Hallo zusammen,
ich wohne seit über 10 Jahren in einer Mietwohnung Zentrum von München. Das Haus gleicht allerdings seit einigen Jahren eher einer Müllhalde. Der (mittlerweile) ehemalige Eigentümer rührt keinen Finger mehr, 90% der „gesitteten“ Mieter ist mittlerweile ausgezogen. In den frei gewordenen Wohnungen sind Albaner eingezogen, die im Hausflur ihre Kippen wegschmeißen, ihre alten Möbel, Küchengeräte und Müll einfach in den Laubengängen abstellen und in einer Lautstärke Musik hören, die alles bisher dagewesene übertrifft.
Es wurde sich nicht mal mehr die Mühe gemacht, die Tür- und Klingelschilder zu wechseln, geschweige denn die Haustür zu reparieren, die (auch seit einigen Jahren) Tag und Nacht offen steht. Zwischenzeitlich wurde mein Briefkasten aufgebrochen und mein DSL Anschluss im Verteilerkasten mutwillig rausgezogen.
Die Heizung pfeift im Tinnitusbereich und fällt regelmäßig im Winter aus. Davon unbehelligt vermehren sich die (durch den Müll angezogenen) Ratten im Innenhof wie Kanickel.
Kurze Randnotiz: Bitte nicht falsch auffassen - ich habe nichts gegen Albaner. Es gibt sicherlich wahnsinnig nette Vertreter des Landes, aber dummerweise sind meine Nachbarn Vollasis, die sich aufführen wie die Axt im Walde.
Um vom Jammern wieder wegzukommen - folgender Sachverhalt:
Vor ein paar Monaten kam ein Brief der Hausverwaltung, dass ein Verkauf geplant ist und Interessenten u. U. Zugang zur Wohnung brauchen. Letzte Woche war es dann soweit und ein Brief mit den Kontaktdaten (inkl. Bankverbindung) des neuen Eigentümers kam an.
Wie der Zufall so will bin ich vorhin über einen Artikel zum Thema Mietpreise gestolpert - in dem wurde auch die Website scoperty erwähnt, die einem die Preise der Immobilien als Näherungswert anzeigt.
Als ich dann, nachdem ich meine Adresse eingegeben habe direkt zum größten deutschen Immobilienportal weitergeleitet wurde und sah dass man die Wohnungen in meinem Mietshaus schon kaufen kann, bekam ich kurz Schnappatmung. Detaillierte 3D Renderings von renovierten Luxusapartments und Aussenansichten des bald entstehenden sanierten Hauses. Kaufpreis pro 70qm Wohnung: 1 Million Euro.
In dem Angebot steht relativ detailliert drin, dass so ziemlich alles saniert wird. Der 60er Jahre Bau soll mit Balkonen, Aufzug, neuen Fenstern, Türen, Fassade, Dachgeschoss uvm. ausgestattet werden. Und da die jetzigen Wohnungen alle um die 30qm haben, werden wohl auch ein paar Wände eingerissen.
Kommuniziert wurde das bisher noch nicht.
Dass ich aus meiner Wohnung rausmuss ist mir klar. Ich frage mich nur wie die nächsten Schritte aussehen.
Direkt nebenan entsteht gerade ein Luxusgebäudekomplex auf einem abgerissenen Hotel.
Ist eine Verwertungskündigung hier denkbar? Weil irgendein Investor noch mehr Millionen machen will?
Soll ich jetzt schon Kontakt zu einem Mieterbund oder Anwalt aufnehmen?
Ich zahle seit 10 Jahren 460 Euro warm für 30qm. In der Isarvorstadt ist das extrem günstig und ich muss wohl auch niemandem sagen, wie besch*** der Münchner Wohnungsmarkt ist.
Und: Wäre ein Aufhebungsvertrag denkbar mit einer Abfindungszahlung?
Ich danke euch schonmal für‘s Lesen und für eure Einschätzung.
Viele Grüße!