Mietminderung bei Heizungsdefekt

  • Hallo,

    Ich bin vor 2 Monaten in eine Doppelhaushälfte mit meiner Familie umgezogen. In dem Haus hat von Anfang an die Heizung (mit Gas betrieben) nicht richtig funktioniert. Der Vermieter hat dann die Heizung teilweise reparieren lassen, so dass die meisten Räume beheizt werden können (ausser Küche und Hobbyraum).
    Problem ist jedoch, dass vor 30 Jahren die Anschlüsse der Heizung vertauscht wurden, so dass das Heizwasser nicht oben, sondern von unten in die Heizkörper reinläuft und oben, wo die alten Drehknöpfe sind, wieder abfliesst. Dadurch lässt sich die Heizung nicht vollständig entlüften (diese wurden während der vom Vermieter durchgeführten Renovierung alle abmontiert, so dass viel Luft in den Heizkörpern ist). Ich muss jeden 2. bis 3. Tag die Hauptheizung im Keller entlüften, da sonst die Heizkörper nicht warm werden. Der Heizungsmonteur meinte dass die Heizung aufwendig repariert werden muss, damit sie wieder vollständig funktioniert.
    Zusätzlich sind an 2 weiteren Heizkörper die Ventile Defekt, dh ich habe in der Küche und im Hobbykeller keine funktionierenden Heizkörper.
    Seit Wochen versuche ich jetzt den Vermieter zu erreichen, dieser meldet sich aber nicht. Email mit Aufstellung der Mängel und das er sie beseitigen soll, werden nicht beantwortet.
    Wie kann ich jetzt weiter vorgehen. Frist setzen? Miete reduzieren? Wenn ja um wieviel Prozent? Oder die Heizung reparieren lassen (was bestimmt mehr als 1000 Euro kostet) und die Kosten mit der Miete verrechnen?

    Für Hilfe wäre ich sehr dankbar, da ich momentan nicht weiss, wie ich weiter vorgehen soll.

    Mit freundlichen Grüßen

    3 Mal editiert, zuletzt von Frankerze (17. November 2013 um 01:36)

  • Zitat

    Email mit Aufstellung der Mängel und das er sie beseitigen soll, werden nicht beantwortet.

    Nichts gegen moderne Kommunikationsmittel, aber hier würde ich auf die gute alte Post vertrauen.

    Mängelliste mit Fristsetzung und Ankündigung Mietminderung nachweisbar, möglichst noch von Zeugen bestätigt, per Einwurfeinschreiben.

    Frist setzen - ja

    Miete reduzieren - möglicherweise

    Wie viel Prozent - unbedingt fachlichen Rat einholen oder besser noch fachlich vornehmen lassen.

    Heizung selbst reparieren lassen und mit der Miete verrechnen - wäre eine Option. Allerdings die letzte und auch nur dann wenn die Heizung total ausfällt und der VM nicht agiert.

  • So in etwa wie meine Vorrednerin würde ich es ebenso machen: Dem VM die Mängel schriftlich nachweislich auflisten (auch, seit wann sie ihm bekannt sind, kann nicht schaden) und ihn auffordern, sie zeitnah zu beheben, um Schäden an der Mietsache und Mietminderungen zu vermeiden.
    Dass die Heizungsanlage wegen Falschinstallation seit Jahrzehnten schlecht funktioniert, kann nicht mit Gewohnheitsrecht gerechtfertigt werden.

  • Vielen Dank für die Antworten,
    die Mängel bestehen seit dem Einzug, das weiss der Vermieter auch. Ich habe Ihn auch schon mehrfach daraufhingewiesen, schriftlich per email, per telefon, er war auch schon mit dem Heizungsmonteur in der Wohnung. Ein Teil der Heizung wurde ja auch repariert. Die Problematik mit den vertauschten Rohren war Ihm offensichtlich auch nicht bekannt. Die kam ja erst zum Tragen nachdem alle Heizkörper abgebaut und gestrichen wurden (veranlasst vom Vermieter) und dann wieder montiert wurden und nun voller Luft sind, die man nicht mehr vollständig rausbekommt. Da er es jetzt aber weiss und realisiert hat, dass die Reparatur richtig teuer wird, meldet er sich halt nicht mehr. Wenn ich Ihm jetzt eine Frist setze und er daraufhin nicht reagiert, wovon ich ausgehe, dann werde ich wohl die Miete um 10% reduzieren. Ich kann ja nicht die gesamte Heizungsanlage austauschen lassen für mehrere 1000 Euro. Nachher sagt er das wäre alles gar nicht nötig gewesen. Ich hab eh so ein Gefühl, dass das in einem Rechtsstreit vor Gericht enden wird, da er mit Sicherheit gegen die Mietminderung vorgehen wird.

  • Frankerze:

    "die Mängel bestehen seit dem Einzug, das weiss der Vermieter auch."
    - solltest Du BEWEISEN können.

    "Ich habe Ihn auch schon mehrfach daraufhingewiesen, schriftlich per email, per telefon, er war auch schon mit dem Heizungsmonteur in der Wohnung. Ein Teil der Heizung wurde ja auch repariert."
    - Auch dies solltest Du beweisen können UND auffordern, sämtliche ihm mitgeteilten Mängel zeitnah abzustellen.

    "Die Problematik mit den vertauschten Rohren war Ihm offensichtlich auch nicht bekannt. Die kam ja erst zum Tragen nachdem alle Heizkörper abgebaut und gestrichen wurden (veranlasst vom Vermieter) und dann wieder montiert wurden und nun voller Luft sind, die man nicht mehr vollständig rausbekommt."
    - Auch das solltest Du - im Falle des "Falles" - beweisen können.

    "Da er es jetzt aber weiss und realisiert hat, dass die Reparatur richtig teuer wird, meldet er sich halt nicht mehr."
    - Ist jedoch kein Argument.

    "Wenn ich Ihm jetzt eine Frist setze und er daraufhin nicht reagiert, wovon ich ausgehe, dann werde ich wohl die Miete um 10% reduzieren."
    - Hier gibt's Infos:
    Mietminderungstabelle
    Kanzlei Feser - Mietrecht
    RA Thomas M. R. Disque

  • Ich habe Ihn auch schon mehrfach daraufhingewiesen, schriftlich per email,


    am besten schaust du dir nochmal an, wie die Schreiben formuliert waren und versuchst ein neues Schreiben mit freundlicher aber konkreter Fristsetzung etc. Überleg dir vorher, was Du mit dem Schreiben erreichen möchtest, dann versteht es der Mieter und wird reagieren. Ganz sicher


  • "Die Problematik mit den vertauschten Rohren war Ihm offensichtlich auch nicht bekannt. Die kam ja erst zum Tragen nachdem alle Heizkörper abgebaut und gestrichen wurden (veranlasst vom Vermieter) und dann wieder montiert wurden und nun voller Luft sind, die man nicht mehr vollständig rausbekommt."

    Das mit der Luft dürfte ziemlich unwahrscheinlich sein. Fragen Sie mal einen fähigen Heizungsmann/-frau, der/die wird Ihnen sagen können, dass eine Instandsetztung ( wenn auch nicht 100% ) relativ einfach zu machen ist. Dann wird auch der VM sicher leichter ins Boot zu holen sein.

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