Heizkostennachzahlung extrem hoch

  • Hallo,

    ich habe folgendes Problem:
    Letzte Woche gab es von meiner Vermieterin meine erste Heizkostenabrechnung. Ich habe ein 70m² große Wohnung, von der ungefähr 5m² Flur und 3m² Abstellkammer keinen Heizkörper haben und unbeheizt sind.

    Ich habe die Wohnung auch erst seit dem 15.10 des letzten Jahres, regulär eingezogen bin ich Anfang Dezember.
    Es war mir klar, dass ich dadurch mit Sicherheit Heizkosten nachzahlen muss, weil ich ja in den milden Sommermonaten durch die monatliche Vorauszahlung nichts einsparen konnte. Nun soll ich aber 879,92€ nachzahlen.

    Laut Abrechnung habe ich in den sechs Monaten Heizungskosten in Höhe von 1517,42€ angehäuft. Als ich bei der Vermieterin war, hat sie mir die Nebenkostenabrechnungen der anderen Mietparteien gezeigt, die allesamt unter meiner lagen, teilweise deutlich und das für das gesamte Jahr. Selbst wenn ich nun davon ausgehen würde, dass ich bis Dezember gar nicht mehr heizen würde, würde das bedeuten, dass ich in einem Jahr Heizkosten von um die 1600€ hätte, als Single, der von morgens 7 - bis 14 Uhr aus dem Haus ist, in einer 70m² Wohnung.

    Da kann doch irgendetwas nicht stimmen. Dazu muss man noch sagen, dass ich eher der Typ Mensch bin, der Hitze auf den Tod nicht vertragen kann.

    Ich habe eben mit der Messcontrol-Gesellschaft telefoniert, die meinen es liegt kein Fehler vor, sie wollen es aber noch einmal prüfen. Das bei der Rechnung kein Fehler vorliegt, seh ich auch alleine. Ich denke eher, dass bei der Ablesung etwas schiefgelaufen sein muss. Diese ist nämlich auch extrem intransparent und überhaupt nicht nachvollziehbar. Es kam ein Mitarbeiter besagter Firma vorbei und hat bei allen Messgeräten irgendetwas ausgebaut und einen Wert aufgeschrieben. Diesen Wert kann ich nun allerdings in keinster Weise kontrollieren. Da dieser Verbrauchswert auch noch mit einem individuellen Faktor je Heizkörper multipliziert wird, ist es ja auch entscheidend, dass er die richtigen Werte den richtigen Heizkörpern zuordnet.

    Ich würde gerne wissen, wie ich nun am besten weiter vorgehen soll? Zahlen möchte und werde ich diesen Betrag eigentlich nicht, weil ich damit quasi genauso hohe Heizkosten hätte wie meine Mutter zu dritt in einem 180 m² Haus.

    Vielen Dank schon einmal

  • [IRONIE ON]Musst ja auch nicht zahlen. Irgendwann kommt die Mahnung, der Mahnbescheid und Vollstreckungsbescheid. Dann kommt der nette Mann vom Amtsgericht und holt sich das Geld des Gläubigers ab. Also keine Sorge, Du musst nichts machen. [IRONIE OFF]


    Nu im Ernst: Nur weil das Ergebnis zu hoch ist, entbindet Dich das nicht von der Zahlungspflicht. Du musst nachweisen können, dass da etwas falsch berechnet ist. Wenn Du das nicht kannst, sieht es schlecht aus.

    Selbst wenn Du nicht heizt, so trägst Du 30 % - 50 % der Gesamtheizkosten als Flächenumlage. Und wenn das Haus schlecht isoliert ist oder es andere Mieter gibt, die mit offenem Fenster im Winter leben, dann wird es für alle teuer.
    Gerade, wenn man südländische Familien im Haus leben hat, kann man damit rechnen, dass die Heizkosten höher als Normal ausfallen.

  • Erstmal danke für die Antworten.

    Bei uns im Haus werden 30% über die Wohnfläche umgelegt. Kein Problem, sind ca. 300 € jährlich (+-20€)

    Nur bleiben dann immer noch ~1250€ reine Verbrauchskosten in 6 Monaten, was einfach zu hoch ist. Dafür müsste ich ja fast in den 6 Monaten alle Heizkörper dauerhaft auf "5" stellen können...

    Ich habe mit meiner Vermieterin abgemacht, dass ich es erst einmal nicht zahlen muss, bis die Angelegenheit geklärt ist.
    Aber meint ihr es wäre sinnvoller, auf jeden Fall einen Anwalt einzuschalten? Das Problem sehe ich halt auch in der Beweispflicht meinerseits...

    Noch kurz nebenbei: Nach diesen 6 Monaten erhalte ich eine Gasrückzahlung von ~90€ und Wasser in Höhe von ~40€, beim Stromanbieterwechsel nach 4 Monaten waren es auch 120€. Ich bin also eher ein sparsamer Mensch, gerade weil ich auch noch nicht so viel verdiene, was sich auch erst in einem ändern wird. Und bei der Heizung soll ich wie gesagt nun 880€ nachzahlen, das will mir einfach nicht in den Kopf. Zum Beispiel war ich auch über Weihnachten 2 Wochen überhaupt nicht in der Wohnung, also da kann etwas vorne und hinten nicht stimmen.

  • Selbst wenn Du Deine Heizungen auf 0 stellst, zählen Deine Heizkostenverteiler unter Umständen mit.

    Die Umgebungstemperatur reicht u. U. aus, dass Deine Heizkostenverteiler schon zählen.

  • Zufall nicht. Aber wenn unter Dir irre wohnen, die ihre Heizung auf 40 Grad hochpuschen, werden Deine HKV auch zählwerte erfassen.

    Ist irgendwo auch verständlich, denn in Deiner Bude ist es dann ja auch warm und dafür wurde Energie verbraucht ;)

    Hier informationen, die ganz interessant sind: Heizk

  • Abrechnungszeitraum?

    Ich vermute mal 1.6. 14 - 31.5.15 - falsch bitte korrigieren.

    Höhe der monatlichen Vorauszahlungen?


    Zitat

    Zum Beispiel war ich auch über Weihnachten 2 Wochen überhaupt nicht in der Wohnung, also da kann etwas vorne und hinten nicht stimmen.

    Na und? Die Anlage ist trotzdem gelaufen. Bestenfalls war Dein Verbrauch für diese 2 Wochen geringer.

    Für die Heizkosten sind die Gesamtkosten der Heizungsanlage, der Gesamtverbrauch des Hauses des gesamten Abrechnungszeitraumes ausschlaggebend.

    Der persönliche Nutzungszeitraum und Verbrauch eher zweitrangig.

  • Der Abrechnungszeitraum ist vom 07.05.14 - 06.05.15, also ein wenig verschoben.

    monatliche Vorauszahlungen betragen 75€. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die gesamte Heizung auf ~26000€. Ich habe wie gesagt eine 70 m² große Wohnung, insgesamt beträgt die Gesamtfläche aller Wohnungen 1784 m².

    Habe also ~3% der Fläche, aber ~6% der Kosten und das in 6 Monaten.
    Na klar lief die Anlage die 2 Wochen weiter, aber die Heizkörper waren aus in der Zeit. Und es geht ja genau darum, dass der Verbrauch so extrem hoch sein soll.

    Es werden ja nur 30% über die Wohnfläche abgerechnet, der Rest über den Verbrauch. Und der erscheint mir einfach viel zu hoch. Ich vermute ja am ehesten, dass der Ableser einen Fehler gemacht hat.

    Es gibt hier auch Familien mit 3 Kindern im Haus, bei denen die Mutter und die Kinder den ganzen Tag zuhaue sind und die haben ~1400€ fürs ganze Jahr. Das steht in keiner Relation zu meinem Betrag. Auch die Vermieterin sagte mir, sie hat alle Heizungen immer mindestens aus "2" stehen, weil ihr sonst zu kalt ist (sie ist 87). Und sie hat nur Kosten im ganzen Jahr von ~1200€. Da passt doch irgendwas nicht.

  • Hallo chester00,

    so kommen wir hier wohl nicht weiter. Also halten wir mal die Fakten (Substanz entscheidet) fest:

    Abrechnungszeitraum: 07.05.14 - 06.05.15
    Nutzungszeitraum: 15.10.14 - 06.05.15 (also genau der verbrauchsintensive Zeitraum)

    Kosten für die gesamte Heizung ~26000€
    Gesamt beheizte Fläche 1784m², also 14,57€ pro m².
    In meinem MFH incl. Warmwasserbereitung 11,15€ pro m².

    Soo gross ist der Unterschied also doch nicht (dachte, er sei grösser, bevor ich die Berechnung begann).
    Gehe ich recht in der Annahme, dass die Anzeigewerte der ausgebauten HKVs von Dir nicht notiert wurden...?
    Jeder Provider behauptet latürnich, dass er korrekt abrechnet...:rolleyes:

  • Zitat

    Der Abrechnungszeitraum ist vom 07.05.14 - 06.05.15, also ein wenig verschoben.

    Stimmt. Aber korrekt.

    Dein Nutzungszeitraum also vom 1.12.14 - 6.5.15

    Sprich überwiegend Heizmonate.

    Zitat

    monatliche Vorauszahlungen betragen 75€.

    Inkl. Heizkosten?

    Wenn ja sind das mindestens 75 € monatlich zu wenig. In Heizmonaten sogar 150 - 225 € zu wenig. Das aber nur ganz knapp ohne Kosten der WW-Aufbereitung berücksichtigt.

  • Der Nutzungszeitraum ist ganz korrekt vom 15.10.14 - 6.5.15. Mein Mietvertrag lief ab dem 15.10, eingezogen bin ich erst Anfang Dezember (da kamen erst die Möbel). Habe also in der Zeit dort nicht gewohnt und entsprechend auch nicht geheizt. Die 75€ sind reine Heizungskosten, ich zahle noch weitere Nebenkosten pro Monat. Die habe ich also auch für Oktober und November gezahlt, ohne das in der Zeit geheizt wurde.

    Für Warmwasser zahle ich auch nochmal extra 20€ monatlich.

  • Ja, das stimmt natürlich.

    Ich habe jetzt erstmal einen Anwalt eingeschaltet und Widerspruch eingelegt. Seine Aussage war, dass die Verbrauchskosten für die Zeit viel zu hoch seien und die Firma, die hier abgelesen hat, es nochmal überprüfen solle.

    Trotzdem habe ich große Zweifel, ob sich noch was ändern lässt, weil ich im Grunde keine Möglichkeit habe, es zu beweisen. Und mit einem Appell an den gesunden Menschenverstand wird man wohl nicht weit kommen.

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