Lärmbelästigung durch Nachbar und Straßenlärm

  • Guten Abend,

    es ist nun 01.18 Uhr, ich liege in meinem Bett und höre den wiederkehrenden Lärm meiner darüberhausenden Nachbarn. Irgendwas wird herumgeschoben, herausgenommen, aufgeräumt...

    Parallel dazu höre ich die mit 80 Dezibel vorbeifahrende Straßentram sowie die PKWs und LKWs.

    Mal abgesehen davon, dass die Bude in ihrer Gesamterscheinung ein Nährboden für Depressionen ist und meine lärmempfindlichen Ohren einen durchgängigen Schlaf verunmöglichen, kämpfe ich mit meinem Verstand, denn der geht mir langsam aber sicher verloren.

    Ich bin erst vor 3 Tagen eingezogen und musste schnell eine neue Wohnung im Stadtkern von Nürnberg finden, da meine Kündigungsfrist fast verstrichen war und ich einen neuen Job in dieser Stadt habe. Wenn ich Geld hätte, würde ich direkt wieder umziehen, ich halte das einfach nicht mehr aus.

    Ja, ihr denkt euch "3 Tage und der dreht durch...", aber ich habe diese Situation schon so oft erlebt, weil ich wegen meiner ganzen Lehrerausbildung ständig umziehen musste und einfach keinen Lärm vertrage. Es hat nichts mit meiner Denkweise zu tun, ich nehme einfach wahnsinnig viele Reize auf.

    Die 10-köpfige Familie, auf ein gesamtes Stockwerk verteilt, hat mir versichert, sie wären für den Lärm nicht verantwortlich (um 1 Uhr, während fast alle bedröppelt im Flur standen).

    Ich will hier einfach nur noch raus. Aber für eine fristlose Kündigung ist es zu wenig und der bürokratische Standardweg ist auch zäh wie ein Kaugummi. Soll ich jetzt wochenlang ein Lärmprotokoll führen, das Nachbarschaftsverhältnis eskalieren lassen, den Vermieter 200 gestaffelte Mahnbriefe schicken, Ordnungsamt, Polizei anrufen und einen Anwalt konsultieren, damit mal irgendwas in die Gänge kommt?

    Solchen egoistischen Lifestyleassis ist die restliche Welt einfach egal. Dieser fortschreitende Werteverfall zermürbt mich nur noch. Es sollte eigentlich nach einem ersten Gespräch klar sein, dass man Rücksicht auf die Mieter nimmt, aber es scheint kaum jemanden zu jucken. Für feinfühlige Menschen wie mich (meinetwegen könnt ihr es auch empfindlich nennen) ist dieser permanente Lärm einfach nur zerstörerisch...

    Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, wie ich das aushalten soll...

  • Da hilft wahrscheinlich nur ein erneuter Umzug. Gegen die Nachbarn kann man ein Stück weit was machen, aber gegen die Geräusche von draußen nicht. Nur kannst du dir ja jetzt etwas Zeit lassen und muss nicht dringend etwas finden wie beim vorherigen Umzug.

  • Ich habe die Dezibelwerte mal nachgemessen, hab da noch ein Schalldruckmessgerät aus der Uni.

    *Wohlgemerkt vom entferntesten Punkt des Zimmers!

    PKWs (40-47 dB)

    Tram (50-56 dB)

    LKW (50-60 dB)

    Nachbarn (40-63 dB)

    Hier herrscht eindeutig ein Mangel der Mietsache vor.

    Ich habe hier Lärmeinwirkungen von bis zu 63 Dezibel, und das habe ich in nur wenigen Minuten gemessen...

    Gibt es hier eine Möglichkeit schneller aus dem Mietvertrag zu kommen, immerhin müsste ich hier noch 3 Monate bleiben und das ist mir in Anbetracht des Lärms zu viel...

    Danke

  • Hier herrscht eindeutig ein Mangel der Mietsache vor.

    Allenfalls was die Nachbarn betrifft. Nicht aber was die Geräusche von draußen betrifft. Denn diese waren von Anfang an bekannt. Schon bei der Besichtigung wusstest du, dass die Wohnung an einer Hauptstraße ist, wo auch die Straßenbahn fährt. Da war klar, dass es entsprechende Lärmpegel geben muss. Das ist dann kein Mangel.

    Was die Nachbarn betrifft kannst du diese direkt ansprechen und darum bitten, in der Nacht Rücksicht zu nehmen und/oder den Vermieter informieren mit genaueren Angaben über Uhrzeit und Art des Lärms.

    Gibt es hier eine Möglichkeit schneller aus dem Mietvertrag zu kommen

    In der Regel haben Vermieter keine Einwände, einen Mieter vorzeitig aus dem Vertrag zu entlassen, sobald ein neuer Mieter gefunden ist. Denn dann hat der Vermieter ja keine Nachteile. Sprich ihn darauf an, vielleicht hat er ja schon Interessenten auf einer Warteliste.

  • Guten Abend zusammen,

    leider habe ich in aller Umzugseile die vertraglich festgelegte Mindestmietzeit übersehen (bzw. den beidseitigen Verzicht auf Kündigung).

    Nun beginnt aber in 4 Monaten meine neue Arbeit an einer Privatschule in einer anderen Stadt (>200km). Der Arbeitsvertrag ist bereits unterzeichnet.

    Einen Nachmieter zu finden ist schwer. Die Wohnung ist stark hellhörig, düster und eine Tram brummt alle 10 Minuten vorbei. Zudem liegt das Schlafzimmer (1-Zi-Whg) an einer vierspurigen Hauptstraße mit Blick auf die heruntergekommenen Hausfassaden der gegenüberliegenden Nachbarhäuser. Die bisherigen Besichtiger waren allesamt so schnell weg, wie sie gekommen sind und haben sich nicht mehr gemeldet.

    Ich höre hier zudem immer wieder die Familie über mir Feste feiern, auch nachts. Der Trittschall liegt teils über 60 dB (per Schalldruckmessung). Der Vermieter wurde von mir darüber mehrmals angeschrieben, wirklich gebessert hat es sich nicht. Außerdem befindet sich im externen WC-Raum ein etwa zwei quadratmetergroßer Gelbschimmelfleck, der einen sehr muffigen Geruch verbreitet. Die Wohnung ist der letzte Dreck, aber ich musste schnell eine Wohnung finden.

    Ich muss hier irgendwie raus, es belastet mich extrem. Allein zu wissen, dass ich hier 2 Jahre bleiben muss macht mich völlig fertig. Momentan bin ich arbeitslos und hab kein Geld. Der Antrag muss noch geprüft werden. Nach meiner freiwilligen Entlassung aus dem Beamtenverhältnis, bin ich in eine Abwärtsspirale geraten. Kein Alg1, weil ich in den letzten 30 Monaten keinen sozialversicherungspflichtigen Beruf ausgeübt hab. Stattdessen Bürgergeld und der Entschluss, dass ich "die Hilfe selbst herbeigeführt hab" wegen ordentlicher Kündigung und nun das Geld zurückzahlen muss.

    Sieben Jahre studiert, gearbeitet, nur um dann völlig im Stich gelassen zu werden. Mich hat der Job psychisch kaputt gemacht und die momentane Situation nimmt mir meine komplette Lebensfreude. Ich fühle mich völlig überfordert mit dem ganzen Bürokratiewahn, der die letzten Wochen auf mich hereinprasselt und weiß nicht weiter.

    Hat hier jemand einen Vorschlag, wie ich möglicherweise auch ohne Nachmieter vor August aus dem Mietvertrag komme?

    Liebe Grüße

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  • Hat hier jemand einen Vorschlag, wie ich möglicherweise auch ohne Nachmieter vor August aus dem Mietvertrag komme?

    Sprich mit dem Vermieter, erkläre ihm deine Situation, dass du nach der beruflichen Talfahrt nun endlich wieder einen Job bekommen konntest, und bitte ihm um eine Lösung, was man bezüglich einer Vertragsbeendigung machen könnte.

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