Unsichtbarer Schimmelpilzbefall - Kind erkrankt - was tun?

  • Hallo,

    wir (2 Erwachsene, 1 Kind) wohnen in einer Wohnung im Erdgeschoss. darunter befindet sich der Keller. Die Wohnung wird mit Nachtspeicheröfen beheizt. Heizen und Lüften klappt sehr gut. Sichtbarer Schimmel war bisher in den Wohnräumen nicht vorhanden. Bisher gab es mal Schimmelpilzbefall an den Fenstern von Badezimmer (Belüftung über ein Fenster per Seilkordel, oberhalb eines Bodens), der wurde aber stets entfernt.

    Nun ist es so, daß mein 6-jähriger Sohn eine Allergie gegen Schimmelpilz entwickelt hat. Daraufhin habe ich Luftmessungen mit den Verbrauchertests in Petrischalen durchgeführt. Im Kinderzimmer, sowie im Wohnzimmer zeigt sich starker bis mäßiger Befall. da es keinen sichtbarer Schimmelpilz gibt, gäbe es meiner Meinung nach nur die Möglichkeit, daß dieser aus den Gemäuern kommen muss. geht man in den Keller, riecht es bereits muffig. Die 2 Kellerräume unterhalb des Kinderzimmers und des Wohnzimmers, riechen sehr feucht, modrig, der Geruch zeiht bereits in den Zimmerflur.

    Der Schimmelpilz stellt nun ein Gesundheitsrisiko da, mein Sohn ist bereits erkrankt, wie kann ich hier am Besten vorgehen? Ist der Vermieter verpflichtet den Keller schimmelfrei zu machen?

    Ich bin verzweifelt, wir wollen dort nicht ausziehen, aber mit der Allergie ist nicht zu spaßen, da sie jetzt schon sehr heftig ist.

    Vielen Dank im voraus.

  • "Aus dem Gemäuer" kommt eigentlich kein Schimmel. Ein Pilz kann ohne organisches Material, welches im Mauerwerk nicht vorhanden ist, nicht wachsen und raus käme er dann auch nicht ohne weiteres. Das wäre sehr ungewöhnlich.

    Verbindungen zum Keller sind denkbar, besonders im Bereich von Heiz- und Wasserleitungen. Das wäre evtl eine Möglichkeit.

    Ich habe noch eine andere Theorie:

    Wie alt ist denn euer Haus? Baujahr vor dem 2. Weltkrieg? Geruch im Keller klingt danach? In unserem selbst genutzten Haus gab es vor unserer Sanierung Schimmel im Fußboden. Es handelt sich um einen Altbau (BJ ca 1910), der unter Laminat und OSB-Platten noch den alten Dielenboden auf Sandbett hatte. Leider haben die Dielen die moderne Nutzung ohne Ofenheizung und dichte, dämmende Fenster, und Abdeckung mit Laminat nicht überlebt und sind vor sich hin gemordert. Kältebrücken durch Stahlträger in der Decke, alte Treppenstufen etc taten ihr übriges.

    Ihr solltet freundlich, aber bestimmt den Vermieter kontaktieren und gemeinsam eine Lösung suchen. Es ist in beiderseitigem Interesse, dass die Ursache gefunden wird und anschließend eine Lösung, die für alle tragbar ist.

    Wenn der Vermieter sich querstellt, bleibt in meinem Augen nur ein Umzug. Alles andere ist viel zu langwierig, wenn es bereits gesundheitliche Folgen gibt. Das ist keine schöne Wohnung wert.

  • Vielen dank für die schnellen Antworten, der Verdacht wäre, daß die Schimmelsporen durch die Kellerdecke bis in den Boden des Kinderzimmers gelangt wären. Zur Altersangabe des Hauses habe ich nichts, aber definitiv (laut Mieterhöhung) vor 1950 gebaut, also schon "alt", aber nicht der klassische Altbau.

    Heizungsleitungen haben wir nicht, weil Nachtspeicheröfen.

  • Hallo!

    Ergänzend, unabhängig vom Schimmelpilz lauert hier noch eine andere Gefahr bei

    Nachtspeicheröfen: Asbest in Nachtspeicheröfen

    Selbst wenn das Schimmelproblem in den Griff zu bekommen wäre, gäbe es hier

    eine weitere Gefahrenquelle für die Gesundheit.

    Ich bin verzweifelt, wir wollen dort nicht ausziehen, aber mit der Allergie ist nicht zu spaßen, da sie jetzt schon sehr heftig ist.

    Sucht euch eine neue Wohnng, mein Rat. Wenn ein Kind derart heftig

    reagiert, bleibt nur noch dieser Weg.

    Gruß



  • Die Worte "muffiger Keller" und "Altbau" hört man im Zusammenhang nicht selten.

    Oder anders: Ich kennen keinen Altbaukeller, der nicht feucht ist.

    Kellertrockenlegungen sind in der Theorie machbar, aber sehr aufwändig und damit teuer.

    Grundsätzlich ist es so, dass ihr natürlich einen Anspruch auf einen trockenen und schimmelfreien Wohnraum habt, allerdings kann das bei den Kellern schon wieder anders aussehen.

    Im Bereich der Erdgeschosse kann das besonders kritisch werden, wenn es sich um Holzbalkendecken handelt. Die Feuchtigkeit zieht nach oben, bzw. bietet das Holz auch einen Nährboden für Schimmel.

    Mein Tipp: Wenn es tatsächlich ein erwiesenes Gesundheitsrisiko des Filius gibt und ein Umzug realisierbar ist, dann sucht Euch eine normale Bleibe.

    Zwischen Recht haben und Recht bekommen, gibt es einen großen Unterschied. Und selbst wenn der Vermieter kooperativ ist, dann ist eine Schimmelbeseitigung nicht innerhalb ein paar Tage umsetzbar.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!