Vermieter zu verpeilt (?), innerhalb eines halben Jahr Wohnung nicht einzugsfertig

  • Wir haben ein folgendes Problem mit unserer Wohnung. Sorry, es ist eine längere Geschichte - SO einem verpeilten Vermieter und solch dummen Umständen habe ich noch nie begegnet!

    Da bei uns ein neues Menschlein auf dem Weg in die Welt war, haben wir uns nach einer größeren Wohnung umgeschaut. Wir wohnen aktuell im 4. OG (ohne Aufzug), 2 Zimmer. Es hat sich herausgestellt, dass eine Wohnung im selben Haus frei ist, im 2. OG, 3 Zimmer. Da das ganze Haus einem Vermieter (VM) gehört, sollte es noch einfacher gehen, deswegen haben wir uns für diese Variante entschieden.

    Soweit so gut. Wir haben den VM im November 2011 gefragt, er hat gesagt dass es kein Problem ist, er jetzt aber keine Zeit hat dafür und ich später anrufen soll. Fast tägliche Anrufe innerhalb von 2 Monaten haben ihn ein paar Male erreicht, brachten aber dieselbe Antwort. Es wurde zudem eine Sanierung der Haushälfte geplant, wo wir umziehen wollten, ohne Angabe wann - aber danach konnten wir umziehen, hiess es. In Januar wurde uns als mögliches Umzugsdatum Anfang, dann Ende Februar genannt. Wir haben einen Mietvertrag mit dem VM schon vorbereitet, da stand "voraussichtlich Mitte März". Inzwischen war mein Baby auch schon geboren. Im Februar waren die Sanierungsarbeiten immer noch nicht begonnen, auch nicht im März. Der VM war immer schlechter telefonisch erreichbar, und machte immer nur wage Aussagen. Auch persönlich war es nicht leichter: wir hatten einige Male mit ihm ausgemacht, dass er vorbei kommt und wir alles besprechen, aber der kam entweder gar nicht oder mit einem Anruf eine halbe Stunde vorher.

    Im April haben die Sanierungsarbeiten endlich angefangen - plötzlich für alle Mieter. Mehr als ein Monat wurde gebohrt, geschlagen, Wände teilweise hingerissen und das Heisswassersystem erneuert. Baustaub und Dreck im Treppenhaus die ganze Zeit, betroffene Mieter mussten für paar Wochen sogar wegfahren, ich war nur jeden Tag den ganzen Tag mit dem Baby wegen dem ganzen Krach draussen.

    Jetzt ist Ende Mai, die Bauarbeiten sind soweit fertig. Die Wohnung wurde teilweise als Basis für Bauarbeiter benutzt, und sieht entsprechend aus. Fingerabdrücke an den Wänden, teilweise beschädigte Tapeten. Sie sah auch vorher nicht so gut aus, aber wir haben uns geeinigt, dass wir sie so wie sie ist nehmen, nur in einem Zimmer wird alter Teppich durch Laminat ersetzt, und das Bad ist halt neu durch Sanierung. Der Schloss wurde vom VM gewechselt, damit die Bauarbeiter mit dem Schlüssel von der Haustür reinkönnen - und ist immer noch nicht zurück gewechselt. Also können wir da immer noch nicht wohnen.

    Es war abgesprochen, dass wir immer "bald" einziehen können. Deswegen haben wir da schon ein Paar Sachen in einem Zimmer stehen, und haben da die Waschmaschine installieren lassen.

    Da es aber immer noch kein Ende sieht, die Beziehung mit dem VM mittlerweile so angeheizt ist und wir die geplante Sanierung der anderen Haushälfte im Sommer nicht noch durchmachen wollen, möchten wir doch woanders umziehen.

    Jetzt die Frage :)
    1. wie können wir es machen, ohne uns zu gefährden? Unsere Kaution ist bei VM, und der könnte ja behaupten dass wir mindestens einen mündlichen Vertrag haben, umzuziehen, wenn die Wohnung fertig ist (erste Kontaktaufnahme: November!!!). Ideal wäre, fristlos zu kündigen, wenn wir eine andere Wohnung gefunden haben, da es in unserer Stadt mit der Wohnungssuche sehr schwierig ist.
    2. Können wir dem Vermieter auch irgendwie für die ganzen verlorenen Nerven und Zeit zurückbezahlen? Vielleicht prüfen, ob alle Arbeiter legal gearbeitet haben, oder so? Mietminderung für die Sanierung?


    Vielen lieben Dank fürs Durchlesen und ich hoffe so sehr auf die Antworten!

  • Mal zusammengefasst

    Sie wohnen im gleichen Haus in einer Wohnung und haben mündlich eine mögliche Option auf eine andere Wohnung im Haus vom gleichen Vermieter ohne festen Termin wenn diese fertiggestellt wurde? Der neue Mietvertrag ist noch nicht unterschrieben und der alte MV noch nicht gekündigt.
    Es kommt zu Beeinträchtigungen durch Bauarbeiten / Sanierung im Haus.

    Und nun versuchen Sie zu tricksen um die gesetzliche Kündigungsfrist zu umgehen.

    Grundsätzlich habe ich Verständnis für Ihre Situation, jedoch vorallem Punkt 2 ihrer Frage lässt tief blicken. :(

    Aber mal von vorne.

    Grundsätzlich sind das zwei unabhängige Themen.

    Zitat

    Ideal wäre, fristlos zu kündigen, wenn wir eine andere Wohnung gefunden haben, da es in unserer Stadt mit der Wohnungssuche sehr schwierig ist.


    Ja ideal wäre dass für Sie schon aber rechtlich nicht zu begründen. Mit der neuen Wohnung die nicht fertig wird hat ihr altes Mietverhältnis ja nichts zu tun.

    Ihr jetzige Wohnung können Sie mit 3 Monatsfrist zum 3. Werktag eines Monats kündigen. Also wenn sie jetzt gleich kündigen wäre dass zum 31.8.12. Bis dahin sind sie weiterhin Miete und Nebenkosten schuldig.

    ABER ... sprechen Sie mit ihrem Vermieter über die Beeinträchtigungen durch den Umbau. Eventuell lässt er sich auf einen Aufhebungsvertrag ein, dort können Sie z.B. regeln, dass er auf die Kündigungsfrist verzichtet und sie auziehen können, sobald Sie eine neue Wohnung gefunden haben.
    Geht er darauf nicht ein wäre ggf. noch eine Mietminderung möglich wenn die Beeinträchtigungen wirklich nachweisbar über die Maßen die Wohnqualität beeinträchtigen, was Sie ggf. vor Gericht beweisen müssen.
    Dies ist mit einem Kostenrisiko behaftet und lohnt imho eher weniger.
    Aber aus der Kündigungsfrist kommen Sie fristlos nicht so einfach raus.

    Zitat


    2. Können wir dem Vermieter auch irgendwie für die ganzen verlorenen Nerven und Zeit zurückbezahlen? Vielleicht prüfen, ob alle Arbeiter legal gearbeitet haben, oder so? Mietminderung für die Sanierung?


    Also nachträglich schonmal garnicht und vergessen Sie die Idee mit der Erpressung, übler Nachrede bzw. Unterstellungen .. sowas geht ganz schnell nach hinten los und sie haben Ruckzuck eine Klage am Hals die teuer werden kann. Mal davon abgesehen wie Sie das prüfen wollen.. aber egal.
    Mietminderung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, das ist jedoch kein Selbstläufer und mit Vorsicht zu geniesen, sonst haben Sie am Schluss noch die Gerichts-, Anwalts- und Gutachterkosten am Hals.

    Der einfachste Weg ist immernoch miteinander Reden.
    Zum Thema Mietminderung, lesen Sie bitte die ausführlichen Erläuterungen z.B. hier im Portal durch und bedenken Sie dass es kein Mittel ist um Geld zu sparen sondern den Vermieter dazu zu bringen einen Mangel abzustellen. Renovierungsarbeiten im normalen Rahmen sind im Regelfall zu dulden. Über den normalen Rahmen entscheidet dann ggf. ein Gericht für richtig viel Kohle.

  • Hallo Vermieter,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    Das miteinander reden funktioniert leider nicht - würde ich gerne machen! Aber alle unsere Anrufe enden mit dem "Ja, ja, aber darüber reden wir später, Ok?" und keiner weiteren Reaktion des Vermieters. Auch persönlich klappt es nicht - wie gesagt, wir wollten uns schon mehrere Male mit ihm treffen und über die Situation reden, er hat sogar mit uns Termine ausgemacht, aber dann einfach nicht erschienen. Ohne Vorwarnung, oder einmal mit einem Anruf 30 Min vor dem ausgemachten Treffen! Als ob wir nicht arbeiten müssen, und nichts weiteres machen, als auf ihn den ganzen Tag zu Hause zu warten. Ich hoffe, er ist einfach so sehr verpeilt, ich könnte nicht glauben, dass er das absichtlich macht - vor allem schon so viele Male!
    Was würden Sie uns empfehlen, jetzt zu tun? Also wenn das Reden nicht funktioniert?

    Wegen "Punkt Nr.2": es geht mir mittlerweile richtig auf den Sack, wieviele Nerven, Zeit, Anrufe, Besichtigungen usw. uns diese Situation gekostet hat. Wir konnten längst schon eine andere Wohnung finden und normal umziehen. Hätte er bloß offen gesagt, dass er noch nichgt weiss, wann die Wohnung fertig sein wird! Er hat uns immer gesagt, es dauert so um einen Monat, und den Termin ständig verschoben. Für ihn mag es schön und praktisch sein, einen Mieter gefunden zu haben, der "auf Abruf" einziehen könnte, aber mir reicht diese Ungewissheit und diese Art, uns wie blöd zu behandeln. Vor allem mit dem kleinen Baby ist es echt schwierig, immer in den 4. Stock zu gehen, alles zu schleppen, in 2 Zimmern wohnen usw. So langsam ist es echt gemein.

    Es

  • Empfehlung .. Kündigen Sie per Einwurfeinschreiben und suchen Sie eine neue Wohnung zum 31.8. oder einem Termin danach, jenachdem wie schnell Sie denken eine passende Wohnung zu finden. Hört sich nicht so an als wäre hier noch eine einvernehmliche Lösung möglich.

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