Die Vermieterin, das unverständliche Wesen

  • Ergänzung der Überschrift: Sie will uns los werden und behalten

    Bisher habe ich in mehreren Beiträgen schon beschrieben, wie unsere Vermieterin uns los werden möchte. Kurze Schilderung der Grundsituation:

    Wir bewohnen seit jetzt 13 Jahren eine 3-Zimmer-Wohnung in einem Stadtteil, wo wir uns sehr wohl fühlen. Der frühere Hausbesitzer hat die Wohnung günstig vermietet und dann 12 Jahre lang keine Mieterhöhung vorgenommen trotz Vereinbarung einer Indexmiete. Im Moment zahlen wir für die 3-Zimmer-Wohnung 4,50 €/qm. In unserem Haushalt wohnten anfangs beide Enkelkinder (Vollwaisen), mit Erreichen des 18. Lebensjahres haben wir eine weitere 2-Zimmer-Wohnung für die Enkeltochter angemietet, ebenfalls zu günstigen Konditionen. Das Haus hat 7 Wohneinheiten.

    Im Sommer letzten Jahren ist das Haus aus gesundheitlichen Gründen an eine Investorin verkauft worden. Sie hat sofort die Mieter im gesetzlichen Rahmen erhöht und einer Mitmierterin mitgeteilt, dass sie das Haus in ein Airbnb-Hotel umwidmen möchte. Sie hat dann sofort versucht, wegen einer Hundehaltung der Enkeltochter zu kündigen, das ging bis zur fristlosen Kündigung (zum 31.12.2019). Uns gegenüber war von Kündigung (noch) nicht die Rede. Derzeit hat die Kündigungssache einen Status quo, ist derzeit kein Anlass weiterer Tätigkeit.

    Ich hatte inzwischen die Vermieterin angefragt, ob sie bei einem eventuellen Wohnungswechsel von uns auf der 3-monatigen Kündigungsfrist bestehen würde. Die umgehende Antwort war, dass sie das nicht tut, wir sollten etwa 1 Monat vorher Bescheid geben (es war ausdrücklich nicht von einer Kündigung die Rede, aber das setze ich voraus). Wir haben eine 9-monatige Kündigungsfrist und bieten keinen Anlass, uns vermieterseitig kündigen zu können.

    Nun gibt es zwei verschiedene Situationen, mit denen ich nicht so richtig fertig werde und mir keinen Reim daraus machen kann. Und da hier so viele Mieter und Vermieter im Forum verkehren kann mir vielleicht jemand mit seiner Meinung zu einer eigenen Meinungsbildung verhelfen.

    1. Inzwischen ist eine weitere 3-Zimmer-Wohnung durch die Hausbesitzerin selbst ausgebaut und renoviert und bei Airbnb im Web angeboten worden, die Anzeige existiert inzwischen aber nicht mehr. Eine weitere Kleinwohnung ist dagegen neu vermietet worden zum 1,5fachen Preis der Vormiete. Seit wenigen Wochen gibt es in Rheinland Pfalz ein Gesetz gegen Zweckentfremdung, und unsere Stadt hat bereits angekündigt, dieses Gesetz umzusetzen.

    2. Unsere Vermieterin macht uns nun folgendes Angebot: sie kauft ein ausgeschriebenes Objekt in unserem Stadtteil, ein freistehendes Haus, unter der Voraussetzung, dass wir Mieter dieses Hauses werden. Sie möchte als Miete mindestens den Betrag haben, der ihre Finanzierung deckt. Verhandlungsweise sind wir auf einen Betrag gekommen, der der Miete der jetzigen beiden Wohnungen entspricht. Dass Nebenkosten bei einem Haus anders sind als bei einer Wohnung wissen wir aus vergangenem eigenen Hausbesitz. Im Haus sind noch Renovierungsarbeiten durchzuführen, von denen Malerarbeiten von uns selbst und Vervollständigung von Sanitäranlagen durch sie durchgeführt werden sollen. Um eine Überlastung von uns durch die Renovierunsarbeiten zu vermeiden, müssen wir unsere jetzigen Wohnungen nicht bei Auszug renovieren, sondern das sollen die Nachmieter !!! machen nach ihren eigenen Wünschen.

    Und nun weist sie immer wieder darauf hin, wie wertvoll gerade dieses Haus mit einem grossen Hanggrundstück für den vorhandenen Hund doch sei, sie habe ja auch garnichts gegen Hunde, wir könnten dort sogar mehrere davon halten.

    Vierl Text, der zu folgenden Fragen führt:

    Wo ist der Strick, der sich mir gefühlt um den Hals legt?

    Welchen Vorteil hat die Vermieterin tatsächlich, wenn wir die beiden Wohnungen frei machen und ein von Ihr zu kaufendes Haus beziehen, ausser, dass sie die beiden Wohnungen zu einer höheren Miete weiter vermieten kann? Lt. Mietspiegel beträgt die vergleichbare Miete 6,80 €/qm (speziell für Münchner: das ist Wohnraum :P) und wir ihr die Finanzierung zahlen bis zu einer automatischen Wertsteigerung des Hauses?

    Was sollte ich in einem Mietvertrag für das Haus besonders berücksichtigen, um das Gefühl des o.g. Strickes wieder loszuwerden?

    Was sollte ich für eine Annahme des Angebotes noch alles überlegen?

    Danke fürs Lesen und eventuell fürs Antworten.

    Einmal editiert, zuletzt von astour (16. Februar 2020 um 15:37)

  • Hallo,

    Wo ist der Strick, der sich mir gefühlt um den Hals legt?

    Es muss nicht unbedingt einen Strick geben. Es kann theoretisch wirklich nur der Plan dahinter stecken, die bisherigen Wohnungen an Touristen zu vermieten. Und da der Profit dabei immens ist, könnte das Motivation genug sein.

    Was sollte ich in einem Mietvertrag für das Haus besonders berücksichtigen, um das Gefühl des o.g. Strickes wieder loszuwerden?

    Vereinbare einen möglichst sehr langen Zeitraum, in der die Vermieterin vertraglich auf Mieterhöhungen verzichtet. Denn es könnte der Trick sein, euch zum Auszug zu verlocken, und dann erhöht sie stetig die Miete wann immer es gesetzlich möglich ist.

    Was sollte ich für eine Annahme des Angebotes noch alles überlegen?

    Dass du dieser Vermieterin nie niemals wirklich vertrauen wirst. Es wird nicht aufhören, dass du ein ungutes Gefühl hast, ob sie mit irgend welchen Überraschungen aufwartet. Ob du damit klar kommen wirst, musst du für dich selber überlegen.

    wie wertvoll gerade dieses Haus mit einem grossen Hanggrundstück für den vorhandenen Hund doch sei

    Ist das Haus wirklich so wertvoll wie sie es beschreibt... Glaub der Vermieterin nichts und hinterfrage dies für dich. Schau dir das Haus objektiv an, nimm eine neutrale Person mit. Möglicherweise hat das Haus mehrere ungünstige Eigenschaften, weshalb viele Leute daran nicht interessiert ist. Das hätte zur Folge, dass das Haus günstig zu kaufen ist, während die Vermietern durch die Herausstellung der Vorteile für den Hund schon einen Mieter hat und somit unter em Strich mehr Profit.

    Du merkst schon, ich traue der Vermieterin schon allein aufgrund deiner Beiträge hier nicht über den Weg.

  • Danke für Deine Einschätzung. Wir trauen also beide der Vermieterin nicht über den Weg. Ich kann aber dann damit leben, wenn ich mich vertraglich über mehrere Jahre hinweg absichern kann, und da hast Du ja schon einen Weg aufgezeigt. Das Haus haben wir alle uns schon gründlich angeschaut und viele Nachteile entdeckt, mit denen wir aber leben könnten. Und interessanterweise hat sie in einem Telefonat schon von sich aus einen Passus im Mietvertrag überlegt mit dem Ausschluss einer Kündigungsmöglichkeit für mehrere Jahre. Das müsste man dann mit dem Verzicht auf Mieterhöhung verrbinden, da sie ja nur die Finanzierungskosten gedeckt haben möchte. Und der Kurs von Draghi scheint sich ja bei Lagarde fortzusetzen, also keine Zinserhöhungen in absehbarer Zeit. Dann kann sie von mir aus .........

  • mit dem Ausschluss einer Kündigungsmöglichkeit für mehrere Jahre

    Vergiss dabei aber nicht, dass dies dann auch für dich gilt, sofern ie Klausel gesetzeskonform sein will. Wenn sie also wieder mit Überraschungen daher kommt, kannst du nicht einfach sagen, dass das Maß voll ist und du dnn doch woanders hin ziehst.

  • Sie sprach von einer Kündigungsmöglichkeit ihrerseits, aber das werden wir noch verhandeln. Aber danke für den Hinweis. Und eine Indexmiete zu vereinbaren, die erst nach Ablauf von z.B. 3 Jahren angewendet werden kann müßte ja auch vereinbar sein. Und falls ich vorher an alles gedacht haben sollte will ich wirklich nicht mehr umziehen die nächsten Jahre ;)

    2 Mal editiert, zuletzt von astour (16. Februar 2020 um 19:01)

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