Sonderkündigung möglich?

  • Hallo, wir haben folgendes Problem mit unser Wohnung, folgendes Anschreiben schildert das so ziemlich. Hoffe mir kann da wer einen Rat geben.

    Im Sommer 2012 begaben wir uns auf Wohnungssuche, speziell in XXX, da wir dort verwurzelt sind. Zufällig fanden wir über das Portal „Immobilien Scout“, eine Wohnung in der XXX. Da die Eltern/Großeltern von Frau XXX im Nebenhaus wohnen erschien es uns sehr attraktiv. Wir sind beide noch in der Ausbildung und da wir einen Hund besitzen, passte uns die Lage der Wohnung unheimlich gut. So bestand die Möglichkeit, den Hund bei Bedarf zu den Eltern zu geben. Außerdem machen es gesundheitliche Probleme der Eltern/Großeltern nötig, dass keine allzu große räumliche Entfernung zu uns besteht.

    Wir bekamen sehr schnell einen Besichtigungstermin. Zu dieser Zeit wurde die Wohnung noch von den Vormietern XXX bewohnt. Die Besichtigung fand im Beisein der Vormieter, der Hausverwalterin Frau XXX, Herrn XXX & Frau XXX sowie Frau XXX senior statt. Die Wohnung war relativ ungepflegt: Tapeten teilweise abgekratzt, mehrere Wände über Heizkörpern von grauen Schleiern bedeckt und sehr ungepflegte Holzfensterrahmen. Man sagte uns diese Schleier seien durch Kerzen entstanden… und die Katzen machen viel kaputt.

    Da wir aufgrund der Lage sehr interessiert an der Wohnung waren, waren wir ebenfalls erfreut, dass die Wohnung renoviert werden würde. Die Renovierung bezog sich auf die Erneuerung des Badezimmers und des Gäste WC´s. Ansonsten würde die Wohnung gestrichen. An den Fenstern und Fußböden wolle man aber nichts machen.

    Zwei Wochen später unterschrieben wir den Mietvertrag inklusive der Übernahme der vergüteten Hausmeistertätigkeit. Einige Tage später bekamen wir von den Vormietern die Möglichkeit einige Räume auszumessen. Dabei erzählten sie uns, dass sie starke Schimmelprobleme gehabt hätten und froh seien, endlich ausziehen zu können. Es seien im Schlafzimmer Silikatplatten angebracht worden und es wurde mit Kalkfarbe gestrichen, um das Problem zu beheben. Naiv gaben wir auf ihre Beschreibungen nicht allzu viel, da diese Leute insgesamt sehr ungepflegt waren und die Wohnung unheimlich verdreckt gewesen ist. Direkt danach sagte sie uns noch, wir sollen der Verwaltung nichts davon berichten, was sie uns erzählt haben, weil sie Angst um ihre Kaution hatten. Das war recht dubios.

    Dennoch haben wir nach einiger Bedenkzeit ein Schreiben an die Verwaltung aufgesetzt (s. Anhang Emailverkehr), indem wir unsere Befürchtung mitgeteilt haben, mit der Bitte um Beseitigung eventueller Mängel. Bei einem Anruf versicherte uns Frau XXX mehrfach, dass in dieser Wohnung keinerlei Probleme mehr bestünden. Es gäbe lediglich in einer Wohnung im Haus (5 Parteien) ein „Problemchen“, das aber behoben sei; es aber noch nicht geklärt ist, wer die Schuld am Auftreten des Problems trägt.

    Wir haben uns also auf diese Versicherung verlassen und uns ordentliche, passgenaue Möbel gekauft/fertigen lassen, die für uns als Auszubildende dementsprechend teuer waren. Über den Oktober werkelte ein „Hausmeisterservice XXX“ in der Wohnung, allerdings sprach niemand deutsch/englisch, sodass wir nicht erfahren konnten, ob sie Schimmel gefunden haben oder nicht. ..

    Zwei Wochen (!!) nach unserem Einzug am 1.11.2012 entdeckten wir Flecken auf der Tapete im Arbeitszimmer und direkt daneben löste sich die Tapete. Bei genauerer Betrachtung und Geruchtstest stellte sich heraus, dass es Schimmel ist. Die Wand unter der Tapete ist schwarz (S. Mängelprotokoll 1). Noch am Abend haben wir den Mangel per Mail gemeldet (s. Anhang Emailverkehr).

    Frau XXX und der Chef des Hausmeisterservices kamen zur Begutachtung und zeigten sich überrascht. Kurz darauf kam ein Herr XXX – Umweltanalytiker – zur Messung der Feuchtigkeit. Er sah das Problem und sagte sofort, dass das klar ein Altschaden sei. Als Zeugin war Frau XXX senior anwesend. Er erklärte uns, dass es Sinn machen würde Lüfter in alle Fenster einzubauen, da das Problem sonst ja nicht dauerhaft behoben werden könne. Die Schimmelwand war 6° C kälter als die Innenwand, daher ein Schimmelbefall in dem kleinen Raum fast nicht verwunderlich. Er verfasste wohl ein Gutachten, dass er dem Eigentümer und der Verwaltung zukommen ließ. Uns nicht.
    Bis Anfang dieses Jahres tat sich diesbezüglich nichts mehr. Allerdings traten weitere Mängel auf (s. Mängelprotokoll).

    Das Protokoll habe wir immer sofort ergänzt und der Verwaltung geschickt. Glücklicherweise machten wir nach dem Auszug der Vormieter Fotos auf denen erkennbar ist, dass die Stelle schon befallen waren, bevor "renoviert" wurde!

    Am 7.1.2013 bekamen wir nun die Information, dass der Eigentümer und der Architekt am 10.1.13 kommen würden, um sich die Probleme anzusehen und das weitere Vorgehen mit uns zu besprechen. Der Eigentümer Herr XXX präsentierte sich freundlich und bereit, das Arbeitszimmerproblem beheben zu lassen, er äußerte sich aber nicht wie. Alle anderen Mängel tat er ab und meinte, wir sollen „aus einer Mücke keinen Elefanten machen“. Als Zeugin war auch wieder Frau XXX senior anwesend. Viel Zeit hatten die Herren nicht, da sie sich noch 2 andere Wohnungen im Haus ansehen wollten, was uns schon gewundert hat, da es dort ja angeblich keine Probleme gäbe!

    Am 11.01.13 wollte sich unsere Nachbarin Frau XXX informieren, was Herr XXX zu uns gesagt hätte. In diesem Moment erfuhren wir zum ersten Mal, dass alle Wohnungen im Haus seit Jahren Schimmelprobleme haben, die immer wieder auftreten und nicht behoben werden! Mittlerweile hat Frau XXX seit langem die Miete gemindert und einen Anwalt eingeschaltet. Sie bekam nun die fristlose Kündigung – weitere Umstände sind uns nicht bekannt. Aber sie will sich das nicht gefallen lassen.

    Herr XXX erzählt wohl seit Jahren, dass das Haus saniert werden würde, aber es tut sich nichts. Zu uns sagte er dies nun auch.

    Dieser Vorfall hat uns nun den Rest gegeben und wir haben uns entschlossen schnellstmöglich auszuziehen! Einen Kampf wollen wir unseren Nerven nicht zumuten. Wir wohnen ja noch keine 3 Monate hier und es ist noch nicht so sehr zuhause, dass wir an der Wohnung hängen würden. Obwohl wir viel aus ihr gemacht haben und viel investierten. Unsere Gesundheit ist uns so wichtig, dass wir hier definitiv nicht bleiben wollen! Wir hatten kaum Zeit uns hier wohl zu fühlen und seit Entdecken des Schimmels erst recht nicht mehr. Wir sind nervlich schon ziemlich mitgenommen, gerade weil wir finanziell viel investiert haben.

    Heute haben wir direkt eine schöne Wohnung gefunden, die die Eigentümer für uns reservieren. Am Samstag 19.01.13 werden wir dies schriftlich festhalten. Die Wohnung ist frei. Bis das schriftlich fest ist, werden wir uns bedeckt halten. Die Eigentümer dort sind aber informiert, dass wir mit Ihnen darüber reden. Es sind sehr nette Leute, die unsere Geschichte kaum glauben konnten und sich freuen, uns eine Wohnung anzubieten, in der wir uns endlich wohl fühlen können und glücklich werden. Die Eigentümer wohnen selber im Haus und wir sind sicher, dass es dort keine Schimmelprobleme gibt. Nicht, dass wir von einem Drama in das nächste stolpern.

    Es geht uns jetzt nicht darum, dass die Mängel schnell beseitigt werden, dies wurde uns ja sowieso versichert.

    Unser Anliegen besteht darin, dass wie finanziell entschädigt werden möchten. Wir fühlen uns unheimlich betrogen! Wir sind schließlich in eine Wohnung eingezogen, die uns als mängelfrei angeboten wurde und dann auch noch sehr teuer ist (555€ KM für 74qm, in die die Terasse eingerechnet ist). Dies war eine bewusste Lüge, da die Mängel im ganzen Haus seit Jahren und Mietergenerationen bekannt sind (Frau XXX forschte nach und konnte mehrere Exmieter befragen)! Daher benötigen wir Ihre Beratung und Unterstützung. Nochmal kurz:

    1. Wir wären definitiv nicht eingezogen, wenn man uns nicht mehrfach versichert hätte, dass es hier keine Probleme gibt!
    2. Wir hätten keine weiteren finanziellen Aufwendungen für einen erneuten Umzug/Maler/Möbel, wenn die Wohnung tatsächlich mängelfrei wäre!
    3. Jeder Mietpartei wird erzählt, dass alle anderen Wohnungen mängelfrei seien, was definitiv nicht der Fall ist. Wir sprechen miteinander und haben Augen im Kopf!
    4. Wir möchten die drei monatige Kündigungsfrist ungern einhalten müssen, da wir so schnell es geht weg wollen.
    5. Für die restliche Zeit am liebsten die Miete mindern (Bankeinzug).

    Wir können unsere neuen Möbel mitnehmen. Allerdings müsste zb. die neue Küche etwas geändert werden, Vorhänge umgeändert werden, unsere teuren Vorwerk Teppiche waren umsonst… und wir sehen es einfach nicht ein, den Umzug zu finanzieren.

    Wir erhoffen uns Unterstützung von Ihnen um unsere Interessen zu vertreten. Wir wissen eben nicht, welche Möglichkeiten für uns bestehen, gerade in Bezug auf Kündigungsfrist und finanzielle Entschädigung bzw. Rücktritt vom Mietvertrag. Außerdem ist es uns ein Anliegen, dass das Problem bekannt wird und die beteiligten Verantwortlichen damit nicht durchkommen und Weiterlügen/Betrügen. Auch wenn wir ausziehen, geht es so einfach nicht.

    Leider bekomme ich vor Februar keine Beratung bei meinem Anwalt! Brauche wegen dem neuen Mietvertrag also dringend Hilfe!

  • Leider bekomme ich vor Februar keine Beratung bei meinem Anwalt!


    Vergiss' bitte nicht, dem Anwalt Hallo-wach-Pillen mitzunehmen.
    Irgendwo in diesem unsäglichen Roman habe ich das Wort Schimmel gesehen.
    Gib' es mal hier in der Suchfunktion ein oder bei Google: Dann haste Lesestoff bis nach Ostern.

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