Kündigung Eigenbedarf und Härteregelung

  • Ich hätte daher mal eine Frage zum Thema Härte in diesem Zusammenhang:

    Ist es KEINE Härte im rechtlichen Sinne, wenn ich

    - eine günstige Wohnung, auf die ich mich finanziell eingestellt habe, gegen eine erheblich teurere eintauschen muss, weil die Mietpreise so enorm gestiegen sind?

    - nur einen Teilzeitjob habe - mit entspr. Verdienst (passende Jobs fallen ja nun auch nicht gerade vom Himmel)

    - außerdem meiner Tochter Unterhalt zahlen muss (lfd. Studium), der Satz lt. Düsseldorfer Tabelle beträgt über 500 EUR, anderer Elternteil bezieht Rente und muss nicht zahlen

    - in den letzten Jahren wg. Rückenbeschwerden (Skoliose), chronischer Bursitis (Kalkschulter) und Kapselriss im Finger mehrfach erkrankt war und keine schweren Sachen tragen kann und darf, daher keinen Umzug in Eigenleistung durchführen kann?

    Wer zahlt mir die Umzugskosten durch ein Unternehmen, wenn ich gar nicht umziehen will?

    - in der jetzigen Wohnung zugesichert bekommen habe, dass ich ein Instrument spielen kann, was für meine nebenberufliche Tätigkeit erforderlich ist, aber eben nicht in jeder beliebigen anderen Wohnung akzeptiert wird? (Zudem wurde mir bei Einzug ein langfristiges Mietverhältnis in Aussicht gestellt.)

    Fazit: Mein Besitzstand wird durch einen ungewollten Umzug in eine andere, für mich kostenträchtigere Wohnung erheblich geschädigt, mein Lebenskonzept, auf das ich mich langfristig eingestellt habe, total durcheinandergebracht, und meinen eigentlichen Beruf, Musiker, kann ich u. U. nicht mehr weiter ausüben, was eine weitere finanzielle Schädigung bedeuten würde.

    Das alles soll KEINE HÄRTE darstellen? Jedenfalls sind die Härtefallbegründungen, die ich lese, mehr als mager.

  • Hallo!

    Willkommen im Forum! Eigenes Thema erstellt, dein Frust in allen Ehren,

    aber bitte nicht in ein laufendes Thema eigenes Thema setzen. ;)

    Bitte etwas Geduld, es kommen Antworten.

    Gruß



  • Worum geht es?

    Es sind alle Umstände des Einzelfalles zu beachten, also auch der Grund der Kündigung, Wohnzeit ect.

    Also bitte ein wenig ausführlicher die Gegebenheiten umschreiben.

  • Am Ende geht es um eine Interessenabwägung.

    1. Dass die Mietpreise gestiegen sind, ist kein Grund. Dein Vermieter könnte ja auch die Miete deutlich erhöhen, bei höherer Miete geht man grundsätzlich mal von höherem Komfort aus... (zumindest kenne ich Richter am Amtsgericht, die so denken)

    2. Wenn du dir wegen deinem geringen Einkommen, Probleme hast, eine Wohnung zu finden, kann das schon ein Grund sein. Aber sei dir sicher, wenn du nicht ausziehst, wird der Vermieter alle Register ziehen, die Miete zu erhöhen.

    3. Siehe oben.


    4. Dafür kannst du ja ein Unternehmen beauftragen, das hindert dich nicht grundsätzlich am Ausziehen.

    5. Ein Instrument zu spielen muss nicht zugesichert werden. Dies gehört zum normalen Gebrauch der Mietsache und muss außerhalb der Ruhezeiten geduldet werden.

    6. Kannst du nachweisen, dass dir ein langfristiges Mietverhältnis in Aussicht gestellt wurde? Wie lange dauert es aktuell und was war zugesichert?

    Wenn man daran so großes Interesse hat, kann man einen Kündigungsausschluss vereinbaren. Mit einer Indiviualvereinbarung auch sehr lange.

    Letztlich geht es dann um eine Interessenabwägung. Was, wenn der Vermieter genau die gleichen Gründe hat? Mit dem Unterschied, dass er dann auch noch daran gehindert wird, sein Eigentum zu nutzen?

    Eine Mietwohnung gehört einem eben nicht, man nutzt sie gegen Geld auf Zeit. Das sollte einem immer klar sein. Wenn man Sicherheit will, dort für immer wohnen zu können, sollte man eine Genossenschaftswohnung oder Wohneigentum beziehen. Diese Sicherheit wird man in einer üblichen Mietwohnung nie haben.

    Wenn der Eigenbedarf berechtigt scheint, kann der Mieter i.d.R. nur verzögern. Völlig zurecht meiner Meinung nach. Dann tust du gut daran, dich mit dem Vermieter zu einigen. Beispielsweise, dass du freiwillig ausziehst und er deine Umzugskosten trägt. Im Gegenzug hat er keine Verzögerung und kein Risiko, dass du im Räumungsprozess noch Monate oder gar Jahre rausholen kannst. Viele Vermieter, die wirklich eine leere Wohnung haben wollen, lassen sich darauf ein. Ansonsten kommt es zur Räumungsklage und die wird viel Geld kosten. Da hättest du locker ein Umzugsunternehmen 3x bezahlen können.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!