Ärger mit Nachbarn wegen (vermeintlicher) Lärmbelästigung

  • Liebe Foristen,

    habe mich soeben hier angemeldet, um nach Euren Ratschlägen in der oben beschriebenen Angelegenheit zu fragen. Um es zunächst klar zu stellen: nicht ich bin der vordergründig Leidtragende, sondern vielmehr der Verursacher des Lärms, von dem hier die Rede ist. Es geht um folgendes: leider bin ich gezwungen, morgens um fünf Uhr, also zu recht unchristlicher Zeit, die Federn zu verlassen, um pünktlich zur Arbeit erscheinen zu können. Die anderen Mietparteien schlafen zu diesem Zeitpunkt noch den Schlaf der Gerechten, was Ihnen durchaus vergönnt ist. Scheinbar fühlt sich jedoch das unter mir (wohne selbst im 4.OG) wohnende Pärchen durch meine morgens zwangsläufig entstehenden Fortbewegungsgeräusche so massiv in ihren Träume gestört, dass sie mich nun in einem, durchaus sehr freundlich formulierten, Brief dazu auffordern, künftig bedächtiger durch die Wohnung zu laufen und ggf. einen Teppich anzuschaffen, um die Vibrationen abzufedern. Darüber hinaus werden noch weitere Imperative formuliert, was ich morgens zu tun und zu lassen hätte (bitte nicht so fest auftreten, Schubladen leise öffnen, Schritte über das Schlafzimmer der Leidtragenden reduzieren). Alles zwar freundlich formuliert, doch im Grunde eine Bevormundung und unangemessene Maßregelung, die ich mir m. E. nicht bieten lassen muss. Sie haben mir sogar Pantoffeln vor die Tür gestellt und mich gebeten (oder vielmehr aufgefordert), diese bitte schön zu tragen, damit die Schritte abgedämpft werden. Es ist aber nun wahrlich nicht so, dass ich am frühen Morgen Doc Martens tragend in meiner Wohnung auf und ab springe, sondern lediglich nackten Fußes die Küche betrete, mir einen Kaffee koche, mich danach noch mal ins Bett kuschele und dann ins Bad gehe, bevor ich dann die Wohnung verlasse. Frage daher: kann jemand mir vergleichbaren Erfahrungswerten aufwarten bzw. kennt sogar ein einschlägiges Gerichtsurteil in einem ähnlichen Sachverhalt? Danke für Eure Unterstützung und noch ein schönes Wochenende.

  • Hallo jodocus,

    ich kann verstehen und nachvollziehen, dass du die Dinge, die dir geraten werden, als Bevormundung und Aufforderung vorkommen. Doch ich denke, das musst du nicht so sehen. Du kannst es auch einfach nur als Vorschäge betrachten, die Dinge also nicht überbewerten. Denn es ist ja schon mal nett, dass die Nachbarn sich direkt an dich wenden mit ihren Sorgen und nicht gleich über den Vermieter gehen. Und vielleicht wollen sie mit der Aufzählung eher helfen, eine Lösung zu finden, und es könnte nur unglücklich formuliert sein.

    Über ein Gerichtsurteil bei dem Thema zu sprechen ist genau genommen zwecklos. Denn beim Thema Lärm ist niemals ein Fall wie der andere. in jedem Haus gibt es andere Gegebenheiten und die Art des Lärms ist immer etwas anders, wodurch Urteile schwer vergleichbar sind. Es ist immer eine Interessensabwägung. Die einen haben das Recht ungestört zu sein, und die anderen haben das Recht, ihren Tagesablauf frei zu gestalten. Und so gut du es auch beschrieben hast, mit Worten hier im Forum lässt sich unmöglich abschätzen, ob die Nachbarn etwas zu empfindlich sind oder man dein Ritual zum Aufstehen als Störung empfinden kann.

    Somit musst du für dich selber überlegen, ob du irgend etwas verändern kannst, um auf die Nachbarn und deeren Sorgen einzugehen, wenigstens als Zeichen guten Willens. Was du beispielsweise tun kannst ist etwas, was ich mir selber auch schon vor Ewigkeiten angewöhnt habe, ist zu Hause eine andere Lauftechnik. Üblicherweise tritt man beim Laufen mit der Verse auf und rollte dann den Fuß ab. Man kann aber genauso auch den Ballen zuerst am Boden Absetzen und dann nur die Verse absetzen. Probier es mal aus, das hat überhaupt nichts mit Schleichen zu tun, auch wenn es sich im ersten Momant so anfühlt. Ich gehe so auch, wenn ich schnell durch die Wohnung laufe beim Aufräumen, Putzen etc. Es ist eine reine Angewohnheit, stört daher nicht, nach einer Weile denkt mal darüber nicht mehr nach. Das ist eine kleine Veränderung, aber diese kann für deine Nachbarn sehr hilfreich sein.

  • Fruggel drückt sich hier schon recht sensibel aus. Ein weiterer Vorschlag von mir ist, die Nachbarn einfach mal zum Kaffee einladen und ein Gespräch führen. Sie scheinen ja an Kommunikation nicht uninteressiert zu sein. Und Pantoffel vor die Tür zu stellen zeugt auch von einem gewissen Humor. Ich würde es jedenfalls versuchen.

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