Hallo liebe Community,
ich stehe derzeit vor einem Problem. Meine Eltern würden sich gerne von einer Mietwohnung in Nürnberg trennen. In der 2-Zimmer-Wohnung wohnt seit 2012 eine "ältere" Frau (>65 Jahre), die Hartz IV erhält. Die Wohnung bemisst 54 m², hat jetzt einen neuen Warmwasserboiler im Bad erhalten, ansonsten befindet sie sich im renovierungsbedürftigen Zustand.
Uns allen ist wichtig, dass die Mieterin auch nach dem Verkauf in der Wohnung verbleibt. Nach 10 Jahren hat sie dort nun einmal ihren Lebensmittelpunkt. Daher kommen als Käufer für uns in erster Linie nur Kapitalanleger in Frage. Meine Eltern hatten es jedoch die Jahre über gut gemeint und die Miete nie erhöht. Sie zahlt seit jeher eine monatliche Kaltmiete von 320 Euro (ca. 5,93 €/m²) zzgl. Nebenkostenpauschale (135 Euro; erhöht vor zwei Jahren von 80 Euro). Das war natürlich aus menschlicher Sicht gut gedacht, für den jetzigen Verkauf stellt dies jedoch eine schöne Hürde da. Der Mietspiegel in diesem Stadtteil weist für Wohnungen dieser Größe 8,48 €/m² aus. Berücksichtigen wir den Zustand der Wohnung, würden wir (Meine Eltern, die Mieterin und ich) zum heutigen Zeitpunkt einen Mietpreis von 7,45 €/m² als fair erachten.
Da in Nürnberg aber eine Kappungsgrenze von 15% gilt, dürfen wir die Miete nicht auf mehr als 6,82 €/m² erhöhen. Die Mieterin hatte daraufhin gefragt, ob es möglich wäre einen komplett neuen Mietvertrag aufzusetzen. Ihr ist nur wichtig, dass die Kündigungsfrist so bleibt, wie sie jetzt ist. Das Jobcenter dürfte ja eine Anhebung der Miete auf den aktuellsten Stand der Dinge zustimmen (weiß hier vielleicht jemand mehr zu den Regelsätzen?). Die Idee fand ich per se gar nicht so schlecht, frage mich jedoch, ob es - unter der Voraussetzung, dass das Jobcenter der neuen Miete zustimmt - rechtlich ohne Weiteres möglich ist, den alten Mietvertrag quasi aufzuheben und einen neuen Mietvertrag mit einer Miete von 7,45 €/m² aufzusetzen, inkl. Zusatzvereinbarung bezüglich der Kündigungsfrist.
Also wie gesagt, wir möchten nicht, dass der Mieterin aus dem Verkauf unnötig Nachteile erwachsen. Den Stress eines Umzugs möchten wir ihr in dem Alter auch gerne ersparen. Jedoch möchten meine Eltern auch einen vernünftigen Preis am Markt erzielen, sodass sie als Alternative nur den Verkauf an Eigennutzer sehen, die die Miete nicht interessiert. Das möchten wir aber gerne vermeiden.
Hat hier jemand Rat oder vielleicht eine andere Idee, wie wir die Kuh vom Eis bekommen, sodass alle Parteien zufrieden sein können?
Ich bitte darum, dass Kommentare a la "Tja, da hätten deine Eltern mal die Miete regelmäßig erhöht." oder irgendetwas anderes selbstgefälliges einfach ignoriert werden. Das trägt nicht zur Lösung bei und außerdem ist ihnen das auch bewusst.
Liebe Grüße und besten Dank im Voraus.