Hallo Forum,
ich habe mir vor einigen Tagen eine neue Wohnung angemietet. Schon beim Einzug war die Wohnung nicht wie vereinbart deckend gestrichen und der Vormieter hat wohl recht gut "gelebt" in der Wohnung.
Letzte Woche habe ich dann festgestellt das sich relativ langsam von den Fußbodenleisten aus Schimmel nach oben durch die Tapete bildet. Es ist nicht direkt schwarz, aber Ränder sind erkennbar die schwach Gelb sind. Weiterhin habe ich Kakerlaken im Flur und Küche festgestellt. Der (nach langer Diskussion) vom Vermieter bestellte Kammerjäger spricht in seinem Befund von einem "massiven" Befall in Bad und Küche und hat überall Klebefallen und Gift ausgelegt. Weiterhin ist im Badezimmer ein undefinierbarer, amoniakähnlicher (kein reiner Fäkal)geruch feststellbar der richtig beißend in Nase und Hals ist. Leider zieht dieser Geruch oder Teile davon durch die gesamte Wohnung (Altbau, Bad genau in der Mitte, die beiden Zimmer drumherum) so das ich selbst durch mehrmaliges Lüften und Spülen der Abflüsse keine Verbesserung erzielen konnte. Nach 10min in der Wohnung beißt und kratzt es mir Hals, nach weiteren 30min muss ich raus da ich sonst einen Asthmananfall bekommen würde (bin Allergiker mit Allergischen Asthma vor allem gegen Hausstaubmilben) im Bad halte ich noch deutlich kürzer aus.
Aufgrund dieser ganzen Geschichte habe ich mich entschieden nicht in die Wohnung einzuziehen und konnte mich mit meinen alten Vermieter über eine Fortsetzung des bestehenden Mietverhältnis einigen.
Die Frage ist nun ob eine fristlose Kündigung gerechtfertigt ist. Die Wohnung wurde erst vor wenigen Tagen übernommen und ein Kündigungsausschluss von 12 Monaten vereinbart. Ich kann und möchte definitiv die Wohnung nicht beziehen - und noch weniger 12-15 Monate dafür zahlen. Ich fürchte eine ernsthafte Beeinträchtigung meiner Gesundheit durch einen längeren verbleib in der Wohnung. Ebenso ist der Erfolg der Schädlingsbekämpfung noch nicht absehbar, ich kann diese Tierchen nicht ausstehen und möchte nicht jeden Krümmel nachputzen um dann doch am späten Abend von so einem Tier überrascht zu werden.
Der örtliche Mieterbund hat mir zunächst geraten diese Sachen als Mangel zu melden und um Beseitigung innerhalb einer angemessenen Frist zu bitten. Um aus dem Vertrag rauszukommen müsse ich mich mit dem Vermieter (eine Immogesellschaft) einigen.
Einen "Rechtsvertreter" den ich nicht persönlich gesprochen habe (ich kenne da jemanden der einen kennt) findet ich solle direkt die fristlose Kündigung aussprechen und danach Rechtsmittel einlegen sofern dies kein Erfolg hat.
Meine Idee war das dem Vermieter erstmal zu erklären, in welcher Situation ich mich befinde und wieso die Wohnung für mich nicht bewohnbar ist. Das hätte ich verbunden mit einer Mängelanzeige, Ankündigung einer Mietminderung sowie die Bitte um einen Aufhebungsvertrag zu Konditionen die für beide Seiten vertreten werden können. In einem freundlichen Nebensatz hätte ich "angedroht" die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung und Rechtsmittel zu prüfen. Wenn ich am Ende mit einer normalen Frist von 3 Monaten rauskommen würde, wäre das vom finanziellen Aufwand für mich noch gerade ok, auch wenn ich damit nicht direkt ins Rennen gegangen wäre.
Die Frage an Euch nun: Wie soll ich verfahren?
Fristlos Kündigen, mit Attest vom Arzt, Nachweis über Schimmel vom Gesundheitsamt und die Beschreibung des Geruchs aus dem Bad, die Auswirkungen und den massiven Ungezieferbefall oder sollte ich mich (da eventuell doch die Gründe nicht hinreichend sind bzw. Nachgewiesen werden können) mich erstmal versuchen "gütig" mit dem Vermieter zu einigen. Ich fürchte die "gütige" Einigung mir durch die Holzhammer Methode zu verbauen. Auf einen langwierigen Prozess habe ich keine Lust. Am Ende stehe ich vermutlich mit +-0 da, selbst wenn ich recht bekomme, von meinen nerven ganz zu schweigen.
Ich möchte gern schon mal für Eure Hilfe zu diesem Thema und eine Einschätzung danken.