Hallo liebe Forumsmitglieder,
vor dreieinhalb Monaten bin ich aus meiner alten Wohnung ausgezogen, leider habe ich aber noch Ärger:
Es geht um eine überhöhte Endreinigungsgebühr und die fehlende Verbrauchskostenabrechnung
Nun habe ich zwar die Kaution zurückerhalten, allerdings fehlen ca. 140 Euro. 40 Euro für eine Türreparatur und 100 Euro ohne Angabe von Gründen.
Die 40 Euro kann ich mir erklären, bei der Wohnungsübergabe fehlte der Schlüssel der Abstellkammer (die ich nie abgeschlossen hatte und mir auch nicht erklären kann wo der Schlüssel geblieben ist, aber ich denke das ist wohl mein Fehler). Beim Auszug sagte er dazu: Ist ja nicht so schlimm (meines Wissens lassen sich alle 3 Zimmertüren in der Wohnung mit dem gleichen Schlüssel aufschließen und es waren nur noch 2 da).
Höchstwahrscheinlich sollen die übrigen 100 Euro für die "Endreinigung" sein, die wie folgt im Mietvertrag festgehalten ist:
"Beim Auszug ist die Wohnung besenrein zu verlassen, die Endreinigung übernimmt eine beauftragte Putzhilfe. Die Kosten gehen zu Lasten des Mieters."
Konkrete Kosten dafür sind nicht genannt.
Ich habe in der Wohnung 15 Monate gewohnt. Die Wohnung ist 45 qm groß und komplett gefliest. Hinzu kommt, dass ursprünglich am Tag nach meinem Auszug gleich eine neue Mieterin einziehen sollte. Daraufhin hatte ich meinem Vermieter telefonisch angeboten die Wohnung selbst gründlich zu puten, die professionelle Reinigung könnte man sich dann sparen und die Nachmieterin die Wohnung ggf. bei der Übergabe auch gleich übernehmen. Er willigte ein. Später teilte er mir per E-Mail mit, dass er doch auf die Reinigung gemäß Mietvertrag bestehe. Ärgerlich für mich, da ich die Wohnung zu dem Zeitpunkt schon komplett gründlich gereinigt hatte, aber ich dachte damals: "Das ist Pech und für mich dumm gelaufen, aber es war nur telefonisch besprochen und die Reinigung steht nun mal im Mietvertrag, das ist es nicht wert einen großen Streit vom Zaun zu brechen".
So. Damit dachte ich die Sache wäre erledigt. Nun fehlen aber ganze 100 Euro, ich dachte ich sehe nicht recht!
Ich weiß, dass üblicherweise die Frau des Vermieters den Flur gewischt hat etc. (Vermieter wohnen direkt gegenüber) und ich bin mir sicher, dass für die Endreinigung kein(e) professionelle(r) Raumpfleger(in) engagiert wird, sondern dass die Vermieter selbst einmal gründlich putzen!
So, die 40 Euro für die "Türreparatur" (die sicher nie erfolgt ist) kann ich trotz allem nachvollziehen, der Schlüsselverlust wird wohl mein Fehler sein.
Die 100 Euro für die Endreinigung (die wahrscheinlich aus einmal-den-boden-wischen bestand) aber halte ich für völlig überzogen! Wie viele Stunden kann man denn in einer gründlich geputzten 45qm Wohnung noch putzen und zu welchem Stundenlohn??
Nach seinem Beharren auf der Endreinigung hatte ich meinem ehemaliger Vermieter ja zugetraut, dass er an mir noch etwas verdienen möchte, aber das?
Die Verbrauchskostenabrechnung steht auch noch aus (ich habe sie von ihm gefordert, hatte eine recht hohe pauschale gezahlt und es gab keine Anpassung o.ä. nach einem Jahr), die bekomme ich angeblich auch "in Kürze". Mein Vermieter ist allerdings NIE telefonisch erreichbar. Ich muss sagen ich mache mir Sorgen. Da ich die Wohnung wenig genutzt hatte (tagsüber Arbeit, am Wochenende meist nicht dort) habe ich eine Rückzahlung vom Stromanbieter von über 300 Euro für 12 Monate bekommen. Bei Wärme und Wasser dürfte es ähnlich aussehen, ich befürchte aber nun, dass mich auch da mein Vermieter ordentlich übers Ohr hauen möchte bzw. dass ich da kein Geld sehen werde.
Was ratet ihr mir? Wie kann ich (ggf. gegen den Vermieter) vorgehen?
Ich freue mich über Tipps und Einschätzungen eurerseits! Leider bin ich nicht rechtschutzversichert, einfach mal mit "ich schalte einen Anwalt ein" drohen wäre mir zu riskant. Ich habe aber das Gefühl, dass mich dieser Herr ordentlich über den Tisch zieht/ziehen will...
Besten Dank für eure Hilfe,
Tschilp