Vermieter sendet nachträglich Rechnung für Beseitigung versteckter Mängel

  • Hello Moin,


    folgendes Problem:

    Ich habe sieben Jahre in einer Wohnung gewohnt, die privat vermietet wird. Mit dem Vermieter lief das immer sehr gut, solange er sich um nichts kümmern muss. In den sieben Jahren habe ich mich um vieles selbst gekümmert.

    Die Wohnung ist teils in einem veralteten Zustand aus den 90ern (verkratzter Boden, alte Lichtschalter, etc). Er selbst sagt, wenn man dort nicht wohnen möchte, wird er in der Stadt schnell jemand neues finden (beliebtes Viertel).


    Nun war die Wohnungsübergabe. Gleich vorweg: Wir haben leider kein Protokoll geführt, weil in den sieben Jahren nichts war & man dummerweise darauf vertraut hat, dass schon alles gut sein wird.


    Wir haben ihn mündlich darauf hingewiesen, dass die Wohnung in ein teils sehr veralteten Zustand ist & zum Beispiel Steckdosen lose sind oder auch die Telefondose, jedoch alles noch funktioniert.

    Die Telefondose haben wir ihm dazu von der Wand genommen & ihm gezeigt, dass diese an der Wand montiert werden sollte, sie aber noch funktioniert.

    Er hat das Gespräch währenddessen immer wieder auf andere Themen gelenkt & wenig Interesse für das Mietobjekt gezeigt.


    Zwei Monate später erhalten wir nun eine Rechnung & ein Brief, wir sollen die Rechnung begleichen für die Reparatur der Telefondose, da wir ihm dies bei der Übergabe verschwiegen haben.

    Wir haben darauf geantwortet, dass wir ihn darauf hingewiesen haben, dass diese locker ist, wir aber nochmal betonen wollen, dass sie nicht defekt war, da wir darüber noch bis zuletzt Internet bezogen haben.

    Da es kein Protokoll gibt, können wir natürlich nicht beweisen, dass wir ihn darauf hingewiesen haben. Aber ja, dass wir darüber Internet bezogen haben.


    Er möchte jetzt aber unbedingt das Geld & sagt, die Nachmieterin hat davon ein Foto gemacht & wir hätten es ihm verschwiegen.

    Daraufhin haben wir ihn nochmal hingewiesen, dass die Telefondose bis zum Auszug nicht defekt war & die Reparatur nicht in unserer Verantwortung liegt.

    Ich habe jetzt natürlich trotzdem Bedenken vor Stress mit Anwälten & ob er damit durchkommen kann.


    Jemand Erfahrungen?

    Danke! :)

  • Natürlich kann hier nicht abschließend beurteilt werden, wer einen eventuellen Rechtstreit gewinnen würde.

    Aber die Chancen dürften nicht ganz so schlecht stehen. Entweder weil man einen Zeugen hat "Wir", da müsste man natürlich schauen, ob die anderen als Zeugen geeignet sind und überhaupt Zeugen sein dürfen oder ob die selbst Vertragspartei war oder weil es kein Übergabeprotokoll war und der Vermieter dann nachweisen müsste, dass ihr den Schaden verursacht habt und nicht der Vermieter nach der Übergabe selbst. Gibt es ein Übergabeprotokoll zum Einzug? Weil der Vermieter muss auch nachweisen, dass der Schaden nicht schon zum Einzug vorlag.

    Aber nochmal der Hinweis, von einer Garantie kann nicht gesprochen werden. Das Gericht kann im Zweifel auch einfach darauf abstellen, dass das Schadensbild auf eine Beschädigung durch den Mieter hinweist und wenn es keine Mangelanzeige gibt, wird dieser Eindruck sogar verstärkt. Man müsste schauen, welche Verteidigungsstrategie die Beste wäre.

  • Hallo,


    vielen Dank für die Antwort.

    Ein Protokoll bei der Übernahme & Abgabe gibt es leider nicht (wurde in der nächsten Wohnung besser gemacht ;) ).

    Einen Zeugen gibt es, es ist allerdings mein Freund, der mit in der Wohnung wohnte zuletzt.


    Ich kann über meinen laufenden DSL-Vertrag beweisen, dass ich Wlan über die angeblich defekte Telefondose bezogen habe. Der Vermieter wiederum sagt, die Nachmieterin hätte ein Foto von der defekten Telefondose gemacht.

    Dass sie aber lose an der Wand hing, haben wir ihm ja auch gezeigt, sie hat aber funktioniert & hing an zwei Nägeln (schon vor meiner Zeit).

    Nun wird behauptet sie war kaputt & wir hätten es verschwiegen.

    Denke die Wahrheit liegt in der Mitte.

    Selbst wenn es ein Protokoll gegeben hätte, hätte er nun behaupten können, wir hätten es ihm verschwiegen, da die Dose ja absolut noch Wlanfähig war.


  • Ich kann über meinen laufenden DSL-Vertrag beweisen, dass ich Wlan über die angeblich defekte Telefondose bezogen habe. Der Vermieter wiederum sagt, die Nachmieterin hätte ein Foto von der defekten Telefondose gemacht.

    Wie beweist ein DSL-Vertrag, dass die Telefondose funktioniert hat? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, nicht zuletzt schon deswegen, dass der Vertrag nicht aufgrund einer kaputten Dose gekündigt werden kann. Genau wie ein Foto die Funktionstüchtigkeit einer Telefondose nicht beweisen kann.

    Wurde die Kaution ausbezahlt? Oder kann der Vermieter noch die Kosten von dieser abziehen?

  • Genau das dachte ich mir auch.

    Das ist ja schön, dass er ein Foto hat, aber sie kann ja trotzdem bei uns funktioniert haben.

    Genauso wie wir einen Vertrag haben konnten, ohne das die Dose funktioniert hat. Halt Aussage gegen Aussage.

    Die Kaution hat er teils zurückgezahlt.

    Was ja eigentlich auch nicht erlaubt ist, er meinte aber, er bekommt die Nachzahlungen nie & hat so schlechte Erfahrungen gemacht & hat mir dann im Kopf vorgerechnet, was an Nachzahlung ansteht & dieses „erstmal“ abgezogen & will mir dann demnächst die Auflistung der Abgaben zusenden. Ist auch schon zwei Monate her.


    Das hab ich ihm im letzten Brief auch nochmal deutlich gemacht, dass ich ihm da schon entgegen gekommen bin & dass es nie Schwierigkeiten gab die letzten sieben Jahre & ich natürlich immer für etwas aufkomme, wofür ich verantwortlich bin, aber ey, das muss ich doch nicht, wenn es nicht der Fall ist.

    Ich möchte nochmal betonen, dass das Mietverhältnis immer super gut war, aber er sich schon immer gerne ein zurechtgewurschtelt hat & wenn man nicht Bescheid wusste, was einem zusteht, hat man sich selbst drum gekümmert, weil er das so behauptet hat.

    Hätte er mich in diesem Fall einfach angerufen, hätte man auch quatschen können, aber dass er mir stumpf eine Rechnung schickt, mit der Aussage ich habe das Geheim gehalten, geht gar nicht.

    Vor allem wenn es sieben Jahre immer einen guten Austausch gab, bzw ich nie weiter etwas beanstandet habe.

    Aber man kann‘s ja mal versuchen.

    Mir geht es da einfach um die Ungerechtigkeit. Ich weiß, ist wahrscheinlich auch naiv, aber ich mach mir halt mega den Stress, dass ich bald noch für Kosten für einen Anwalt aufkommen muss oder was man sich da eben alles ausmalt.

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