Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen - wer trägt die Kosten?

  • Hallo liebes Forum,

    ich hoffe, ich finde hier einen Rat, denn ich bin mit meinen Nerven langsam am Ende. Falls das Thema in einem anderen Unterforum besser aufgehoben ist, gerne verschieben :)

    Folgendes Problem, seit Wochen treiben sich Ratten bei uns auf der Veranda rum und die Biester sind mittlerweile so dreist, dass sie bei der Nahrungssuche immer mal wieder auf meinem Balkon vorbei schauen, auch wenn es dort nichts zu fressen gibt.

    Kurz zu den Gegebenheiten: Ich wohne zur Miete in der Innenstadt, die Ratten halten sich wohl gerne in den Hintergärten, die leider allesamt sehr verwildert sind, der Nachbarn auf und kommen dann bei ihren nächtlichen Streifzügen auch auf unser Grundstück. Auf dem Grundstück und auch auf meinem Balkon gibt es keinerlei Unterschlupfmöglichkeiten oder Nahrungsquellen - das ist quasi einfach das Dach eines Lagers, das nur zum Wäsche aufhängen genutzt wird. Auf gleicher Höhe liegt dummerweise mein Balkon im 1. OG.

    Bei uns und bei den direkten Nachbarn haben wir bereits Köderstationen aufgestellt (darauf hat sich mein Vermieter noch eingelassen), die von den Ratten auch gut angenommen werden. Jedoch tut sich nichts, weshalb ich vermute, dass es mittlerweile einfach viel mehr Ratten sind, als die zwei die ich immer sehe. Und die Köder aus dem Handel sind von der Dosierung her auch so gering, dass diese scheinbar nichts machen, außer dass die Ratten sich immer wohler fühlen.

    Mein Vermieter ist nicht bereit, einen Kammerjäger zu rufen, da die Ratten nicht auf unserem Grundstück wohnen, sondern "nur" rüber kommen, von sämtlichen anderen Nachbarn in der Umgebung hört man nur, dass sie keine Ratten sehen (ist auch logisch, da sich hier hauptsächlich Geschäfte befinden und wenn die Ratten abends loslegen sind die Inhaber schon weg und nach drinnen hat es wohl noch keine Ratte geschafft. Außerdem bezweifle ich, dass die Nachbarn überhaupt mal überprüft haben, ob es Anzeichen für Ratten gibt.)

    Heute dann wieder eine Auseinandersetzung mit meinem Vermieter, in der er mir so zu sagen an den Kopf geworfen hat, dass ich einfach überreagiere und andere sich nicht so anstellen und solche Forderungen stellen würden wie ich. Er habe sich in der Form behilflich gezeigt, dass er mit den Nachbarn und der Stadtverwaltung (denen das Problem mit den Ratten durchaus bekannt ist, aber sie leider nichts auf Privatgrundstücken machen können) gesprochen hat. Alles andere kann er nicht beeinflussen, die Nachbarn kann er nicht zwingen auch etwas zu unternehmen und es sei mein Sache, wenn es mich so stört, mich darum zu kümmern. Die Ratten sind aber doch auch nicht durch mein Verschulden da...

    Es kann doch nicht sein, dass mir als Mieterin nichts anderes übrig bleibt, als das so hinzunehmen oder selbst die Kosten für die Bekämpfung zu tragen, oder? Mir geht es mittlerweile hauptsächlich um Maßnahmen, die verhindern könnten, dass die Ratten überhaupt auf unser Grundstück bzw. auf meinen Balkon kommen wie z.B. das Anbringen eines Fallrohrschutzes und die Absicherung meines Balkons etc. Auch hier weigert er sich. Was ich bisher so gelesen habe, muss der Vermieter jedoch sehr wohl dafür sorgen, das entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden und dafür auch die Kosten tragen. Er behauptet hingegen, dass das Sache des Mieters ist, da er als Eigentümer nichts dafür kann, dass es dieses Rattenproblem in der Innenstadt gibt und die Ratten eben auch mal auf sein Grundstück gehen.

    Mein Verhältnis zum Vermieter war bis diese Sache los ging, immer ein sehr, sehr gutes, jetzt spitz es sich langsam zu. Sicher war ich das ein oder andere Mal in letzter Zeit etwas forscher, weil ich mich nicht ernst genommen gefühlt habe, nicht verstehe, dass es ihm scheinbar so egal ist und meine Nerven einfach blank liegen.

    Ich möchte mich auch nicht weiter mit ihm streiten, aber es muss einfach eine Lösung her, da ich seit Wochen keine Fenster mehr offen lassen kann und meinen Balkon nur noch unter Angst betrete.

    Kennt sich jemand hiermit aus oder hat selbst schon die Erfahrung gemacht?

    Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe =)

  • Hallo Köbes!

    Vielen Dank für deine Antwort.

    Bei uns in der Stadt kümmert sich der Verbraucherschutz um solche Angelegenheiten. Ich hatte bereits Kontakt zu denen. Leider ist es so geregelt, dass auf Privatgrundstücken die Eigentümer selbst für die Bekämpfung verantwortlich sind. Heißt mein Vermieter müsste tätig werden, was er aber ja aus oben genannten Gründen verweigert :(

    Der Herr vom Verbraucherschutz konnte mir also nur soweit helfen, dass er dafür sorgt, dass das Gartenamt die Umgebung (öffentliche Grünflächen usw.) checkt und beködert.

  • Leider ist es so geregelt, dass auf Privatgrundstücken die Eigentümer selbst für die Bekämpfung verantwortlich sind.

    Das müsste richtig sein.

    Ich würde versuchen das Problem selber zu klären.

    Wenn dein Vermieter Klever wäre, würde dieser einen Wartungsvertrag mit einer Fachfirma machen und dann sind die kosten umlegbar auf die Mieter.

    Um Unklarheiten bzw. Missverständnisse vorzubeugen der Hinweis, meine Antworten und Aussagen stellen keinen Anspruch auf Korrektheit und Vollständigkeit dar und kann auch keine Rechtsberatung ersetzen. Eine Rechtsberatung kann nur von einem Anwalt durchgeführt werden.

  • Ich würde versuchen das Problem selber zu klären.

    Mir wird auch leider nichts anderes übrig bleiben als alles selbst in die Hand zu nehmen.

    Was die Kosten angeht, mein Vermieter weigert sich wie gesagt vehement hier Geld reinzustecken und ist der Meinung, dass der Mieter dafür selbst aufkommen muss. Das ist aber doch schlichtweg einfach falsch, oder? Alles was ich bisher rausfinden konnte besagt klar, dass der Vermieter in der Pflicht steht (sofern das Problem nicht durch den Mieter verursacht wurde – was definitiv nicht der Fall ist, was würde ich darum geben endlich mal wieder eine ruhige Nacht zuhaben....)

    Würde bedeuten, ich kümmere mich und schicke ihm dann die Rechnung?

  • Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn es ist erst mal etwas ganz normales, dass Tiere, also egal ob Ratten oder andere Tiere herum gehen und auch aufs Grundstück kommen. Deshalb ist so etwas nicht unbedingt etwas, um das sich ein Vermieter kümmern muss. Nur wenn die Situation so ist, dass man von einer Plage sprechen kann, die Anzahl der Tiere ein natürliches Maß überschreitet, kann man von einem Mangel an der Wohnung sprechen, wofür dann der Vermieter zuständig wäre.

    Du solltest also mit einem Anwalt bei dir vor Ort klären, ob de Situation so extrem ist, dass man von einem Mietmangel sprechen kann. Erst dann gibt es die gesetzlichen Möglichkeiten, den Vermieter zum Handeln zu drängen.

  • Nur wenn die Situation so ist, dass man von einer Plage sprechen kann, die Anzahl der Tiere ein natürliches Maß überschreitet, kann man von einem Mangel an der Wohnung sprechen, wofür dann der Vermieter zuständig wäre.

    In meinen Augen ist das zu weit gegriffen. Deine Ausführungen mögen wohl zutreffend sein, wenn man vereinzelt mal eine Ratte sieht. Anders würde ich die Lage aber schon beurteilen, sobald Ratten regelmäßig auftauchen und auch auf den Balkon sind. Ratten sind keine harmlose Tiere, sondern Infektionsgefahren und stellen entsprechende Gesundheitsgefahren dar.

    Am Ende bleibt es natürlich eine Entscheidung des Gerichtes, wann ein Mangel bejaht wird, aber man darf die Anforderungen daran nicht überziehen.

  • Danke für Eure Antworten Fruggel und darkshadow!

    Vereinzelt ist das nicht, dass die Ratten auftauchen, das geht schon seit Wochen täglich so, das die teilweise am Tag und dann aber jeden Abend da unterwegs sind. Ich konnte auch so manchen Besuch fotografieren und Videos machen. Das es in der Stadt passieren kann, dass man "mal" Rattenbesuch auf dem Grundstück bekommt, ist mir bewusst. Aber seit Wochen? Da muss man meiner Meinung nach schon von ausgehen, dass es eben nicht nur eine oder zwei Ratten sind. Und bekannterweise vermehren die Dinger sich auch noch rasant.

    Das Entscheidende ist doch, dass ich meinen Wohnraum nicht mehr so nutzen kann, wie ich ihn nutzen können sollte und mein Vermieter keinerlei Bereitschaft zeigt (außer das er ein bisschen rumtelefoniert hat und die ersten Köder bezahlt hat, die einfach nichts bringen) dagegen etwas zu unternehmen. Wie z.B. das Anbringen eines Fallrohrschutzes oder eines Gitters usw. was zumindest verhindern könnte, dass die Ratten auf meinen Balkon kommen können. Oder eben einen Kammerjäger beauftragt.

    Mich ärgert es einfach tierisch, dass er mich als überempfindlich abstempelt und es ihm einfach so völligst egal ist.... Wäre meine Wohnung nicht genau auf der Höhe, wo sich die Ratten immer aufhalten, würde ich wahrscheinlich auch etwas gelassener damit umgehen. Aber mich betrifft es direkt, rund um die Köderbox ist alles voller Rattenurin, ich kann keine Fenster mehr offen lassen und den Balkon traue ich mich fast nicht mehr zu betreten. Ich fühle mich nicht mehr wohl in dieser Wohnung und plane baldmöglichst auszuziehen, aber bis dahin möchte ich einfach wenigstens wieder beruhigt schlafen können. Einen Anwalt zu beauftragen ist eine teure Angelegenheit, deshalb bin ich mittlerweile schon soweit selbst einen Kammerjäger zu holen, dass zumindest bis ich eine neue Wohnung gefunden habe Ruhe einkehrt...

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