Zu hohe Heizkosten und paar andere Probleme

  • Hallo Leute,

    ich hab im Unterforum für Miete bereits ein Thema erstellt, weil sich unsere Probleme nicht nur auf Nebenkosten beziehen. https://forum.mietrecht.de/thread/4459-sc…acht/#post27037

    Aber hier jetzt mal zu dem Problem mit den Nebenkosten:

    Wir hatten Ende November 2012 eine Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2011 bekommen. Die Abrechnung war komplett für das Jahr 2011, alles komplett aufgeschlüsselt und dargestellt wie unser Anteil zustande kommt, denn wir wohnten ja erst ab September dort. Der Betrag den wir nachzahlen sollten betrug über 650€ wobei der Großteil für die Heizkosten ist. Zudem sollten wir demnächst 470€ Nebenkosten bezahlen, damit nicht so hohe Nachzahlungen entstehen würden. Nun haben wir mehrere Gründe, warum wir der Ansicht sind, dass das viel zu hoch ist.
    Erstens, haben wir erst relativ spät angefangen richtig zu heizen, da September und Oktober noch schön warm war. Und rein vom Gefühl her ist der Betrag dafür dann schon zu hoch, da es sich ja um eine reine Nachzahlung handelte.
    Zweitens, haben wir uns die restlichen Monate in der Abrechnung mal angeschaut. Unser Vormieter, welcher bis Mai 2011 in der Wohnung lebte, soll von Januar bis Mai 2000€ verheizt haben. Wir haben zwar selbst keine Erfahrung mit solchen Werten, was wir aber an Werten aus unseren Elternhäusern und so haben, klingt auch das im Vergleich sehr extrem. Zudem soll in der Zeit zwischen seinem Auszug und unserem Einzug, in welcher lediglich ein paar Renovierungsarbeiten durchgeführt wurden und die Wohnung sonst leer stand, über 450€ verheizt worden sein. Für den Sommer auch recht viel, denke ich. Zudem haben wir die Heizkosten des gesamten Jahres mal mit den Werten unserer Nachbarin auf der selben Etage verglichen. Ihren Angaben nach heizt sie das Jahr über durchgängig, auch wenn sie im Urlaub ist und hat zudem auch stets ein Fenster direkt über der Heizung auf Kipp. Kann man von halten was man will, aber auf jeden Fall ist ihre Wohnung immer richtig warm, mir persönlich schon zu warm. Auf jeden Fall soll laut Abrechnung die besagte Nachbarin knapp 1700€ weniger Nebenkosten insgesamt zahlen, als für unsere Wohnung im Kalendarjahr 2011 lediglich an Heizkosten angefallen sind. Beziehungsweise sollen unsere Heizkosten für den Zeitraum September bis Dezember gerade mal halb so groß sein wie die ihre im gesamten Jahr. Und da sie wie erwähnt sehr viel und stark heizt sind das auch Relationen, die ich persönlich so nicht verstehen kann.
    Drittens, haben wir das Gefühl, dass die Verbrauchsmessgeräte, die an den Heizungen hängen, unstimmige Werte messen. Der Verbrauch wird bei denen in Verbrauchseinheiten (VE) angegeben. Zum Test haben wir die Heizung im Wohnzimmer mal 24 Stunden auf 5 laufen lassen. Das Ergebnis waren 27 VE. Die Heizung in meinem Zimmer hat bei knapp 12 Stunden auf Stufe 2-3 20 VE gemessen. Und eine andere Heizung bei einem Wochenende auf 1 ebenfalls 20 VE. Wie gesagt, mir persönlich fehlt die Erfahrung in diesem Gebiet, aber zumindest kommen mir die Messungen nicht sonderlich stimmig vor, wenn man sie miteinander vergleicht. Und diese Einschätzung teilten bisher alle die ich mit dieser langen Geschichte vollsülze.
    Und zu guter letzt natürlich funktionieren unsere Heizungen wie schon beschrieben nicht vernünftig. Die Begründung, dass das an der Lage der Wohnung liegt, ist natürlich hinfällig, da die anderen beiden Wohnungen auf unserer Etage keine Probleme mit der Heizleistung haben.
    Auf jeden Fall hatten wir nun diese Aufforderung zur Nebenkostennachzahlung bekommen. Aufgrund der oben angeführten Gründe haben wir dieser Aufforderung am 03.12.12 direkt schriftlich widersprochen. Wir sagten, dass wir Zweifel an der Richtigkeit haben. Also das entweder die Messwerte falsch wären, oder aber die Messgeräte nicht vernünftig funktionieren würden. Wären diese Zweifel beide ausgeräumt worden, so hätten wir natürlich direkt gezahlt. Allerdings kam lange Zeit keine Antwort auf unseren Widerspruch. Erst am 19.01.13 kam eine Antwort. Beigefügt waren die Messwerte aus dem Jahr 2011 sowie die Aufforderung bis zum 25.01.13 zu bezahlen. Da die Messwerte stimmig mit den Angaben auf den Rechnungen waren, war dieser Punkt durchaus geklärt. Der andere Punkt, dass die Geräte möglicherweise fehlerhaft wären, hingegen wurde gar nicht angesprochen. Also haben wir am 22.01. wieder schriftlich Widerspruch eingelegt. Es sollen doch bitte die letzten Zweifel ausgeräumt werden. Jetzt kam am 19.02. ein neuer Brief. Darin wurde angegeben das wir 716,92€ im Rückstand wären, davon wären 656,92€ von der Nachzahlung der Abrechnung von 2011 (woher kommen die restlichen 60€?). Wir werden abermals aufgefordert das Geld bis zum 28.02.13 zu überweisen, oder aber, falls eine Zahlung in einer Summe nicht möglich wäre, schriftlich einen verbindlichen Ratenzahlungsplan einzureichen.
    Jetzt sind wir unsicher, wie wir weiter vorgehen sollen. Zum Einen hab ich jetzt gelesen, dass man mit so einem Widerspruch nicht einfach die Zahlung herauszögern kann, sondern in Verzug gerät. Dementsprechend müssten wir entgegen unserer eigentlichen Absicht zahlen. Die Hoffnung. dass danach aber noch irgendwas in Richtung Beseitigung unserer Zweifel und somit der, aus unserer Sicht nötigen, Rechtfertigung der Höhe der Nebenkostenabrechnung passiert, ist ziemlich gering. Nicht zahlen ist aber auch nicht unbedingt verlockend, weil sonst kommen bald die Mahnungen und dann könnte es teuer werden. Da unser Vermieter aber ja auf unsere letzten Zweifel nicht eingeht, sie komplett unkommentiert lässt, wissen wir nicht was wir genau machen sollen. Vor allem kommt dann ja auch noch die vermutlich horrende Nachzahlung für 2012 auf uns zu.

    Dann sag ich schon mal Danke an jeden der sich hier durch gearbeitet hat und noch ein viel größeres Danke an alle die eine Idee haben was man in unserer Situation machen sollte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Space Malte

  • Die Abrechnung und die abgelesenen Werte der Heizkostenverteiler sind die Grundlage für eine Prüfung der Richtigkeit der Rechnung.
    Sie dürfen natürlich Gefühle und Vermutungen hegen. Diese können aber nur Auslöser einer genauen Prüfung sein.

    Hier kann das niemend überprüfen sondern rate zu einer Konsultation bei einer Verbraucherzentrale.

    Auch in Ihren Ausführungen mit selbstdurchgeführten Meßwerten gibt es falsche Rückschlüsse, ebenso beim Monatsvergleich in Bezug auf die Vorauszahlungen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Kolinum (22. Februar 2013 um 18:14)

  • Hallo Malte,
    in Deinem Roman (Substanz entscheidet!) vermisse ich eine Grössenangabe der Wohnung.
    Zur Info: In dem von mir vermieteten MFH betragen die Heizkosten pro Jahr und m² Mietfläche etwa 12€.

  • Hallo Malte,
    in Deinem Roman (Substanz entscheidet!) vermisse ich eine Grössenangabe der Wohnung.
    Zur Info: In dem von mir vermieteten MFH betragen die Heizkosten pro Jahr und m² Mietfläche etwa 12€.

    Japs, sorry wenn das nicht so klar wurde. Ich hatte halt vorher beide Problemfelder in einem Text erläutert und danach erst in zwei Texte aufgeteilt, deswegen ist die Info nicht in dem Text, mein Fehler. Die Wohnung hat 96m². Dementsprechend kommen wir laut der Abrechnung 2011 auf knapp 40€ pro m² an Heiz- und Warmwasserkosten. Zudem beträgt der Anteil der Wasserkosten bei uns knapp 15% der Heiz- und Warmwasserkosten.

  • Die Wohnung hat 96m². Dementsprechend kommen wir laut der Abrechnung 2011 auf knapp 40€ pro m² an Heiz- und Warmwasserkosten. Zudem beträgt der Anteil der Wasserkosten bei uns knapp 15% der Heiz- und Warmwasserkosten.


    OK, in meinem MFH wie gesagt ca. 12€ pro m² und Jahr, wovon durchschnittlich für Zentralheizung in den vergangenen drei Jahren 77%, für WWBereitung 23% draufgingen.
    Und meine Mietwohnung mit Gasboiler für Heizung und WWasser liegt auch bei rund 12€/m² und Jahr.

    Aaber... über dreimal soviel wie bei uns ("normal")...:eek::mad:

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