Vorgehensweise für einen Mietvertrag

  • Hallo,

    Ich suche seit Dezember 2016 nun eine Wohnung in Berlin. Bis heute habe ich ca. 150 Wohnungen besichtigt und 103 Bewerbungen geschrieben. Bisher habe ich nicht eine Antwort erhalten bzw selten mal eine tatsächliche Absage und verstehe nicht was ich falsch mache. Ich weiß, dass das Thema hier vielleicht nicht so passend ist, da es kein mietrechtliches Problem beinhaltet. Vielmehr ein Problem überhaupt einen Mietvertrag zu erhalten.

    Meine Vorgehensweise sieht so aus: Ich erhalte eine E-Mail auf mein Smartphone über neue Suchanzeigen auf den drei großen Portalen, dann kontaktiere ich die beworbene Immobilie meist per Nachricht sofort, selten per Telefon (diese ist oft nicht aufgeführt). Bei ca. 50% meine Anfragen erhalte ich eine Antwort mit dem Besichtigungstermin. Nach der Besichtigung reiche ich meine Bewerbung ein, diese enthält folgendes:

    - Anschreiben über meine Person mit Farbfoto (mein Bewerbungsbild)
    - letzte Gehaltsauszüge (z.Z. etwas über 2k netto)
    - Positive Schufa (99%), ich reiche mittlerweile auch die zweite Seite mit dem Score ein.
    - Personalausweis in Kopie
    - Ausgefüllter Bogen (Selbstauskunft des Vermieters)

    Ich hab keine Haustiere, spiele kein Instrument, bin gepflegt und auch Deutscher.

    Eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung habe ich nicht, da ich zur Zeit wieder bei meinen Eltern wohne. Davor war ich im Ausland bzw. hatte davor (Studienzeit) bei meiner damaligen Freundin gewohnt. Ich hatte also nie einen Mietvertrag geschlossen. Studium ist nun vorbei, Job habe ich auch, nur ich bekomme einfach keine Wohnung.

    Von einigen Seiten habe ich gehört, dass es in Berlin schon fast üblich sei, einen Extrabetrag für die Bevorzugung zu zahlen. Eine Bekannte habe so gegen die Zahlung von 2500 Euro auch eine Wohnung erhalten. Von einer großen Berliner Immobiliengesellschaft wurde mir auch einmal angeboten, dass man mich für die Zahlung von 2500 Euro bevorzugen würde. Ich fand das kein schlechtes Angebot, doch ich wollte für die Sicherheit auch gerne eine Rechnung haben. Dies wurde verneint, sodass ich auf das Angebot nicht weiter eingegangen bin.

    Meine Fragen:
    - Wie kann ich meine Bewerbung optimieren? Was sollte ich noch vorlegen? Sollte ich (obwohl ich einen Job habe) noch eine Bürgschaft der Eltern vorlegen?

    - Kann es sein, dass ich abgelehnt werde, weil ich davor nie einen eigenen Mietvertrag hatte?

    - Ist es üblich einen Betrag für eine Bevorzugung zu zahlen? Wenn ja, was ist in etwa die Höhe für ein solches Entgelt?

    Für einen WBS erhalte ich "zu viel" Gehalt. Die Grenze liegt bei 16k im Jahr.


    Vielen Dank für eure Antworten.

  • Meine Fragen:
    - Wie kann ich meine Bewerbung optimieren? Was sollte ich noch vorlegen? Sollte ich (obwohl ich einen Job habe) noch eine Bürgschaft der Eltern vorlegen?


    - Kann es sein, dass ich abgelehnt werde, weil ich davor nie einen eigenen Mietvertrag hatte?


    - Ist es üblich einen Betrag für eine Bevorzugung zu zahlen? Wenn ja, was ist in etwa die Höhe für ein solches Entgelt?


    Für einen WBS erhalte ich "zu viel" Gehalt. Die Grenze liegt bei 16k im Jahr.

    In Berlin sind Mietwohnungen Mangelware, das weiß man. Einen Betrag für eine Bevorzugung wäre natürlich verlockend für den VM und das ohne Rechnung/Quittung? Davon würde ich Abstand nehmen. 3 MM Kaution dürften korrekt sein.

    Ein Ablehnungsgrund könnte tatsächlich sein, dass Du vom "Hotel Mama" kommst, eben noch nie einen MV hattest.

    Dennoch, bei 150 Besichtigungen und ausreichenden Unterlagen kann ich mir nicht erklären warum da nicht ein VM mit Dir einen MV schliessen will. Liegt es vielleicht am Farbfoto?

  • Hallo,

    ich denke, dass eine Elternbürgschaft hilft, weil es eine klare Aussage ist, "wir vertrauen unserem Kind und stehen auch finanziell dahinter".

    Für viele Vermieter ist diese Extrasicherheit ausschlaggebend.

    Gruß

    H H

  • Hallo SWF2,

    nachdem Du schreibst "Bewerbungsbild". Laechelst du darauf? Wenn nein, lass mal von eine Fotografen ein Bild mit Laecheln machen. Zumindest bei den kleineren Vermietern ist das Bauchgefuehl ein durchaus nicht zu unterschaetzender Faktor. Und ein Bild mit Laecheln kommt einfach viel sympatischer rueber als ein bierernstes Bewerbungsfoto.

    Bei vielen Vermietern wird auch noch die Faustformel angewandt, dass die Miete nicht mehr als etwa ein Drtittel des verfuegbaren Nettoeinkommens betragen soll. Bewirbst Du dich fuer Wohnungen, die deutlich darueber liegen, sinken Deine Chancen.

    Und zuguterletzt. Bewirb Dich nicht nur auf Anzeigen, sondern gehe aktiv auf die grossen Wohnungbaugesellschaften zu. Die sparen sich dadurch Arbeit und Du hast weniger Konkurrenz, was Deine Chancen steigert.

    cu

    Guenni

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