Schimmel gibt es in allen möglichen Farben.
Die Schlafzimmertür ist immer offen und somit wird das Schlafzimmer über die anderen Räume mehr oder weniger mit geheizt. Selbst im Winter habe ich ohne den Raum aktiv zu heizen durchgehend 20 Grad. Frauen wären hier vielleicht froh, ich gehöre jedoch nicht zu der Spezie der Frostbeulen und so schlafe ich auch meist im Winter mit gekippten Fenster.
Gestern musste ich feststellen, dass sich in einer Ecke so ein gelb-beiger Fleck an beiden Wänden befindet, er reicht bis zum Kleiderschrank (zwischen Kleiderschrank und Ecke sind es ungefähr 20 cm), vielleicht aber setzt sich dieser Fleck auch noch hinter dem Kleiderschrank fort.
Bei dieser Beschreibung ist Nutzerverhalten, kombiniert mit dem grundsätzlichen Problem einer Außenecke, sehr wahrscheinlich. Kühlere Räume durch andere, warme Räume mitzuheizen ist meistens keine gute Idee. Lieber im Schlafzimmer etwas die Heizung an und Tür zu. Das Fenster ständig gekippt macht es dann nicht besser, wobei das eher zu Schimmel in Fensternähe führt als in einer Ecke. Zumindest, wenn man trotz Dauerkipp das morgendliche Lüftung nicht entfallen lässt. Wenn nun auch noch ein Schrank die Luftzirkulation behindert, verschlechtert sich die Situation weiter. Ich rate hier gerne, sich für wenig Geld ein Feuchtigkeitsmessgerät sowie ein Oberflächenthermometer zu beschaffen und die Situation zu kontrollieren. Gerne auch mit Datenlogger, der die Daten ständig aufzeichnet.
Ein Haus ohne Außenecken zu bauen ist logischweise unmöglich, diesen "Baumangel" abstellen kann man also nicht. Außendämmung würde sicherlich helfen, kann man aber als Mieter nicht einfach so verlangen. Dass die Tiefgarage feucht ist, heißt nicht unbedingt etwas, vor allem, wenn sie sich nicht direkt darunter befindet. Unsere Kellermauern sind auch feucht, die Räume darüber nicht, denn dazwischen befindet sich eine Horizontalsperre. Je nach Baujahr des Hauses sind feuchte Kellerwände oder Tiefgaragen normal, die Wohnräume wurden durch horizontale Sperren geschützt. Dennoch ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass Feuchtigkeit irgendwo her kommt.
Meine Erfahrung (auch bei meinem eigenen Verhalten) ist aber bei dieser Beschreibung schon eher, dass die Feuchtigkeit von innen kommt. Ich will an dieser Stelle aber nicht unbedingt sagen, dass da der Nutzer alleine daran schuld ist, denn ungedämmte Außenecken, insbesondere wenn diese dann noch eine ungünstige Himmelsrichtung haben (Nord/Nordwest) oder wie in diesem Fall verschattet sind durch Hecken oder Bäume, sind bauphysikalisch einfach problematisch. Dass die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer höher ist als in anderen Räumen, ist ebenfalls normal. Es gibt hier verschiedene Lösungsmöglichkeiten, allerdings stehen diese dir als Mieter nur begrenzt zur Verfügung. In unserer alten Wohnung mit eben jeder Nordwest-Außenecke im Schlafzimmer half Heizen, d.h. tagsüber auch das Schlafzimmer auf 21/22 Grad heizen und vor dem Schlafengehen Temperatur reduzieren. Wirklich behoben wird dieses Problem aber nur durch bauliche Maßnahmen.
Dem Vermieter solltest du das in jedem Fall melden, denn es ist auch in seinem Interesse zu prüfen, woher die Feuchtigkeit kommt. Dennoch solltest du auch dein Nutzerverhalten überdenken und optimieren, sofern hier Handlungsbedarf besteht, d.h. die Oberflächentemperatur zu niedrig und die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch ist.