Wohnung für engen Verwandten mieten

  • Liebes Forum,

    ich habe ein paar Fragen zur besten Vorgehensweise in unserem Fall, den ich gleich schildern werde, und freue mich über jede Idee, Anregung eurerseits.

    Ich, Student, 20 Jahre alt, möchte zusammen mit meiner Mutter in eine neue Wohnung ziehen, da die jetzige zu groß und zu unsaniert ist. Wir wohnen in Berlin Prenzlauer Berg und suchen im gleichen Bezirk nun eine Zweiraumwohnung. Da meine Mutter kein eigenes Geld verdient, sondern von ihrem Vater unterstützt wird, sind wir schon zu dem Schluss gekommen, dass es wohl am besten wäre, wenn mein Großvater gleich die Wohnung selbst und damit auf seinen Namen mietet. Diese Überlegung kommt daher, dass wir bei jeder Wohnung in einem so gefragten Bezirk sicherlich mehrere Mitbewerber haben, und in Zeiten, in denen man bei ImmoScout24 schon sein gesamtes Einkommen, Eigenkapital und seinen Beruf im Profil haben sollte, es wohl sehr schwer für meine Mutter ohne eigenes Einkommen und festen Job mit Bürgschaft ihres Vaters wird, sich gegen andere Bewerber durchzusetzen. Schreibt mir, wenn ich mich irre, aber ich versetze mich da in die Position des Vermieters, der sich bei 10 oder noch mehr Bewerbern wahrscheinlich die mitgeschickten Einkommensnachweise etc. anguckt und schon vor der Besichtigung die mit „unklareren“ Verhältnissen (wie mit Bürgschaft etc.) raus filtert und lieber gut verdienende, arbeitende Mieter möchte.
    Daher also der Gedanke, dass mein Großvater sich mit seinen (ordentlichen) Gehaltsnachweisen, SCHUFA etc. auf die Wohnung bewirbt und dann letztendlich auch den Mietvertrag unterschreibt.

    Nun zur konkreten Frage, wie man das am besten anstellt, da dann ja meine Mutter (und kurzweilig ich, will mir dann so schnell es geht eine WG suchen) in der Wohnung wohnen soll und nicht mein Großvater! Ich hatte bisher folgende Überlegungen: Mein Großvater bewirbt sich auf die Wohnung und sagt, er sucht nach einer Zweit- oder Ferienwohnung für sich, da er selbst aber nicht in Berlin wohnt, übernimmt seine Tochter die Wohnungsbesichtigung etc., er selbst kommt nur zum Mietvertrag unterschreiben nach Berlin. Dann wäre mein Großvater Hauptmieter. Wäre es legitim zu sagen, er möchte, dass meine Mutter mit ihm Mietvertrag steht? Dann könnte sie ja problemlos einziehen, denn jede Person, die im Mietvertrag steht, darf in der Wohnung wohnen, richtig? Sollte man dann gleich schon vor Unterschrift des Mietvertrages dem Vermieter sagen, dass eventuell meine Mutter in die Wohnung zieht und nicht mein Opa, dessen Ferien-/Zweitwohnung es ja ist? Oder wie kann man da überzeugend wirken?
    Wie sind da die Mietrechte? Darf z.B. ein enger Verwandter des Mieters jederzeit in die Wohnung ziehen, ohne, dass Vermieter etwas dagegen tun kann? Oder würdet ihr mit offeneren Karten spielen, dass mein Großvater von Anfang an sagt, ich miete die Wohnung für meine Tochter und erst später für mich selbst als Zweitwohnung? Würde man dann aber bei der großen Konkurrenz nicht wieder schneller aussortiert werden?

    Ich hoffe ihr habt ein paar Ideen dazu, lieben Dank schonmal im Voraus!

  • Zitat

    Darf z.B. ein enger Verwandter des Mieters jederzeit in die Wohnung ziehen, ohne, dass Vermieter etwas dagegen tun kann?

    Mit in die Wohnung ziehen, ja.

    Der Mieter darf die Wohnung, auch engen Verwandten, nicht komplett überlassen.

    Einmal editiert, zuletzt von anitari (8. September 2016 um 14:51)

  • Hallo,

    sehr kreativ andere Leute über den Tisch zu ziehen seid ihr ja.

    Aber so wird es nicht funktionieren. Wenn dein Großvater nicht der Bewohner ist, kann er die Wohnung nicht mieten. Eine vollständige Überlassung an eine dritte Person ist nicht möglich.

    Ein Vermieter, der jemanden, der die Wohnung nie gesehen hat einen Mietvertrag zu geben, muss heutzutage schon sehr naiv sein, da der Mieter dann ein Rücktrittsrecht hat.

    Ein Nutzung von Wohnraum als Ferienwohnung ist nicht zulässig. Für eine Zweitwohnung wird im allg. Zweitwohnsteuer fällig.

    Diese Hickhack könnt ihr vergessen. Entweder tut dein Großvater so, als würde er selbst einziehen und hofft, dass keiner merkt dass er dort nicht wohnt, oder ihr bleibt bei der Wahrheit.

    Denn ich sehe allerdings in einer Bürgschaft keine unklaren Verhältnisse. Es muss allerdings eine freiwillige, unbeschränkte Bürgschaft (inkl. Gehaltsauszüge des Bürgen) sein. Dann ist so etwas eher ein Vorteil. Einer mehr, auf den man zugreifen kann.

    Vater bürgt (mit allem drum und dran) für seine Tochter und Enkel ist sicher besser, als ein junges Paar, die ruckzuck auseinander seien können.

    Gruß
    H H

  • Vielen lieben Dank für eure Antworten.
    Ich möchte natürlich niemanden über den Tisch ziehen und wäre ich mir mit dieser Sache sicher, hätte ich ja nicht ins Forum gepostet. Gut, dass ihr mir das nochmal so aufgezeigt habt. Natürlich möchten wir am liebsten keine Trickserei benutzen, um ein Mietverhältnis zu beginnen.

    Habt ihr denn andere Vorschläge für die vielleicht schlaueste Vorgehensweise?
    Bei einer Bürgschaft sehe ich das Problem, dass dann meine Mutter sich auf die Wohnung bewerben muss und vielleicht schon bevor man dem Vermieter die ganzen Verhältnisse etc. erklären kann und ihn mit der Bürgschaft von der Zahlungsfähigkeit überzeugen kann, aussortiert wird (aufgrund der hohen Anzahl an Mitbewerbern).
    Außerdem ist eine Bürgschaft ja an sich nur für den Fall, dass meine Mutter zahlungsunfähig wird, den Vermieter überzeugen, dass meine Mutter überhaupt zahlungsfähig ist, wird glaube ich schwer. Oder gibt es eine Form der Bürgschaft/Übernahme der Miete, also dass man gleich jemand anderen angibt, der die Miete überweist? Wie könnte so etwas aussehen, und wie präsentiert man das einem Vermieter am besten?
    Wäre es eine Idee zu sagen, mein Großvater erstellt sich den Account, sagt aber bei der Bewerbung oder bei dem Ausmachen eines Besichtigungstermins gleich, dass er die Wohnung für seine Tochter mietet? Das normale Prozedere wäre ja, meine Mutter erstellt sich den Account, gibt alle ihre Daten an und schickt bei einer Bewerbung dann auch die Daten meines Großvaters als Bürgen. Aber wie gesagt, in diesem Falle sehe ich die Chancen überhaupt für die Wohnung in Betracht gezogen zu werden relativ gering.
    Ich hoffe ihr könnt mir noch ein wenig helfen . Vielen Dank!

  • Wäre es eine Idee zu sagen, mein Großvater erstellt sich den Account, sagt aber bei der Bewerbung oder bei dem Ausmachen eines Besichtigungstermins gleich, dass er die Wohnung für seine Tochter mietet? Das normale Prozedere wäre ja, meine Mutter erstellt sich den Account, gibt ...


    Was, bitte, ist denn hier ein Account? Alle meine Mieter haben keine bei mir...

  • Hallo Leandinho,

    meine Meinung: Spielt mit offenen Karten. Zumindest bei mir haben Mieter, die zwar selber kein Geld, dafuer aber einen potenten Buergen haben, 100 Mal groessere Chance auf meine Wohnung als jemand, der mir dann bei der Besichtigung mitteilt, dass eigentlich alles ganz anders ist. Das waeren naemlich die allerersten, die ich aussortieren wuerde.

    Allerdings wuerde ich empfehlen, dass Du die Bewerbung schreibst und Dich vorstellst und nicht Deine Mutter. Ein Student, der von seiner Familie unterstuetzt wird, ist nichts aussergewoehnliches. Passiert in Deutschland jedes Jahr zigtausendfach. Eine Frau mittleren Alters, die von Hartz IV lebt, wird von einem ganz erheblichen Anteil von Vermietern aufgrund schlechter Erfahrungen mit derartiger Klientel von vornherein ausgeschlossen.

    cu
    Guenni

  • Hallo Leandinho,
    meine Meinung: Spielt mit offenen Karten.


    Schliesse mich an.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine recht grosse Anzahl von Anrufern die inserierte Wohnung "für jemanden" etc suchen. Wurden direkt aussortiert. Im Endeffekt waren von ~90-100 Bewerbern lediglich bestenfalls 10% interessant...:( (falls überhaupt zum Besichtigungstermin erschienen (niederrheinische Mentalität...) ).

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