Utopische Schadensforderungen nach Auszug

  • Hallo,
    ich stehe gerade vor einem Problem und bin mir nicht im Klaren, wie meine rechtliche Lage ist.

    Folgender Fall:

    Nach Auszug aus einer Mietwohnung, ( 14 Monaten Mietverhältnis) sind Gebrauchspuren hinterlassen wurden.
    Ich habe damit gerechnet, dass der Schaden mit der Kaution abgerechnet wird, und der restliche Betrag überwiesen wird.

    Nun kam die Abrechnung und eine extrem hohe Zahlungsaufforderung.
    Die Kaution wird voll einbehalten und es sollen knapp 4000 euro für notwendige Reperaturen hinzukommen.

    Der Vermieter begründet seine Forderung mit verschiedenen Angeboten ( keine Aufträge/ Rechnungen).
    Wo sind hier die Grenzen?
    Wenn eine Acrylwanne ein paar Kratzer aufweist- berechtigt das den Vermieter, eine komplett neue Wanne zu verlangen ( Streitwert hier 2300 €)

    Knackpunkt Parkett:

    Dass der Parkettboden ( minderwertiges Mehrschichtparkett...) ein paar Schrammen aufweist, dazu stehe ich.
    Ein Angebot über Ausbesserungsarbeiten liegt vor: 2700 € wird von mir verlangt.
    2- 3 heftige Macken sind dabei- kleine Lücken (wenn ein Teelöffel runtergefallen ist) wrden auch penibelst aufgelistet und werden zur Ausbesserung eingefordert.


    Thema Endreinigung:

    Kann aus der vereinbarten Grundreinigung eine Feinreinigung gemacht werden? Mit 15 Euro Stundensatz?
    Reinigungsmittel über 100 Euro wurden ebenso in Rechnung gestellt.
    Gesamtkosten über 300 € bei 75 qm Wohnfläche.....

    Ich habe definitv die eine oder andere Schramme in der Wohnung hinterlassen ( ein qualitativ hochwertiger Boden hätte sie erst gar nicht entstehen lassen) aber ein Schaden, der eine derartige Abrechnung rechtfertigt, liegt definitv nicht vor.

    Was kann ich machen?
    Grüsse

  • Zitat

    2- 3 heftige Macken sind dabei- kleine Lücken (wenn ein Teelöffel runtergefallen ist)

    Haben wir jetzt Märchenstunde?

    Zitat

    Was kann ich machen?

    Einen Anwalt für Mietrecht beauftragen.

  • Vielleicht etwas irrefürrend ausgedrückt:

    Ich wollte sagen: 3 große Macken sind drin- zu denen stehe ich auch und sehe kein Problem, für diese zu zahlen..
    Und es sind viele kleine Lücken, welche enstanden sind durch kleine Gegenstände. Das waren auch Teelöffel, die derartige Lücken verursacht haben. Damit wollte ich betonen, dass der Boden nicht gerade sehr robust ist und dass der Vermieter extrem pingelig ist.

    Wenn ein heruntergefallenes Besteck ( ich rede hier nicht von Messern und Gabeln)schon ausreicht, um vom Vermieter in ärgste Bedrängnis gebracht zu werden....


    Das Resultat bleibt das gleiche:---> Anwalt für Mietrecht nehmen.

    Ende der Märchenstunde

  • Frag mal bei deiner Haftpflicht nach ob die für Dich was tun können. Ansonsten ist eine gute Rechtsschutzversicherung in dem Fall Gold wert.
    Handwerker sind teuer und 4000 Euro für die Behebung von Schäden sind schnell erreicht.
    Da spielen dann noch Zeitwert und "normale Abnutzung" eine Rolle. Alles was über die Kaution hinausgeht muss der VM einklagen, davor scheuen die meisten VM, ich würde versuchen mit dem VM einen Vergleich auf die Kautionssumme zu erreichen. Ansonsten hilft da nur ein guter Fachanwalt und vergessen Sie Mieterhilfe oder ähnliche seltsame Vereine .. :)

  • Ist der Thread damit für Dich erledigt bzw. geschlossen?

    noch nicht ganz.... werde auf jeden Fall zum Anwalt damit gehen.

    Aber ich informiere mich prinzipiell gerne über die rechtlichen Grundlagen und Chancen, die ich in diesem Fall habe.

  • Frag mal bei deiner Haftpflicht nach ob die für Dich was tun können.

    Handwerker sind teuer und 4000 Euro für die Behebung von Schäden sind schnell erreicht.
    Da spielen dann noch Zeitwert und "normale Abnutzung" eine Rolle. Alles was über die Kaution hinausgeht muss der VM einklagen, davor scheuen die meisten VM, ich würde versuchen mit dem VM einen Vergleich auf die Kautionssumme zu erreichen. Ansonsten hilft da nur ein guter Fachanwalt und vergessen Sie Mieterhilfe oder ähnliche seltsame Vereine .. :)

    Dass gute Handwerker teuer sind- das steht ausser Frage-.
    In meinem Fall geht die Tendenz eher in die Richtung: " Alles was nur annäherungsweise einen Kratzer o.Ä. aufweist, wird komplett auf Kosten des Vermieters ausgetauscht. Dass eine Wohnung, die belebt wird (in meiner Küche wird nicht nur Tiefkühlkost aufgetaut) auch Spuren dadurch abbekommt, ist nicht zu vermeiden. Und extra Filzpantoffeln ziehe ich nicht an, um das BilligParkett zu schonen..

    Hier erwarte ich auch von meinem Vermieter, dass Abnutzungen zu akzeptieren sind, gegebenfalls Schadensersatz gezahlt wird.
    Aber gleich Parkett, Badewanne austauschen zu lassen wegen kleinen Macken ist defintiv übers Ziel hinausgeschossen und dreist.


    Und das Thema Endreinigung ist auch so ein Punkt: 15 €/h ist das obere Limit- da muss die Reinigngskraft aber auch gut und effektiv arbeiten.
    Das war bei mir nicht der Fall, im Gegenteil, hätte ich mich an eine Agentur á la Happy Maids( hier wird das komplette Putzwerkzeug, und Reinigungsmittel mitgebracht) gewendet, wäre der ganze Kram in weniger als 4 Stunden erledigt gewesen, bei mir waren es 11 h, und mir wurden noch Spezialreiniger für Bad,Küche, Boden in allen Varationen im Wert von 120 € in Rechnung gestellt.

    Das passt hinten und vorne überhaupt nicht- zumal eine Wohnung Besenrein übergeben kann. Hier handelt es sich- so wie der Vermieter es auch vormuliert hat, um eine Feinreinigung.

    Mieterhilfe und Co- daran habe ich auch schon gedacht nach ein bisserl rumgoogeln- das schien mir aber irgendwie suspekt- danke für den Ratschlag, diese Vereine zu vergessen.

    Ein Vergleich auf Kautionssumme ist das, was ich ursprünglich vermeiden wollte. Das Fass hat aber mit den Forderungen des Vermieters schon längst den Boden verloren.

  • Ein Vergleich auf Kautionssumme ist das, was ich ursprünglich vermeiden wollte. Das Fass hat aber mit den Forderungen des Vermieters schon längst den Boden verloren.


    Einen Vergleich, an dem eigentlich ausschliesslich die Anwälte verdienen, würde ich nicht akzeptieren.
    Und wie sang Neil Diamond seinerzeit?: The higher the top, the longer the drop. Das an die Adresse Deines Gier-frisst-Hirn-Vermieters.

  • Welcher VM sollte sich davon beeindrucken lassen, Mieter muss bezahlen und gut ists.
    Ob die Schäden nun von Papier, Teelöffeln oder Hämmer kommen, - wen juckts ?

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