so durchgerechnet habe, würde ich fast vermuten, dass die Gesamteinheiten statt 19220 eigentlich 29220 sein sollten - vielleicht gibts da einen Tippfehler beim Ableseunternehmen???


    Wäre vielleicht eine Möglichkeit. Hast du die Chance, an alle Einzelabrechnungen zu kommen, so dass Du die Summe bei "Ihren Einheiten" bilden kannst? Die muss dann ja 19220 ergeben oder eben - falls Deine Vermutung zutrifft - 29220.

    Ansonsten würde ich versuchen, die Ablesungen einzusehen. Dort dürfte ein etwaiger Summierungsfehler als erstes auffallen und nachweisbar sein.

  • Hallo rockscientist01,

    ich kann nur die beiden oberen

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    sehen,
    jedoch die beiden unteren
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    nicht.
    Ich würde mir die Originalrechnungsunterlagen zeigen lassen, Daten notieren, und dann mit allen einen Mieterverein aufsuchen.
    An der HK- incl. Warmwasserverbrauchs (incl. Abwasser?)-Abrechnung kann ich so nichts Widersprüchliches erkennen.

  • jedoch die beiden unteren [...] nicht.


    dito.

    An der HK- incl. Warmwasserverbrauchs (incl. Abwasser?)-Abrechnung kann ich so nichts Widersprüchliches erkennen.


    Da Du es direkt ansprichst (und auch wenn's nicht direkt mit der Fragestellung ganz oben zu tun hat):
    Wo ist denn der Grundkostenanteil bei der Warmwasseraufbereitung hin? Eine Aufteilung zu 100% nach Verbrauch sieht für mich hier irgendwie ungewöhnlich aus. Kann jemand erkennen, warum von §8 Heizkostenverordnung (= max. 70% nach Verbrauch) abgewichen wurde?

  • ++++++ Nachtrag +++++++++++++++++++++++++

    hier nochmal die Anhänge von 2011:

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    ++++++ Nachtrag +++++++++++++++++++++++++

    Die Zählerstände aller Parteien zu erfragen habe ich mir auch schon überlegt. Es sind gerade noch ein paar LEute in Urlaub, aber prinzipiell ist das eine gute Idee. Ich werde das am Sonntag mal angehen.

    Danke für eure Hilfe
    AO

  • Da Du es direkt ansprichst (und auch wenn's nicht direkt mit der Fragestellung ganz oben zu tun hat):
    Wo ist denn der Grundkostenanteil bei der Warmwasseraufbereitung hin? Eine Aufteilung zu 100% nach Verbrauch sieht für mich hier irgendwie ungewöhnlich aus. Kann jemand erkennen, warum von §8 Heizkostenverordnung (= max. 70% nach Verbrauch) abgewichen wurde?


    Da Du es direkt ansprichst...:)
    (Auch) ich berechne meinen Mietern die Kosten der WW-Bereitung gem. §9 nach Verbrauch, da es sich bei uns um eine verbundene Anlage handelt. Bei §8 ist m.E. von einer Einzelanlage die Rede.
    Bei der Raumheizung berechne ich zu 30/70 gem. §7.

  • hier nochmal die Anhänge von 2011:

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    An der Heizung würde ich nichts bemängeln, die Abweichungen halte ich für witterungsbedingt.
    Beim Warmwasser fällt mir jedoch auf, dass in 2011 38,66m³, in 2012 50,25m³ berechnet wurden.

  • Da Du es direkt ansprichst...:)
    (Auch) ich berechne meinen Mietern die Kosten der WW-Bereitung gem. §9 nach Verbrauch, da es sich bei uns um eine verbundene Anlage handelt. Bei §8 ist m.E. von einer Einzelanlage die Rede.
    Bei der Raumheizung berechne ich zu 30/70 gem. §7.


    Sehe ich anders.

    §9 Abs. 1 sagt aus, dass bei einer Verbundenen Anlage (macht Wärme und Warmwasser) überhaupt erstmal deren Betriebskosten aufzuteilen sind nach Wärmekosten und Warmwasserkosten.
    §9 Abs. 2 und 3 sagen aus, wie die Aufteilung zu geschehen hat.
    §9 Abs. 4 sagt aus, dass dann die so ermittelten Wärmekosten weiter nach §7, und die so ermittelten Warmwasserkosten weiter nach §8 aufgeteilt werden ("soweit diese Verordnung nichts anderes bestimmt oder zulässt").

    D.h., dass Du die Wärmekosten gem. §7 im Verhältnis 30/70 aufteilst, sagt Dir der gleiche §9 Abs. 4, der Dir auch die Aufteilung des Warmwassers nach §8 aufzwingt ("soweit diese Verordnung nichts anderes bestimmt oder zulässt").

    Ich behaupte nicht, dass es nicht irgendwie statthaft sein könnte, die WW-Kosten zu 100% nach Verbrauch abzurechnen (wäre aber gerade bei verbundenen Anlagen in meinen Augen unlogisch), aber dazu bedarf es eben besondere Umstände oder Regelungen.

  • Was ich unglaublich finde sind 3600 € Vorauszahlung für eine 69 m² große Wohnung und dann noch eine Nachzahlung von über 1000 €.

    Sind die Hausnebenkosten noch irgendwo genauer aufgeschlüsselt?

    Außerdem ist die Verteilung der Grund- und Verbrauchskosten, 40:60 falsch. Es geht nur 30:70 oder 50:50.

    Warum es bei der Warmwasseraufbereitung gar keine Grundkosten gibt ist mir außerdem Schleierhaft.

  • Die Zählerstände aller Parteien zu erfragen habe ich mir auch schon überlegt. Es sind gerade noch ein paar LEute in Urlaub, aber prinzipiell ist das eine gute Idee. Ich werde das am Sonntag mal angehen.


    :)
    Kannst Du Dir aber jetzt fast sparen. Den Tippfehler vermute ich nicht mehr. Da wird die auch als Gesamteinheiten angegebene Menge von 19220 herauskommen.

    Mir fällt nämlich auf, dass nicht nur die die Gesamteinheiten um 34,7% (von 29433 auf 19220) gefallen sind, sondern auch deine Eigenen Einheiten um 39,3% (von 5967 auf 3624).

    Wenn Du also Dein Heizverhalten von 2011 auf 2012 nicht drastisch verändert hattest (womit Du meine Theorie zerstören würdest; also pass auf, was Du antwortest ;)), dann hat der Vermieter den Maßstab der Einheitenzählung verändert. Die Frage ist dann: Warum?

    Da gibt es nicht viele Möglichkeiten, denke ich:

    a.) Die Zähler der von Dir sogenannten "Einheiten an den Heizkörpern" (also die Heizkostenverteiler) wurden umprogrammiert oder ausgewechselt und zeigen damit nun in einem anderen Maßstab an.

    b.) (Zumindest manche elektronische) Heizkostenverteiler zeigen die "Einheiten" nicht direkt an, sondern die von Ihnen angezeigten Werte müssen mit einem individuellen Umrechnungsfaktor multipliziert werden. Dieser jeweilige Umrechnungsfaktor hängt von dem Heizkörper ab, an dem der jeweilige Heizkostenverteiler installiert ist. (Der Heizkostenverteiler weiß nämlich nicht, wie groß und von welcher Bauart der Heizkörper ist, an dem er sich befindet.)
    Diese Umrechnungsfaktoren könnten in 2011 und 2012 unterschiedlich gewesen sein.

    Beispiel dazu: Wenn die Umrechnungsfaktoren - warum auch immer - in 2012 nur noch 2/3 des Wertes von 2011 hatten, dann könnten die geringeren Einheitenmengen aus 2012 damit erklärt werden. Wenn also in 2011 der "volle" Umrechnungsfaktor benutzt wurde und in 2012 nur 2/3 davon, sind eben alle Einheitenmengen um 33,3% kleiner und die Einheit um 33,3% teurer. Am Ergebnis (Dein Heizkostenanteil in €) ändert sich dadurch aber nichts.

    Schau mal in die Nebenkostenabrechnung. Sind da die Ablesewerte von den Heizkostenverteilern dabei und stehen dort noch andere aufschlussreiche Sachen? Sonst frage den Vermieter.

    Einmal editiert, zuletzt von AjaxMH (4. Januar 2014 um 13:55)

  • Außerdem ist die Verteilung der Grund- und Verbrauchskosten, 40:60 falsch. Es geht nur 30:70 oder 50:50.


    Nein. Die Heizkostenverordnung spricht von mindestens 50% und höchstens 70% nach Verbrauch. Da liegt 60% genau mittig drin.

    Warum es bei der Warmwasseraufbereitung gar keine Grundkosten gibt ist mir außerdem Schleierhaft.


    Das hatte mich auch gewundert. Die Diskussion wird aber schon hier im Thread geführt.

    ----
    Und wenn wir schon dabei sind:
    Wieso wird in der Abrechnung 2011 eine Tankreinigung aus 2010 angesetzt? (Wobei zudem jährliche Tankreinigungen umstritten sind, weil nicht nötig, und damit nicht unbedingt als Nebenkosten umlegbar.)

  • AjaxMH:

    "Die Heizkostenverordnung spricht von mindestens 50% und höchstens 70% nach Verbrauch. Da liegt 60% genau mittig drin."
    - Da das Gebäude wohl kein Niedrigstenergiegebäude ist (§ 7 (1) Satz 2), sind 30/70 vorgeschrieben.

    "Wieso wird in der Abrechnung 2011 eine Tankreinigung aus 2010 angesetzt? (Wobei zudem jährliche Tankreinigungen umstritten sind, weil nicht nötig, und damit nicht unbedingt als Nebenkosten umlegbar.)"
    - Nee, das sind wohl 1/5 der alle 5 Jahre anfallenden Kosten der Tankreinigung.

  • Hallöchen,

    @AjaxMH:

    Hmm sorry, aber unser Heizverhalten hat sich tatsächlich drastisch geändert :(
    2 Heizkörper standen 2011 für Wochen auf volle Pulle, während die Bewohner der Zimmer abwesend waren. Das war 2012 anders, da hat jeder ein wenig auf den Heizverbrauch geachtet. Von daher stimmen die Einheiten tatsächlich so.
    Wegen Faktor: Gäbe es da einen Faktor, wäre der in der Abrechnung doch auch aufgeführt. Den finde ich aber nirgends. Ich nehme daher mal an, dass der Faktor in den Geräten selbst drin ist. Schließlich haben wir hier Heizkörper von 1,50m bis 50cm Länge, die können ja nicht alle gleich zählen. Vielen Dank für Deine Mühe!

    @alle:
    Vielen Dank für eure rege Anteilnahme.
    Mir ist es eigentlich recht egal, ob da beim Warmwasser mit 30/70 oder 100/0 oder sonst was abgerechnet wird. Die Ww-Kosten finde ich voll akzeptabel. Auch die Hausnebenkosten halten sich - finde ich - im Rahmen. Was ich halt wirklich ziemlich krass finde, dass sind die 2717€ Heizkosten für eine 70qm Wohnung.

    Hat hier noch jemand Heizkosten von über 38,80€/qm??? <- Ist der Wert nicht abartig hoch? Ich kann das nicht einschätzen... Wie muss ich das einordnen? Krass viel zu hoch? Viel zu hoch? Zu hoch? Ein wenig hoch?
    Gibts da irgendwo einen Vergleich?

    Ich komme leider zu dem Schluss, dass die Abrechnung wohl korrekt ist, und hier einfach enorm viel Heizung verbraucht wurde und wird. Ich werds wohl einfach bezahlen, und gut ist. Jedenfalls sehe ich keinen Ansatz, dass ich von den hohen Kosten irgendwie runter komme.

    Danke euch allen, und ein gutes Jahr 2014 :)
    Gruß
    AO

  • Hat hier noch jemand Heizkosten von über 38,80€/qm??? <- Ist der Wert nicht abartig hoch? Ich kann das nicht einschätzen... Wie muss ich das einordnen? Krass viel zu hoch? Viel zu hoch? Zu hoch? Ein wenig hoch?
    Gibts da irgendwo einen Vergleich?
    Danke euch allen, und ein gutes Jahr 2014 :)


    In meiner Mietwohnung betrugen die Heizkosten incl. WW-Bereitung ca. 12€/m²/Jahr.
    In meinem vermieteten MFH betrugen die Heizkosten incl. WW-Bereitung 14,55€/m²/Jahr.
    Auch Dir ein Gutes Neues!:)

    Einmal editiert, zuletzt von Berny (4. Januar 2014 um 21:26)

  • Hi,

    okay danke für die Angaben.
    Ich war gerade bei meinen Nachbarn und hab da mal über die Abrechnung geguckt. Die Familie mit 2 Kindern ist sehr sparsam, und hat insgesamt nur 672 Einheiten für Heizung. Wir scheinen hier also viel zu stark geheizt zu haben. Naja, dann heißt es wohl sparen.

    ...Fall abgeschlossen.
    Vielen Dank!
    AO

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