Falsch angekündigte Wohnungsbesichtigung

  • Hallo,

    ich möchte meine aktuelle Wohnung gegen Ende April verlassen und habe bereits bei meinem privaten Vermieter gekündigt.

    Der Vermieter hat mir einen Wohnungsbesichtigungstermin an einem Sonntag ab 12 Uhr angekündigt, worauf ich einwilligte.

    Nun wurde 4 Tage vor dem Termin erst mitgeteilt, dass das nicht nur ein einfacher Termin ist, sondern ein gesamter Zeitraum

    mit 16 Interessenten (pro Interessent ja sicher über 2 bis 3 Besucher), welche über einen Zeitraum von 6 Stunden die Wohnung ansehen sollen dürfen.

    Dies wurde mir so nicht angekündigt, sonst hätte ich das direkt ausgeschlossen. Grund dafür ist mein Haustier, welches sehr

    empfindlich auf Stress reagiert und bei so vielen potentiellen Besuchern über diesen langen Zeitraum mit hoher Wahrscheinlichkeit

    stark leidet, eventuell sogar daran stirbt. Zudem ist die Wohnung so mit privaten Dingen gefüllt und Möbeln zugestellt, dass

    1. Mietinteressenten nicht alle Mängel (zB Laminatschäden oder schräge Böden) sehen würden

    2. mit Langfingern zu rechnen ist, und in 4 Tagen alle privaten Dinge während eines Vollzeitjobs zu beseitigen ist für mich nicht machbar.

    Nun habe ich auf unterschiedlichsten Seiten nachgesehen, es wird immer ein maximaler Zeitraum von 2 bis höchstens 3 Stunden und bis

    zu 4 Besucher an einem Tag für zumutbar erhalten, auch Sonntag muss vom Mieter nicht akzeptiert werden. Ich wäre also im Recht, den

    Zutritt am vorher bestätigten Termin so absagen zu dürfen.

    Mir wird nun mit Gerichtsbeschluss und Polizeigewalt gedroht, wenn ich dem Vermieter nicht Zutritt gewähre.

    Es wurden meinerseits mehrere Lösungsvorschläge angeboten, jedoch alle abgewiesen, ohne das Anzeichen eines Kompromisses.

    Auch auf mehrere Termine den Andrang zu verteilen sei nicht möglich, weil der Vermieter eine "weite" Anreise hat (rund 250 km).

    Nun meine Frage:

    Bin ich wirklich im Recht und lohnt es sich eventuell, einen Anwalt einzuschalten? Gerade da ich befürchten muss, sonst meine Kaution nicht

    vollständig zurückzuerhalten, wenn jeder Mangel der Wohnung (trotz Dokumentation vor Einzug) auf mich geschoben wird, nachdem das

    bisher halbwegs stressfreie Mietverhältnis so belastet wird?

    Ich hoffe, Sie können mir helfen.

    Beste Grüße

    Lahmus

  • Das Problem ist hier, dass Du den Termin ja eingewilligt hast, bzw. ihr nicht besprochen habt, wie dieser Termin konkret abläuft. Klassisches Kommunikationsproblem.

    Wenn Du den Termin nun 4 Tage vorher absagst, dürfte das für den Vermieter schwierig werden. Immerhin wird er das ja schon an die Interessenten kommuniziert haben.

    Zudem ist die Wohnung so mit privaten Dingen gefüllt und Möbeln zugestellt, dass

    1. Mietinteressenten nicht alle Mängel (zB Laminatschäden oder schräge Böden) sehen würden

    2. mit Langfingern zu rechnen ist, und in 4 Tagen alle privaten Dinge während eines Vollzeitjobs zu beseitigen ist für mich nicht machbar.

    Die Probleme würde es doch auch geben, wenn es nur 2-3 Interessenten wäre, oder?

    Die Alternative wären ja etliche Termine innerhalb der Woche, um alle Interessenten "abzuarbeiten". Wäre das wirklich besser für dich?

    Ich würde empfehlen, den Termin wahrzunehmen und das Haustier für den Tag wegzugeben.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Vielen Dank erstmal für die Antwort.

    Eingewilligt wurde zu einem Termin ab Mittag, nicht aber zu einem Zeitraum über 6 Stunden. Wenn mir nicht alle Informationen richtig gegeben werden,

    kann ich auch nicht mehr zustimmen. Und natürlich ist das für den Vermieter ungünstig, aber letztlich werde ich dann dafür betraft, dass mir Informationen vorenthalten (oder absichtlich zu spät übergeben?) werden, habe mit hoher Wahrscheinlichkeit ein leidendes oder totes Haustier und werde einem beträchtlichen Teil meines Wochenendes beraubt. Wenn man gerade so schon total viel Stress mit Wohnungssuche, Jobsuche und Umzug hat, kann man darauf auch gern verzichten. Und wenn der Vermieter weit weg wohnt und nur 1x kommen will, ist das auch nicht meine Schuld..

    Grundsätzlich ist auch bei nur wenigen Besuchern nicht viel zu sehen, aber man hat auch eine bessere Übersicht, damit nicht jemand auf dumme Gedanken kommt.

    Das Haustier kann nicht weggegeben werden, da es in einem sehr großen Käfig wohnt. Auf Besuch (selbst regelmäßig durch die Eltern, die es mehrfach getroffen hat) reagiert es extrem gestresst. Es in eine ungewohnte Umgebung zu bringen bei fremden Leuten (wir kennen hier auch niemanden, sind vor 1,5 Jahren erst hergezogen) kommt auf das gleiche Ergebnis, sonst hätten wir das sofort gemacht.

    Über die Woche verteilt am Abend die Besichtigungen abarbeiten wäre deutlich besser, dann schläft das Tier schon und merkt hoffentlich nichts von den Besuchern. Aber auch dieser Vorschlag wurde abgewiesen.

  • Ein Vorschlag war beispielsweise, die Wohnung einen weiteren Monat leer stehen zu lassen, statt im Mai dann erst ab Juni zu vermieten. So kann ab Anfang April die leere Wohnung besichtigt werden, unser Haustier bleibt unversehrt und letztlich entsteht nur eine Monatskaltmiete an Schaden, welche ich sogar zur Hälfte tragen wollte.

    Wie erwähnt wurde das abgelehnt. Später hieß es, die halbe Kaltmiete würde den Schaden nicht im Ansatz kompensieren.

    Sehe ich da einen weiteren Faktor nicht? Letztlich wird doch nur die Miete an der Vermieter gezahlt, mehr Geld verdient er dadurch nicht, oder?

  • weil der Vermieter eine "weite" Anreise hat (rund 250 km)

    Das ist ja dann sehr gut nachvollziehbar, dass er mehrere Termine zusammen legen will.

    Du hast aber auch während des Termins Rechte. Du kannst beispielsweise vorgeben, dass immer nur 2 Interessenten gleichzeitig in der Wohnung sein sollen und die anderen in der Zwischenzeit draußen warten sollen. Insoweit mus dann der Vermieter wiederum Rücksicht nehmen. Wenn du ihm das als Kompromiss vorchlägst, ist er sicherlich zufrieden, weil du damit ja auch Verständnis für seine Situation gezeigt hast.

  • Natürlich ist es nachvollziehbar. Wenn ich als Vermieter aber am anderen Ende der Welt wohne, kann ich mir auch nicht Sonderrechte einfordern, um Fahrweg zu sparen. Da ist man selbst schuld.

    Da bin ich gespannt, der Vorschlag der Reduzierung kam uns auch in den Sinn, nur bislang stießen alle Kompromisse auf Abwehr.

    Mich stört ja primär, dass es 6 Stunden gehen soll, ohne Absprache. Jeder Termin muss mit mir abgesprochen werden. Und nur weil alle nacheinander stattfinden, zählt das nicht als ein Termin. Aber wenn es nur 2 bis 3 Stunden mit maximal 2 Personen in der Wohnung ginge, wäre ich sofort dabei.

  • Ich kann dir aus eigener Erfahrung als Vermieter sagen, dass es fast schon normal ist, wenn Bewerber wieder absagen oder einfach nicht erscheinen ohne Bescheid zu geben. Es wird also vermutlich gar nicht so schlimm wie du es dir gerade ausmalst. Und die andere Sache ist, die, dass es für dich vielleicht sogar angenehmer sein könnte, wenn die Besichtigungen innerhalb von ein paar Stunden erledigt sind anstatt dass du alle paar Tage bereit stehen sollst. Man sollte es immer von allen Seiten betrachten, und in jeder Sache gibt es auch einen positiven Aspekt.

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