Schimmelbefall in Wohnung

  • Hallo,

    wir haben im Dezember leider einen Schimmelbefall in unserer Wohnung festgestellt. Betroffen sind drei Zimmer. (Schlafzimmer, Küche und Badezimmer) Alle drei Räume befinden sich auf der selben Seite des Hauses.

    Wir haben den Vermieter darüber in Kenntnis gesetzt und dieser schickte seinen Sohn vorbei, welcher die betroffenen Stellen mit einem chlorhaltigen Reiniger und Alkohol behandelte. Nach wenigen Wochen trat das Problem erneut auf, da nicht die Ursache, sondern lediglich der Befall behandelt wurden.

    Zusätzlich stellten wir fest, dass sich in der Küche hinter einer Tapete ein weiterer, erheblicher Schimmelbefall befindet. Dort tritt der Schimmel auch massiv hinter der Heizung auf. Diese befindet sich an der Außenwand und dort haben wir mit einem Infrarotthermometer die Temperatur von innen gemessen, welche sich lediglich in einem Bereich von 9,5-12°C bewegte.

    Wir haben dann eine Mängelanzeige an den Vermieter geschickt, in der wir um die Beseitigung des Schimmels durch eine Fachfirma und die Ermittlung der Ursache gebeten haben.
    Heute hat der Vermieter uns telefonisch darüber informiert, dass er die Schuld am Schimmelbefall bei uns sieht.

    Als Argument führte er auf, dass er unsere Nebenkostenabrechnung mit der von den anderen Mietern verglichen hat und unsere Heizkosten auffällig niedriger wären. Dadurch sollen wir für den Schimmelbefall verantwortlich sein.

    Wir sehen das Problem eher in der mangelhaften Isolierung des Hauses. (Baujahr 1950) Daraufhin entgegnete der Vermieter, dass das Haus so ist, wie es ist und man da nichts machen könne.

    Wie sollten wir uns nun verhalten?

  • Wir sehen das Problem eher in der mangelhaften Isolierung des Hauses. (Baujahr 1950) Daraufhin entgegnete der Vermieter, dass das Haus so ist, wie es ist und man da nichts machen könne.

    Man kann natürlich etwas machen (Außendämmung), aber dazu ist der Vermieter nicht verpflichtet. Ihr habt eine Wohnung in einem Haus aus 1950 angemietet und auch nur Anspruch auf den damaligen Stand der Technik bzw. Dämmung der Wände. Wenn man eine solche Wohnung bezieht, muss man mit höherem Lüftungsaufwand und höheren Heizkosten rechnen als z.B. bei einem Neubau. Dafür sind regelmäßig auch die Kaltmieten niedriger.

    Betroffen sind auch hier die Klassikerräume, bei denen Mieter das Problem verursachen. Bad und Küche sind relativ feuchte Räume, besonders wenn keine Abzugshaube nach außen vorhanden ist. Da muss man sehr sorgfältig lüften. Genauso das Schlafzimmer, das viele gar nicht oder kaum heizen, sondern lieber die Wärme (und Luftfeuchtigkeit) aus anderen Räumen überschlagen lassen, was dann zu Schimmelproblemen im Schlafzimmer führt.

    Was mich wundert, wie es sein kann, dass hinter einem Heizkörper nur so niedrige Wandtemperaturen sein können. Werden alle Heizkörper in der Wohnung genutzt?

    Wohnt ihr im EG oder gar erdberührt an dieser Seite?

    Wenn mehrere Räume und dann auch noch die "Klassiker" betroffen sind, ist es tatsächlich erfahrungsgemäß meistens der Mieter, der das Problem verursacht durch nicht angemessenes Luft - und v.a. Heizverhalten. Natürlich in der Kombination mit kalten Wänden, die im Altbau aber eben vertragsgemäß sind. Eine ganze Hausseite wird nur selten von eindringendem Wasser o.ä. betroffen sein (außer eben Probleme mit einer defekten Sperre zum Erdreich im Souterrain, ggf. Erdgeschoss mit aufsteigender Feuchte, zu viel Spritzwasser von der Straße o.ä.).

  • In der Küche ist eine Abzugshaube vorhanden und die betroffenen Stellen sprechen für mein Verständnis eher für bauliche Mängel. Sollten die Probleme z.B. durch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit aufgetreten sein, wäre der Schimmel doch auf der Tapete und nicht direkt auf der Wand unter der Tapete. Zusätzlich ist die Wand am Übergang zum Fenster löchrig. Die Stelle hinter der Heizung ist auch ungewöhnlich, das äußerte sogar der Vermieter, als er zur erstmaligen Beseitigung des Schimmels in der Wohnung war.

    Es werden alle Heizkörper genutzt.

    Wir wohnen im 1. OG.

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