Insektenplage in Wohnung da Tür undicht

  • Hallo zusammen,

    ich bin im August letzten Jahres in eine neue Wohnung gezogen. Als ich gestern Nachmittag nach Hause waren eine Menge Ameisen in meiner Wohnung und wuselten vor der Haustür. Ich habe gleich nachgeschaut wo die Tiere herkommen. Der untere Teil meiner Haustür ist offenbar nicht dicht, es gibt eine offene Stelle durch die die Tiere gekommen sind. Da mein Vermieter und meine Frau direkt über mir wohnen habe ich bei meinem Vermieter geklingelt mit der Bitte, die offene Stelle abzudichten.

    Er hat mir dann ein Insektenspray in die Hand gedrückt und gemeint, ich hätte keine Wohnung mit Garten mieten sollen wenn mich das stört. Ich meinte dann, dass ich mit Insekten im Garten grundsätzlich natürlich kein Problem habe, aber wenn eine Insektenplage durch offene Stellen in meine Wohnung kommt muss das natürlich abgedichtet werden, das ist die Pflicht des Vermieters.

    Er meinte dann, dass er mit so einem "Scheiß" nicht belästigt werden will. Er hat viele Immobilien und macht das schon sehr lange, er will nichts von seinen Vermietern hören. Es wäre auch kein Problem einen neuen Mieter zu finden.

    Ich hatte schon öfters Probleme mit dem Vermieter:

    - Der Kühlschrank war bei Einzug verschimmelt, was ich dann als Zeichen guten Willens (zusammen mit der Wohnung voller Spinnenweben und toten Spinnen) auf eigene Kosten habe reinigen lassen

    - Die Klospülung hat nicht funktioniert

    - Eine Steckdose ist durchgebrannt, wie sich dann herausgestellt hat war sie stark oxidiert. Da der Sicherungskasten in der Wohnung meine Vermieters ist musste mich dann die Putzfrau reinlassen und ich musste ihr mit dem Brecheisen dabei helfen die Kellertür zum Sicherungskasten aufzubrechen, da das Schloss offenbar kaputt war. Mein Vermieter hat mir dann zwei Briefe unter die Tür geschoben und behauptet, es müsse an den elektrischen Geräten liegen, die nicht für den normalen Hausgebrauch geeignet sind (ein Computer, Bildschirm und eine Lampe, an mehrere Dosen verteilt). Wenn dadurch weitere Kosten enstehen müsse ich dafür aufkommen

    - Und noch diverse andere Sachen

    Bis jetzt war ich trotz allem immer freundlich, aber so langsam kommt meine Geduld an ihre Grenzen. Ich überlege mir gerade, ob ich mir eine Rechtsschutzversicherung oder eine Mitgliedschaft in einem Mieterbund besorgen soll. Der Mann ist schon ziemlich lange im Vermietergeschäft und seine Frau ist auch ehemalige Leiterin in einem Immobiliengeschäft, also sind sie mir da mit Sicherheit um einiges überlegen. Außerdem ist es belastend, dass sie direkt über mir wohnen. Das war auch einer der Gründe, warum ich mich so lange um ein gutes Verhältnis bemüht habe.

    Ich wäre sehr dankbar, wenn mir erfahrenere Leute hier einige gute Ratschläge geben könnten. Vielen Dank im Voraus.

  • Wieviele Wohnungen sind in dem Haus? Wenn du mit dem Vermieter allein in dem Haus wohnst, kann er dich jederzeit mit einer Frist von 3+3 Monaten ohne Gründe kündigen.

    Also, Mehrfamilienhaus?

  • Die Frage dürfte sein, ob die Tür defekt ist, oder eben bauartbedingt so ist wie sie ist. Altbautüren sind z.bsp. eben einfach nicht ganz dicht, schon gar nicht für Ameisen.

    Natürlich kann man was mit Dichtungen oder ähnlichem versuchen, trotzdem dürfte Insektenspray nicht die dümste Lösung sein.

  • Doppeltes Klebeband als Sperre auf der ganzen Breite

    der Eingangstür wirkt wie eine Bannmeile. Ein Versuch

    wert, Ameisen dürften kleben bleiben auf dem Band.

    Denn Insektenspray ist auf Dauer gesundheitsschädlich

    und nicht empfehlenswert. Du kannst beim Sprühen

    nicht verhindern, dass du das Zeug einatmest.

    meinem Vermieter geklingelt mit der Bitte, die offene Stelle abzudichten.

    Dann zu der Eingangstür! Man müsste wissen, wie das aussieht.

    Wo ist sie undicht? Kannst du nicht mal ein Bild machen und

    über Dateianhang hochladen?

    Mein Vermieter hat mir dann zwei Briefe unter die Tür geschoben und behauptet, es müsse an den elektrischen Geräten liegen, die nicht für den normalen Hausgebrauch geeignet sind (ein Computer, Bildschirm und eine Lampe, an mehrere Dosen verteilt). Wenn dadurch weitere Kosten enstehen müsse ich dafür aufkommen


    - Und noch diverse andere Sachen

    Das liegt nicht an den Geräten, sondern an der Elektro-Installation,

    wenn Steckdosen durchbrennen. Zu schwach für moderne Geräte!

    Es ist dem Laien kaum bewusst, welchen Belastungen das hausinterne

    Stromnetz durch den Einsatz der neuen hochmodernen Elektrogeräte

    ausgesetzt ist. Dein Vermieter hat offenbar eine Installation von

    Anno 1900. Das ist nicht nur gefährlich, sondern leichtsinnig vom

    Vermieter die nicht zu erneuern. Bei Überlastung kann das Haus

    abbrennen, wenn der IF Schutzschalter nicht vorhanden ist. Heute

    haben Miethäuser ihn, sollten ihn haben.



  • Die Situation des Zweifamilienhauses ist hier nicht die beste. Da kann der Vermieter Euch grundlos kündigen.

    Zu den Ameisen kann ich nur sagen, dass sich diese einen Weg in die Wohnung suchen, wenn irgendwo eine Ameisenstraße in der Nähe ist.

    Ich hatte letztes Jahr das selbe Problem in meiner Wohnung. Diese Tierchen sind irgendwie in meine Wohnung gekommen, obwohl alle Fenster und Türen augenscheinlich dicht waren.

    Solche Ameisen-Köderdosen bewirken da Wunder.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Also bei mir wurde das Problem auch durch Ameisenköder, sowie Backpulver und heißes Wasser im Nu gelöst.

    Ich hoffe bei dir funktioniert das auch so schnell :)

    Grüße!

  • Solche Ameisen-Köderdosen bewirken da Wunder.

    Und sind teuer! Mein Vorschlag war eher als erste Nothilfe gedacht.

    Dadurch wird das eigentliche Problem nicht beseitigt und das

    hatte ich eigentlich vorrangig im Sinn.

    Der untere Teil meiner Haustür ist offenbar nicht dicht, es gibt eine offene Stelle durch die die Tiere gekommen sind.

    Dazu hatte ich den TE gebeten ein Bild mal hochzuladen.

    Selbst, wenn dieses Problem zu lösen wäre, bliebe immer

    noch dieses Problem.

    - Eine Steckdose ist durchgebrannt, wie sich dann herausgestellt hat war sie stark oxidiert.

    Auch hier mag sich der TE näher auslassen. War nur die

    Steckdose defekt, oder sind eventuell die Leitungen

    veraltet, zu schwach?



  • Klar, meine Antwort war auch erst einmal nur als Nothilfe gedacht. Wenn man einen engstirnigen Vermieter hat, ist das erst einmal besser als nichts. Diese Köder kosten übrigens nur ca. 4-5 €.

    Zur Elektrik: Vielleicht kann der Fragesteller mal ein Bild von der Unterverteilung (Also dem Sicherungskasten) hochladen? Angenommen, es sind bereits moderne Sicherungen verbaut (d.h. mit FI-Schalter) müssten diese auslösen, wenn es an den Geräten liegt.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Ich habe einige Fotos hochgeladen, zwei von den kaputten Steckdosen aus letztem Jahr und einige gestern Abend von meiner Tür.

    Wie man sieht sind die Steckdosen stark oxidiert. Soweit ich weiß ist die Stromanlage nicht sehr alt.

    Bei der Tür ist auf der linken Seite ein Holzbalken, der auf der rechten Seite anscheinend irgendwann mal abgebrochen ist. Unten rechts sind die Ameisten in meine Wohnung gekommen.

  • Für mich sieht das wie ein typische Altbautür aus. Das einzige was man vieleicht machen kann ist die Lücken mit Silicon befüllen, bzw. eben so handeln wie das hier andere auch bereits vorgeschlagen haben.

    Ansonsten trifft eben manchmal Mensch auf Natur.:)

    Einmal editiert, zuletzt von AJ1900 (5. April 2018 um 10:33)

  • Wer handwerklich geschickt ist, kann sich jetzt selber helfen.

    Bei der Tür ist auf der linken Seite ein Holzbalken, der auf der rechten Seite anscheinend irgendwann mal abgebrochen ist. Unten rechts sind die Ameisten in meine Wohnung gekommen.

    Rundum die Türdichtung erneuern/verstärken und den Holzbalken

    auf der rechten Seite wieder richten. Ein bisschen basteln, wenn

    dir an der Wohnung was liegt. Sonst bleibt nur ausziehen und neue

    Wohnung suchen.

    Steckdosen kosten auch nicht die Welt. Manchmal tauscht man sie

    von sich aus in der Wohnung aus, weil es schöner aussieht, auch

    Lichtschalter.



  • So, danke schon mal für das Feedback!

    Noch zum Sicherungskasten: Davon kann ich leider kein Foto machen, weil der in der Wohnung meines Vermieters ist.

    Der allgemeine Consensus hier scheint ja zu sein, dass Insektenbefall durch Öffnungen in der Außenwand/Haustür und kaputte Steckdosen ein Mieterproblem sind und man das dann entweder selbst repariert oder auszieht. Überrascht mich jetzt sehr, ich hätte nach meiner Recherche gedacht, dass der Vermieter

    a) verpflichtet ist, einen Insektenbefall (also nicht nur vereinzeltes Auftreten von z.B. Ameisen) zu bekämpfen, siehe z.B. hier:
    Mietrecht - Ameisen, Mietminderung Gebrauchsbeeinträchtigung durch Ameisen

    b) eine durchgebrannte Steckdose zu ersetzen. Mal abgesehen davon war das ja auch ein Sicherheitsrisiko, auch daher weil die Steckdose in einer Holzwand ist. Ist es nicht auch sehr grenzwertig, dass ich in dem Fall mit einem Brecheisen die Tür zum Sicherungskasten aufbrechen muss, weil das Schloss - wie dem Vermieter bekannt war - offenbar kaputt war?

    Für mich klingt das so, als hätte der Vermieter praktisch so gut wie keine Verpflichtungen und kann mich andererseits jederzeit rausschmeißen, wenn ich nicht auf eigene Kosten Mängel beseitige. Ist nicht als Gemecker gemeint, ich will das nur verstehen. ;) Ich hatte bisher noch keine solchen Probleme mit Vermietern.

    Einmal editiert, zuletzt von VincentK (5. April 2018 um 12:35)

  • kann mich andererseits jederzeit rausschmeißen,

    In deinem speziellen Fall, wo der Vermieter in mit im Zweifamilienhaus wohnt, ist das wahrscheinlich so.

    Der allgemeine Consensus hier scheint ja zu sein, dass Insektenbefall durch Öffnungen in der Außenwand/Haustür

    Der Konsens scheint zu sein, das die Tür offensichtlich bauartbedingt nicht 100% dicht ist. Wie Altbaufenster übrigens auch nicht. Das ist eigentlich eine normalität, und eben kein Mangel im mietrechrechtlichen Sinne.

    Konsens scheint auch zu sein, das es keinen Sinn macht, wegen einer Ameisenstraße ernsthaft einen Konflikt mit dem Vermieter einzugehen, zumal der offenbar sein erleichtertes Kündigungsrecht ausüben könnte.

    Ob es generell Sinn macht wegen solcher Pfennigbeträge für Ameinsenfallen oder Dichtungen ein Faß aufzumachen würde ich auch mal in frage stellen. Was erwartest du denn ansonsten vom Vermieter? Soll er vor deiner Tür ein Schild aufstellen "Für Ameisen durchgang verboten"?

    :)

    P.S. es gibt wohl auch ein paar einfache Hausmittel die man erst mal versuchen kann um solchen Ameisenstraßen "umzuleiten".

    3 Mal editiert, zuletzt von AJ1900 (5. April 2018 um 12:53)

  • Als abschließender Hinweis: Regelmäßige Schädlingsbekämpfungen sind umlagefähige Betriebskosten, d.h. Du trägst dann auch die anteiligen Kosten hierfür.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

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