Liebe Community,
Ich bräuchte einmal eure Einschätzung zu folgendem Sachverhalt:
Habe unsere Nebenkostenabrechnung erhalten und sie ist meiner Einschätzung nach falsch. Ich kann nur nicht einordnen, ob es sich um einen formellen oder materiellen Fehler handelt. Wo würdet ihr das ganze einordnen:
1)
Der Vermieter hat teures Heizöl eingekauft - siehe Bild 1.Am Ende waren noch 10.500 Liter im Tank am 31.12.2024 - dieser Heizölendbestand wurde nicht nach FIFo Prinzip bewertet - stattdessen wurde der Literpreis für unter 1€ in Ansatz gebracht. Eigentlich müsste der Endbestand doch mit dem Preis der letzten Tankungen bewertet werden. Die Berechnung von 0,72€/Liter erscheint mir viel zu gering.
Daraufhin habe ich Widerspruch eingelegt, auf den Fehler hingewiesen und Belegeinsicht gefordert - darauf hingewiesen, dass ich von meinem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch mache und nicht zahle, bis ich die Belege nicht eingesehen habe (inklusive 3 Vorschlägen für Termine zur Einsicht meinerseits), da ich nur anhand der Belege die Kostenpositionen überprüfen kann (das war Ende November, eine Woche nach Zugang der Abrechnung). Ich habe noch weitere Zweifel an der Richtigkeit der Höhe anderer Positionen (dazu komme ich gleich). Bzgl der Heizkosten wurde erläutert: „Aufgrund der Umstellung der Heizungsanlage auf Fernwärme musste zeitweise eine mobile Heizungsanlage betrieben werden. Die Heizölpreise für die mobile Heizungsanlage liegen deutlich höher, da eine Mehrzahl an Lieferungen aufgrund der niedrigeren Kapazität des Tanks notwendig waren. Die detaillierte Zusammensetzung Ihrer Heizkosten entnehmen Sie bitte Ihrer beigefügten Einzelabrechnung.“
Diese Passage ist absolut unstimmig. Zum einen erfolgte die Umstellung auf Fernwärme erst 2025 und die mobile Heizung wurde aufgestellt, weil der Heizöltank defekt war ! Weiter stimmt es auch nicht, dass mehrerer Tankungen nötig waren - in der Abrechnung sind lediglich 2 Tankungen aufgeführt (siehe Bild 1).
Die erste Tankungen am 18.06.2024 (12738 Liter für 31.813,52€) erscheint mir auch sehr hoch berechnet. Ich weiß nicht, wie die Heizölpreise 2024 aussagen, aber über 2,40€/Liter ist meiner Meinung nach viel.
Der Vermieter hat bis heute nicht wirklich reagiert - außer einer Standard E-Mail: „Ihre Fragen zur Nebenkostenabrechnung haben wir erhalten. Bitte beachten Sie, dass die Beantwortung einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Der zuständige Mitarbeiter wird sich unaufgefordert mit Ihnen in Verbindung setzten. Sehen Sie bitte von etwaigen Erinnerungen ab. Sollten Sie Unterlagen (z. B. Rechnungen) von uns angefordert haben, gehen wir davon aus, dass Sie uns konkret angegeben haben, welche Belege Sie benötigen. Es kommt sonst zu längerer Bearbeitungszeit, da teilweise über 100 Belege gesichtet werden müssen.“
Mein Widerspruch wird also als Frage zur Nebenkostenabrechnung deklariert… und ich habe keine Unterlagen angefordert, ich habe Belegeinsicht beim Hausverwalter gefordert.
2) Die Hauswartkosten:
„ Unter Berücksichtigung eines Abzuges für die Verwaltungs- und Instandhaltungsarbeiten errechnen sich die Kosten wie folgt.Die Kosten sind verglichen zum Vorjahr unverändert.
Gesamtkosten: EUR 4.726,68
abzgl. nicht umlagefähiger Verwaltungs- u. Instandhaltungsanteil EUR 419,28
umlagefähige Kosten: EUR 4.307,40
Unser Hauswart ist bei der Hausverwaltung angestellt und wird gerufen, wenn Mängel angezeigt werden (tropfender Wasserhahn, fehlendes Briefkastenschild, Ratten im Garten) oder die Heizungen ausfallen. Er ist weder für die Treppenhaus Reinigung, noch für die Schneebeseitugung zuständig (die Abrechnung dafür erfolgt separat). Daher erachte ich auch hier die Kosten, welche nicht auf die Mieter ungelegt werden können in Höhe von 419€ als sehr gering.
Aus diesem Grund würde ich gerne auch alle Belege einsehen und nehme mir die Zeit dafür.
Bisher kam keine weitere Reaktion des Vermieters. Aber: er hat die neuen erhöhten Nebenkosten bereits in der Nebenkostenabrechnung benannt und wird diese kommenden Montag auch schon so einziehen (ich sehe anstehende Buchungen im Konto). Meinen Berechnungen zufolge müssten wir keine 400€ nachzahlen, sondern noch eine Rückzahlung von ca 50€ bekommen (wenn meine Berechnung bzgl des Heizölendbestandes nach Fifo Prinzip korrekt ist).
Ich bin am überlegen, die neuen zu Unrecht erhobenen erhöhten Nebenkosten über meine Bank zurückzufordern.
Für eure Meinungen, den Austausch und Tipps bin ich wirklich dankbar!