Hallo zusammen,
heute muss ich mich auch einmal zu Wort melden. Der Beitrag wird wohl sehr lang werden aber ich würde mich trotzdem freuen wenn er gelesen wird, da wir wirklich nicht mehr wissen wie wir uns wehren sollen.
Wir sind zum 01.08.2012 in eine 4-Zimmer-Wohnung gezogen. Zu diesem Zeitpunkt wohnte der Sohn des Vermieters im DG (tut er auch noch immer - leider) und die Wohnung im EG stand leer und sollte - wie auch unsere Wohnung im 1. OG - saniert werden. Wir hatten dann kurz nach unserem Einzug festgestellt, dasss das Laminat wohl nicht ordentlich verlegt wurde. An sehr vielen Stellen in 3 von 4 Zimmern geben die einzelnen Elemente des Laminats nach so als wären dort Hohlräume unter dem Laminat. In unserer Wohnung hört man dann auch ein relativ leises Klopfgeräusch.
Diese Sanierung fand dann auch statt und zum 01.11.2012 zog dann ein junges Paar ein (sie war schwanger). Mit dem Einzug des Paares fingen auch die Probleme an. Es muss hinzugefügt werden, dass der Sohn des Vermieters und das junge Paar sich bereits vor deren Einzug kannten.
Nachdem das Paar eingezogen war hatten wir auf einmal zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten massive Klopfgeräusche. Irgendwann war uns klar, dass diese Geräusche wohl auch nur durch das Drauftreten auf eben solche Stellen im Laminat verursacht werden. Wenn man dies aber jeden Tag und auch über den ganzen Tag verteilt anhören muss - und nachdem das Kind der Familie im EG nun auch das Laufen anfängt - und diese Klopfgeräusche auch bis in die Nacht gehen macht einen das auf Dauer doch sehr ärgerlich. Vor allem kommt man nicht zur Ruhe.
Nach dem Einzug des Paares im EG wurden wir vom Sohn des Vermieters auf einmal nur noch sehr unfreundlich oder auch gar nicht mehr gegrüßt. Ständig wurden wir von dem feinen Sohn - der übrigens keiner Arbeit nachgeht und sich aufspielt als wäre er Gott - angepöpelt wir sollen doch unsere nächtlichen Ruhestörungen unterlassen. (Wir rücken nachts Möbel, schlagen gegen die Decke und poltern auch sonst nachts durch die Wohnung). Wir haben ihm mehrfach zu verstehen gegeben, dass wir nachts schlafen (Mein Mann ist berufstätig und verlässt morgens um 7 das Haus) und - falls überhaupt vorhanden - die Störungen nicht von uns verursacht werden. Dann hieß es auf einmal wir würden nachts den Subwoofer aufdrehen (wir haben gar keinen).
Dann war irgendwann in einem Gespräch mit allen Parteien vereinbart worden, dass die Mieter im EG und wir die Arbeiten im Vorgarten teilen. Am 15.6.2013 haben mein Mann und ich 2,5 Stunden diesen Vorgarten von sämtlichem Unkraut befreit. Im Oktober wurden wir dann von ihm sehr unfreundlich angesprochen warum wir das Unkraut im Vorgarten nicht beseitigen. Ich erklärte ihm, dass wir nicht dran sind, da wir erst im Juni gemacht haben. Von den Mietern im EG wurde übrigens bis heute (5.5.14) im Vorgarten nichts gemacht.
Die Treppenhausreinigung sollte abwechselnd jede Woche von einer Partei gemacht werden. Die Mieter im EG haben z. B. von November 2012 bis September 2013 von 17mal die sie dran waren genau 8 mal geputzt. Das interessiert den Sohn in keinster Weise. Da wird kein Wort drüber verloren ausser der Bemerkung: Naja, wenn die unten mal wieder das Treppenhaus nicht machen dann könnt ihr ja wenigstens einen Besen nehmen und den gröbsten Dreck weg machen.
Der Sohn im DG beschuldigt uns, wir würden im Vorgarten Katzengift streuen (dabei ist es Dünger, welcher noch nicht einmal von uns stammt). Er kommt nachts um 2.30 Uhr nach Hause, trampelt in seinem Wahn wie ein Irrer durch die Wohnung. An Schlaf ist da nicht mehr zu denken. Als wir ihn darauf ansprachen meinte er nur: Ja, da bin ich nach Hause gekommen.
Als ich einmal morgens um 06.40 Uhr an einer Tischkante angeeckt bin fiel eine leere Tasse, welche am Rand stand, zu Boden. Daraufhin mussten wir uns 1/2 Std. Getrampel von oben anhören. Als wir in darauf ansprachen meinte er: Da seht ihr mal wie das ist.
Er klingelt uns abends um 23.00 Uhr aus dem Bett und meint: Es würde doch nun reichen, er möchte seine Ruhe. Wir lagen beide seit 22 Uhr im Bett und haben geschlafen.
Er erzählt seinem Vater (Vermieter) ständig irgendwelche Lügengeschichten über uns (bzgl. Lärmbelästigungen), er macht uns in der Nachbarschaft schlecht.
Die Dame im EG zieht es auch sehr häufig vor in Schuhen mit harten Absätzen durch die Wohnung zu trampeln. So auch am Ostersonntag. Von 7 bis 8.10 Uhr (da haben sie dann das Haus verlassen) lief sie mit Stöckelschuhen durch die gesamte Wohnung. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Wir jedoch bekommen eine Abmahnung wegen Ruhestörung am Ostersonntag (siehe unten).
Ich könnte noch viele weitere Punkte anführen, aber das würde den Rahmen noch mehr sprengen. Fakt ist, die beiden Parteien sind richtig dicke miteinander und einer lügt für den anderen. Wir in der Mitte bekommen den ganzen Lärm sowohl von oben als auch von unten ab und können uns nicht dagegen wehren weil die beiden Parteien zusammenlügen was da Zeug hält.
Zwar sind wir mittlerweile auf der Suche nach einer anderen Wohnung, was aber nicht so einfach ist. Erstmal muss etwas vergleichbares und vor allem auch bezahlbares gefunden werden. Andererseits haben wir - nach noch nicht einmal 2 Jahren - nicht schon wieder das Geld für einen erneuten Umzu übrig.
Am 4.12.2013 erhielten wir ein Schreiben des Vermieters. Ich zitiere:
"Ich möchte Ihnen nach dem Durchlesen der Beschwerdebriefe mitteilen, das ich gegenüber ihrem ersten Auftreten sehr enttäuscht bin. Das Haus habe ich von meinem Stiefvater übernommen und vollkommen renoviert.
Der Kapitalaufwand war sehr hoch und ich kann nicht hinnehmen, mich dort um eventuell kranke Menschen zu kümmern.
Bei der nächsten Beschwerde von den Mietern oder auch Nachbarn, was ja stimmt, werde ich einen Anwalt einschalten und Ihnen die Wohnung kündigen."
Unsere Antwort war folgende:
"da aus dem Inhalt Ihres Schreibens vom 02.12.2013 nicht nachvollziehbar ist um welche Beschwerdebriefe es geht erwarten wir, dass Sie dies konkretisieren. Ebenso geht aus Ihrem Schreiben nicht hervor, ob es sich um eine Abmahnung handelt. Sollte Ihr Schreiben eine Abmahnung darstellen erwarten wir, dass Sie uns mitteilen, was abgemahnt wird.
Wir haben Ihnen seit unserem Einzug keinerlei Anlass zu Beschwerden gegeben noch haben wir etwas kaputt gemacht.
Daher weisen wir die „Beschwerden der Hausgemeinschaft“ zurück. Somit besteht auch kein Anlaß für eine Kündigung.
Mit freundlichen Grüßen"
Daraufhin erhielten wir am 28.12.2013 folgendes Schreiben:
Zitat:
"Ihren Brief habe ich erhalten, nur was ich vermisse ist eine Einfügung in die Hausgemeinschaft. Man kommuniziert miteinander und hält sich an die Hausordnung.
Liebe Fam. xxxx, ich möchte Ihnen einen persönlichen Rat geben, wenn Sie mit einer Hausgemeinschaft nicht zurechtkommen, so gibt es genug leerstehende Einfamilienhäuser, deren Miete eventuell günstiger ist als die jetzige und dort können Sie und Ihre Frau schalten und walten wie Sie wollen.
In Zukunft bitte ich Sie sich an meinen Sohn xxxx zu wenden.
Mit freundlichen Grüßen"
Ein 10-seitiges Einschreiben von uns - das den Vermieter mal über die tatsächlichen Zustände im Haus und über das Verhalten seines Sohnes informieren sollte - blieb ungelesen. Er hat die Annahme einfach verweigert.
Am Freitag, 25.4.2014, erhielten wir ein Schreiben des Verbandes "Haus & Grund". Zitat:
"Wir vertreten die Interssen unseres Mitgliedes, Herrn xxxx, Anschrift.
Unser Mitglied führt Klage darüber dass von Ihnen in der Wohnung erhebliche Lärmbelästigungen verursacht werden. Dies geschieht insbesondere in den Abendstunden durch Gepolter, Möbelrücken und Schläge gegen die Decke. Dies bezüglich hat Ihnen unser Mitglied bereits 2-mal eine Abmahnung erteilt, worauf sich jedoch keine Verbesserung ergeben hat.
Die Mitmieter im Haus, sowie auch die Nachbarschaft hat sich über die von Ihnen verursachte Lärmbelästigung schon mehrfach massiv beschwert.
Erst kürzlich am Ostersonntag, soll es morgens ab 07.00 Uhr nochmals dermaßen laut gepoltert und geklopft haben in der Wohnung, sodass sich die Mitmieter im Hause massiv belästigt gefühlt haben.
Dies ist auf Dauer für unser Mitglied und auch die Mitbewohner des Hauses nicht weiterhin zumutbar. Sollten Sie in Zukunft diese massiven Lärmbelästigungen nicht unterlassen, sieht sich unser Mitglied gezwungen das Mietverhältnis mit Ihnen fristlos zu kündigen.
Das Schreiben hat die Wirkung einer Abmahnung.
Hochachtungsvoll"
Vielleicht hat jemand einen Rat für uns wie wir uns verhalten bzw. wie wir uns wehren sollen. Das alles geht mittlerweile auch massiv an die Substanz. Man kommt mit einem flauen Gefühl im Magen nach Hause weil man nicht weis, was einen nun wieder erwartet. Ich wache nachts mit Albträumen auf und auch sonst sind wir beide nervlich mehr als angespannt.
Ich bedanke mich fürs Lesen und hoffe auf hilfreiche Antworten.
Liebe Grüße
Tina