Hi,
nun war die Verhandlung und ich möchte kurz noch den Ausgang erläutern.
Wir hatten uns einen Anwalt zur Hilfe genommen, der uns während der Verhandlung (also nur zum Termin) unterstützt hat. Rechnungen für die Beseitigung der Mängel wurden durch den Vermieter nie vorgelegt, die Inaugenscheinnahme hat dem Vermieter gereicht um durchzukommen. Um es auf den Punkt zu bringen: es wurden sich Beträge ausgedacht, wieviel denn eine Reperatur kosten könnte und diese Beträge wurden auch vorgetragen. Ob tatsächlich etwas in der Wohnung gemacht wurde, wissen wir leider nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das z.B. "ach so zerstörte" Laminat noch 2-3 Jahre in der Wohnung liegen bleibt. Schließlich haben die jetzigen Mieter auch schon 3 Jahre damit gelebt. Der Vermieter wird sich schön ins Fäustchen freuen...
Natürlich wurde in der Verhandlung auf einen Vergleich hingewirkt. Der Richter schlug eine Kostenaufteilung von 50:50 vor. Dies war dem Vermieter zu viel, er wollte nicht mehr als 25% der gezahlten Kaution zurückzahlen. Um uns ggf. weitere Kosten und Nerven zu sparen, haben wir dann eingelenkt und von einer direkten Beweisaufnahme abgesehen. Wir hätten dann Kosten für Zeugenanhörungen, Gutachter etc. vorerst tragen müssen, ohne eine Gewissheit zu haben, ob wir am Ende das Geld wieder bekommen. Da der Vermieter solche Sachen regelmäßig mit seinen Mietern durchzieht, ahnte er höchstwahrscheinlich, dass wir das Risiko nicht eingehen können/wollen und ist stur geblieben.
Also lautet der Vergleich: wir bekommen 25% der Kaution wieder und tragen 75% der Gerichtskosten. Alles in Allem kein schöner Ausgang. Es ist erschreckend, dass solche Leute mit so etwas durchkommen und Studenten abzocken.
Übrigens hat der Richter angemerkt, dass eine Kaution bis zu 6 Jahre einbehalten werden darf. Im Gesetz steht eigentlich, dass sie max. ein halbes Jahr einbehalten werden darf, dieser Paragraph wird durch einen anderen ausgehebelt, der dann sagt, es sind 2 Jahre und dann gibt es noch eine Entscheidung oder einen Paragraphen, der das ganze auf 6 Jahre streckt. Irgendwie ist das nicht im Sinne des Mieters...
Beste Grüße