Ruhestörung durch Steit und Knallgeräusche

  • Hallo, bin vor einem Jahr nach Deutschland gezogen, lebe in NRW in eine kleine Stadt.


    Nach den ersten 3 Monaten habe ich eine Mietwohnung gefunden. Baujahr des Hauses cca 1950er. Weiss nicht genau denn ich habe diese Info vom Hausverwalter nicht erhalten.


    Ich habe aber ein Problem mit der Ruhe und will verstehen ob es an mir liegt oder die meisten Häuser so gebaut sind.


    Also, das Haus, meiner Meinung nach, ist extrem hellhörig. Unter mir wohnt ein paar, beide cca Ende 30. Außer dass sie SEHR laut miteinander reden (und extrem viel) und ziemlich oft streiten, machen sie das auch schon ab 5:30 - 6 Uhr JEDEN Morgen.

    Ich kann sie ziemlich gut verstehen. Die Nachbarn neben und über mir hört man auch, nur das die alleine wohnen, und dadurch ruhig sind.

    Außerdem hört man den ganzen Tag diverse Knallgeräusche von aller Art, die ich nicht beschreiben kann, denn sowas habe ich mir nie vorgestellt. Am besten kann ich es so beschreiben als würde man etwas fallen lassen, oder man knallt bisschen härter eine Schranktür oder Schublade. Aber das passiert den ganzen Tag, täglich, und ab und zu auch nachts. Es kommt von überall. Ich habe ja um meine Wohnung 5 Wohnungen.

    Der Geräuschpegel ist nicht hoch, laute Musik oder Fernseher gibt es sehr selten und auch wenn dann nur für kurze Zeit, das stört mich aber nicht. Nur diese Knallgeräusche und das Reden/Streiter aus der Wohnung unter mir.

    Seitdem ich hier wohne sind schon Leute aus und eingezogen aber diese Knallgeräusche gibt es weiterhin. Scheinbar liegt es nicht an jemand bestimmtes. Ich kann einfach nicht verstehen von wo diese Geräusche kommen, wie die Menschen das verursachen. Bin sicher, dass es auch an dem Haus liegt, also wie es gebaut ist.


    Als ich die Nachbarn unter mir wegen dem Streiten in den Morgenstunden angesprochen habe, waren sie freundlich und verständnisvoll und versprachen mir, dass sie es versuchen werden mich nicht mehr zu stören. Als es sich wiederholt hat, und ich sie wieder deswegen angesprochen habe (nach cca 1 Woche) haben sie sich aufgeregt und gesagt, dass die doch in deren Wohnung reden dürfen.


    Als ich mich bei der Hausverwaltung (große Immobilienfirma) beschwert habe wurde mir gesagt, dass in 20 Jahren (seitdem sie das machen) sich noch keiner wegen sowas beschwert hatte. Mir wurde gesagt, dass sie den lauten Mietern einen Brief schreiben werden und ich soll ausziehen, wenn ich mich hier nicht wohlfühle.


    Mir ist sehr klar, dass es sich nicht lohnt für die Ruhe in diesem Haus zu kämpfen, ich bin auf Wohnungssuche, nur ich habe Angst, dass ich in eine ähnliche Situation lande. Fast alle Wohnungen die mir gefallen sind in Häusern aus den 50er o 60er. Bin ich einfach zu empfindlich oder gibt es tatsächlich so (viele) hellhörige Häuser?


    Ich habe vor Deutschland 30 Jahre lang in einer Wohnung gewohnt wo ich NIE einen Laut von meinen Nachbarn gehört habe. Was bei mir aktuell passiert ist übertrieben (finde ich), und, wenn ich zuhause bin, muss ich den ganzen Tag den Fernseher anlassen oder Musik, damit ich dieses Knallen und Nachbarn nicht höre.

    Freue mich auf Antworten, LG!

  • Häuser aus den 50/60iger Jahren sind, wenn sie nicht aufwändig mit besonderem Augenmerk darauf saniert wurden, im Bereich Schallschutz meistens sehr schlecht. Damals waren dünne Zwischenwände und Holzbalkendecken üblich. Teilweise wurden auch Grundrisse verändert und dann nur dürftig mit Gipskarton alte Durchgänge verschlossen.

    Hellhörig sind die Häuser auch objektiv, die Frage ist, ob man es als störend empfindet und wie die Nachbarn sind. Ich bin im Hinblick auf den Geräuschpegel im Haus durchaus sehr froh um mein Einfamilienhaus.

    Einmal editiert, zuletzt von Schweinchenfan (30. April 2020 um 21:58)

  • Zu den Knallgeräuschen: Ganz spontan und aus eigener Erfahrung biete ich diese Erklärung: Schall zugeknallter Autotüren, manchmal spüre ich sogar so eine Art "Druckwelle" über die Fenster und das obwohl sich meine Wohnung in der 1. Etage befindet.

  • Hallo,

    habe überwiegend in Mehrfamilienhäusern gewohnt, also richtige Hochhäuser, es war meistens schlimm. Aktuell wohne ich in einem Hochhaus im Erdgeschoss, habe 7. Wohnungen über mir. Neben mir wohnt eine Familie, die auch öfter Kinder einladen, das springen, trampeln, an die Heizung schlagen

    geht oft stundenlang, auch häufig bis ca. 23.15Uhr, habe mich schon beschwert, aber die Hausverwaltung meldet sich gar nicht mehr zurück, und es geht da jetzt auch so weiter. Neben mir habe ich Nachbarn die sind Frührentner, sitzen sehr häufig auf der Terrasse und rauchen Kette. Seit zwei Wochen klopfen Sie nachts an meine Wände, oder wenn ich frei habe auch frühmorgens... hatte mich schon mal beschwert als sie abends immer an meine Wand kratzten...

    die Hausverwaltung möchte am liebsten gar nichts machen, wenn sie von Mietminderungen hören, drohen sie sofort mit ihrem Anwalt.

    Ich werde mich jetzt nochmal beschweren und sonst einen Anwalt beauftragen, weil die Hausverwaltung reagiert nicht mehr und das schon seit Monaten.

    Also glaube nicht das du in dem Haus glücklich wirst, hellhörig sind sie auf jeden Fall, Türen knallen, Trampelgeräusche...

    Habe aber schon mal auf dem Land in kleineren Häusern gewohnt, da gab es diese Probleme nicht.

    Ich werde in Zukunft auch ausziehen, es kommen dann aber nur kleine Häuser in Frage, als Wohnblocks.

  • TowerHamburg

    Wundern Sie sich wirklich darüber, dass die Hausverwaltung nicht reagiert? Bei mindestens 20 weiteren Mietparteien in ihrem Haus gehören heute Geräusche wie Türenknallen, Trampeln, Schreierei, etc. zum normalen Alltag dazu und sind nichts ungewöhnliches mehr. Es war mal anders, ich habe auch mal in einem Hochhaus (insg. 32 Mietparteien) gewohnt, ist schon 30 Jahre her, das Zusammenleben war sehr angenehm und ruhig. Die angenehmen Zeiten sind aber vorbei, neu hinzugezogene Mieter haben neue Haus"regeln" eingeführt (so berichten meine ehemaligen Nachbarn). Es ist grundsätzlich damit zu rechnen, dass andere Leute andere Vorstellungen vom Zusammenleben im Haus haben, daher wenn´s geht vorher schon schauen und hören wo man hinzieht oder besser weg bleibt.

  • Ja ich gebe Ihnen Recht, es ist normal geworden. Hier wird jetzt auch häufig an Sonntagen gebohrt, gehämmert, alle Ostertage ebenso, aber zum Glück immer nur von kurzer Dauer. Aber meine Nachbarn die mich nachts ärgern wollen mit ihren Hämmern an meine Wand, klopfen...da habe ich der Hausverwaltung schon eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen und die schriftliche Beschwerde mit Lärm Protokoll ist auch fertig.

    Einen Anruf vom Hausverwalter wird der Mieter auf jeden Fall bekommen. Meine Nachtruhe lasse ich mir nicht nehmen, die Frührentner bleiben bis ca. 1 Uhr wach und stehen dann wieder nach 4 Uhr auf, er provoziert sehr gerne. Aber ich werde mir für die Zukunft was anderes suchen und sollte ich mal in einer Partnerschaft leben, wird es ein kleines Haus.

  • Danke für die Antworten. Mir ist es sehr klar, dass es hauptsächlich am Haus liegt, kann mir auch vorstellen, dass weil der Besitzer mehrere Häuser hier hat, und alle Mietwohnungen sind, 0 investiert wurde was Schallschutz angeht. Die Knallgeräusche kommen klar von Nachbarn. ZB Sonntag Nacht, cca 23 Uhr, hat es sehr oft geklopft in meiner Küche. Der Geräuschpegel war nicht hoch, aber hat sehr gestört. Kann man aber nix dagegen tun. Die Nachbarn könnten schon ein bisschen Verständnis haben, aber es kann auch sein, dass nicht alle durch sowas gestört sind oder mitbekommen, und dann werden sie auch nix tun, um eigene Klopfgeräusche zu minimieren.

    War übers Wochenende auf Wohnungsbesichtigung, alle in 50/60er Häuser aber wo nicht alle einem gehören, sondern unterschiedliche Besitzer (Vermieter) sogar auch Eigentumswohnungen, und muss sagen da hörte man nix vom Nachbarn (habe 10 Minuten Lang mit geschlossenen Fenstern in komplette Stille gesessen. War Samstag Nachmittag, und der untere Nachbar war zuhause). Scheinbar habe ich die aktuelle Wohnung schlecht erwischt. Freue mich aber dass ich keine Nachbarn habe die laut feiern (hier feiert keiner) oder Kleinkind haben.

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