Mietvertrag soll nach 6 Monaten geändert werden (Heizkostenabrechnung)

  • Hallo liebe User,

    ich hoffe ihr könnt mir helfen und diese Frage beantworten.

    Unser Vermieter möchte den Mietvertrag bezüglich der Nebenkosten (Heizkosten) zu unserem Nachteil verändern und das obwohl wir den Mietvertrag erst vor 6 Monaten unbefristet unterschrieben haben.

    Aktuell werden die Heizkosten wie folgt berechnet:
    Gesamtverbrauch der 3 Mietparteien geteilt durch die Quadratmeter der Wohnung.

    Jetzt sollen zum Januar 2014 Heizmessgeräte installiert werden damit der genaue Verbrauch pro Wohnung gemessen und berechnet werden kann.

    Das ist ein großer Nachteil für uns und bedeutet sicherlich jährliche Nachzahlungen von 1000 Euro und mehr weil wir direkt unter dem, vor 40 Jahren zuletzt isolierten, Dach wohnen (Altbau Villa). Die anderen Wohnungen sind alle korrekt isoliert weswegen der Verbrauch dort sinken und bei uns massiv steigen wird.

    Müssen wir der Vertragsänderung zustimmen und uns auf die massiven Mehrkosten einlassen oder haben wir Möglichkeiten das zu verweigern?

    Danke im Voraus für eure Antworten & einen schönen Tag.

    Viele Grüße, Alex

  • Ihr Vermieter hat gar keine andere Wahl. Er muß gesetzlich zwingend nach der Heizkostenverordnung abrechnen.

    Die Details hierzu finden Sie im Internet unter Heizkostenverordnung. Eine Berechnung nach Fläche allein ist nicht mehr zulässig.

    § 2 - Vorrang vor rechtsgeschäftlichen Bestimmungen
    Außer bei Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen eine der Vermieter selbst bewohnt, gehen
    die Vorschriften dieser Verordnung rechtsgeschäftlichen Bestimmungen vor.

    Würde bedeuten, das auch ohne Änderung des bisherigen Vertrages diese Regelung angewandt werden kann.

    Einmal editiert, zuletzt von Kolinum (5. Dezember 2013 um 09:06)

  • Hallo Kolinum,

    danke für deine schnelle Antwort.
    Schade das die Rechtslage so ist weil wir dann vom dem Eigentümer/Vermieter bewusst getäuscht worden sind.

    Wir wurden erst vor kurzem von ihm über die kommende Änderung in Kenntnis gesetzt & da das eine gesetzlich erforderliche Änderung ist muss ihm das ja schon vor Vertragsunterzeichnung bewusst gewesen sein...
    Insofern fühlen wir uns absichtlich getäuscht und haben gehofft das die Mehrkosten von ihm getragen werden müssen.

    Hab ich das also richtig verstanden das eine rechtliche Auseinandersetzung, trotz der bewussten Täuschung seinerseits, für uns zwecklos ist?

    Danke erneut & einen schönen Tag weiterhin.

    Viele Grüße, Alex

  • Zitat

    trotz der bewussten Täuschung seinerseits, für uns zwecklos ist?

    Richtig erkannt, denn das Gesetz nimmt keine Rücksicht auf Täuschungen. Ich gehe mal davon aus, dass du in deinem bisherigen Leben als Mieter schon Bekanntschaft mit einer ordnungsgemäßen Heizkostenabrechnung gemacht hast, richtig? Und da ist dir nicht aufgefallen, dass in deiner Wohnung keine Messvorrichtungen für den Wärmeverbrauch vorhanden sind?


  • Das ist ein großer Nachteil für uns und bedeutet sicherlich jährliche Nachzahlungen von 1000 Euro und mehr


    jetzt mal mal nicht den Teufel an die Wand, so schlimm wird es ganz sicher nicht.........:)

    sorry aber als es für dich von Vorteil war (gehe davon aus das war dir bewusst), hattest Du nichts dagegen einzuwenden, weil wie bereits geschrieben, es hätte schon längst so gemacht werden sollen. Vielleicht war der Vermieter auch lediglich unwissend.

  • Hallo Mainschwimmer,

    natürlich ist es uns aufgefallen aber das war ja auch klar weil im Mietvertrag steht das der Gesamtverbrauch des Hauses durch die Quadratmeter der Wohnungen geteilt werden und sich daraus die Heizkosten zusammensetzten. Insofern ist's ja logisch das keine Zähler installiert waren...

    Natürlich habe ich schon ordentliche Heizabrechnungen gesehen und in der vorigen Wohnung wurde auch nach Verbrauch abgerechnet aber woher soll man bitte wissen das im Mietvertrag gesetzeswidrige Sachen stehen die zu unserem Nachteil ausgelegt werden.

    Naja schade, dann werden wir leider umziehen müssen weil 1000-2000 Euro Mehrkosten jährlich nicht tragbar sind.

    Danke für eure Antworten.

    VG Jörn

  • Hallo Rudolpho,

    leider werden die zu erwartenden Mehrkosten voraussichtlich so hoch. Das Dachgeschoss des Hauses (Altbau Villa) wurde im Gegensatz zu den anderen Wohnungen zuletzt vor 40 Jahren isoliert (Die anderen Wohnungen nach aktuellen Standards vor 3 Jahren).

    Als Beispiel: Um eine normale Raumtemperatur zu haben muss ein Großteil der Heizungen dauerhaft auf Stufe 3-4 laufen.
    Gestern wurden die Zähler eingebaut und die Heizung hat den ganzen Tag nicht funktioniert. Als ich nach Hause kam war es in der Wohnung 3° kalt. Für mich zumindest deutet das bei genauer Abrechnung auf massive Mehrkosten hin.

    Natürlich hatten wir einen Vorteil aber nur Aufgrund dessen haben wir den Mietvertrag unterschrieben (war dem Vermieter bewusst). Ansonsten hätten wir uns für eine andere Wohnung entschieden...

    Danke auch für deine Antwort & viele Grüße, Jörn

    Einmal editiert, zuletzt von Alex86 (5. Dezember 2013 um 11:04)


  • .........weil wir dann vom dem Eigentümer/Vermieter bewusst getäuscht worden sind.

    Ganz schön mutig!

    Zitat

    Wir wurden erst vor kurzem von ihm über die kommende Änderung in Kenntnis gesetzt & da das eine gesetzlich erforderliche Änderung ist muss ihm das ja schon vor Vertragsunterzeichnung bewusst gewesen sein...

    Leider waren auch Sie gleichberechtigter Vertragsunterzeichner und hätten sich im Vorfeld sachkundig machen müssen.

    Ihre Ansicht ist mir da etwas zu billig. Möglicherweise war er mit der gleichen Blindheit geschlagen wie Sie.

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