Hallo,
vor genau zwei Jahren haben wir unseren unbefristeten Mietvertrag für eine DHH abgeschlossen. Bevor wir den Mietvertrag unterschrieben haben, haben wir mit der Vermieterin, leider nur mündlich, besprochen, dass wir längerfristig bleiben möchten, sie hat damals gemeint, dies wäre auch in ihrem Interesse.
Wir haben uns die letzten zwei Jahre sehr bemüht, dieses über 30 Jahre alte Haus, an dem kaum etwas erneuert wurde, schön herzurichten, vieles auf eigene Kosten, wie z.B. Fliesen etc. Zudem haben wir, mit Wissen der Eigentümerin, uns eine teure Einbauküche gekauft. Zwei Wochen, bevor die Küche geliefert wurde, eröffnete sie uns, dass sie das Haus verkaufen will. Die Küche da abzubestellen war nicht mehr möglich.
Wir haben uns etwas kundig gemacht, und erfahren, dass wir das Recht haben, zu bleiben und sie das Haus somit nur als Mietobjekt verkaufen kann. Das passt ihr nun gar nicht und sie versucht, uns mit gemeinen Vorwürfen rauszuekeln.
Nachdem sie schon verschiedene andere, widersprüchliche Gründe für den Verkauf genannt hat, kam sie heute mit dem Vorwurf, dass sie das Haus verkaufen will, weil wir es vernachlässigen würden und sie keine Lust auf die zusätzliche Arbeit hat, die wir ihr damit machen. Wir standen mit drei Fragenzeichen im Gesicht da und baten sie, uns zu erläutern, wo wir angeblich was vernachlässigen.
Ihr erster Vorwurf ist der Garten: Als wir eingezogen sind, übernahmen wir einen Garten, der von den Vormietern komplett heruntergewirtschaftet war. Der Rasen war katastrophal, die Bäume schon seit Jahren unbeschnitten und die Hecke musste komplett entfernt werden, weil sie so verwachsen war, dass man da nichts mehr machen konnte.
Die Vermieterin hat daraufhin versprochen, zumindest den Rasen zu erneuern. Dies ist geschehen, aber die Gärtner haben sehr schlechte Arbeit geleistet, weswegen wir uns öfters bei ihr beschwert haben. Trotz Düngen und Wässern wuchs der Rasen kaum und nur spährlich raus, wir haben selber sogar nachgesät, es ist nicht besser geworden, da die Erde, mit dem der Garten aufgeschüttet wurde, nichts taugt. Wir haben sie öfters darauf angesprochen, sie hat aber nur abgewimmelt und uns die Schuld dafür gegeben.
Trotz allem haben wir versucht, den Vorgarten schön herzurichten und den Rasen, so gut es ging, zu pflegen, wir haben für teures Geld bepflanzt und wollten diesen Sommer eigentlich auch die neue Hecke pflanzen, jetzt ist uns natürlich die Lust darauf vergangen.
Der zweite Vorwurf von ihrer Seite: Wir hatten letztes Jahr einen Wasserschaden, nicht durch uns verursacht und die Versicherung ist für den Schaden auch komplett aufgekommen, da wir nachweislich nicht dafür verantwortlich waren. Hier wirft sie uns vor, wir hätten ihr den Wasserschaden zu spät gemeldet, was auch nicht stimmt. Wir haben ihr den Schaden im Augsust gemeldet, da im Keller plötzlich eine Wand schwarz und nass war, und nur rein spekulativ gefragt, ob das vielleicht mit den extremen Regenfällen, die wir seit Mai hatten, zu tun haben könnte, da wir damals die Ursache noch nicht kannten. Das interpretiert sie jetzt so, als ob uns der Schaden seit Mai bekannt gewesen wäre, es ihr aber erst im August gemeldet wurde.
Letztendlich wurde der Schaden aber von der Versicherung bezahlt, daher verstehen wir nicht, woran wir hier Schuld sein sollen.
Der letzte Vorwurf ist der Dachgiebel, den wir streichen sollten. Da mein Mann als Maler Erfahrug hat, hat er damals bei dem Einzug angeboten, dass er den Dachgiebel streichen kann, damit sich die gute Frau den Maler spart. Wir haben damals aber nicht vereinbart, ob das gleich oder später geschehen soll. Hier haben wir vielleicht Schuld, da wir dies nicht gleich gemacht haben, es gab aber gute Gründe hierfür.
Ich war zu dem Zeitpunkt schwanger und hatte eh schon mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Letztendlich brachte ich unsere Tochter drei Monate zu Früh zur Welt und lag selber mit Nieren- und Leberversagen wochenlang auf der Intensiven an der Dialyse. Als ich aus der Klinik kam, galt unsere Priorität natürlich unserer Tochter, die noch drei Monate in der Klinik war. Auch Zuhause war ich noch sehr schwach und krank und es hat einige Monate gedauert, bis ich auf die Beine kam. In der Zeit hat mein Mann alles ums Haus komplett alleine gemacht und kam nicht dazu, zu streichen. Unsere Vermieterin wusste von den Problemen, rief auch öfters mal an, um zu fragen, wie es mir und der Kleinen inzwischen geht, nun wirft sie uns vor, dass wir uns bis jetzt nicht um das Streichen des Dachgiebels gekümmert haben. Da sie uns hierfür aber auch keine Frist gesetzt hatte, hatte das in der Situation, in der wir waren, nicht gerade die höchste Priorität.
Vielleicht kann man uns den letzten Punkt vorwerfen, aber uns kommt es so vor, als ob sie uns als komplett unzuverlässig darstellen will und uns irgendwelche Schuld einreden will, um uns loszuwerden. Im heutigen Gespräch hat sie auch erwähnt, dass sie das Haus besser verkaufen könnte, wenn es nicht vermietet wäre.
Nun wüsste ich gerne, ob wir hier überhaupt Rechte haben und ob wir uns gegen diese Vorwürfe wehren können. Diese tun nämlich ganz schön weh, da wir sehr viel in das Haus inverstiert haben und uns sehr bemühen und sie nun behauptet, wir würden das Haus vernachlässigen.
Und noch eine Sache: Seit wir eingezogen sind, war die gute Frau fast schon Dauergast bei uns. In wieweit müssen wir uns DAS gefallen lassen?
Viele Grüße
Arafreundin