Kleinreparatur - Kostenübernahme unklar

  • Hallo,

    ich bin mir unklar über die Einschätzung im Verfahrensfall:

    Letzten Monat wurden die Zulaufventile unter der Küchenspüle ausgetauscht (Wasserhahn tropfte, Amatur ist auch undicht, ist aber meine eigene). Nach telefonischer Absprache mit dem Vermieter hatte ich den Termin mit der Sanitärfirma abgemacht, weil er sich mit allem gerne Zeit lässt. Er selbst hatte mir die Firma genannt.

    Nun kam erst die Nachricht des Vermieters, dass er für die Rechnung (99,13 €) nicht aufkommt, er verweist auf den Mietvertrag. Hierin ist eine Kostenübernahme für Kleinreparaturen bis 100 € abgemacht. Zu Kleinreparaturen gehören laut Vertrag u.a. Schlösser, Heizkörperventile, also alles Dinge, die häufig benutzt werden. Nicht aber explizit Eckventile, die ja fest installiert werden. - Da ich zusätzlich einen Haupthahn in der Wohnung habe, benutze ich die Ventile unter der Küchenspüle gar nicht.
    Zwei Tage später erreicht mich zusätzlich die Rechnung der Sanitärfirma.

    Der Mieterbund scheint sich unklar über den Sachverhalt zu sein, es wäre ein "Zweifelsfall", da die Ventile ja grundsätzlich zugänglich sind. Hierbei könnte es vor Gericht gegen mich ausgehen und ich müsste zusätzlich die Anwaltsgebühren übernehmen. Ich sollte besser zahlen.

    Meine Haftpflichtkasse lehnt die Übernahme ab und meint, dass es sich um unberechtigte Ansprüche handelt, da mich kein Verschulden trifft. Zumal ich ja bei einem Auszug auf Dauer nichts von dem Gebrauch habe. Ich müsste also nicht zahlen.

    Da es mit dem Vermieterverhältnis nicht zum Besten steht ist denen durchaus zuzutrauen, einen Rechtsstreit einzugehen.

    Nun bin ich etwas ratlos und wäre für einen Tipp dankbar

    Viele Grüße
    Heide

  • ...., benutze ich die Ventile unter der Küchenspüle gar nicht.
    ...

    das änderst du bitte ab sofort. So 2-3 mal im Jahr drehst du die bitte ganz zu, prüfst das sichere Schließen durch kurzes Öffnen des Wasserhahns und drehst dann das Ventil wieder auf. Einmal bis Anschlag und dann wieder ca. anderthalb Umdrehungen in Richtung geschlossen. Alles immer mit mäßigem Krafteinsatz. Wenn fest, dann kaputt = Meldung an Vermieter. So verhinderst du relativ zuverlässig, dass die Ventile festsitzen, wenn sie mal wirklich gebraucht werden, z.B. bei einem Defekt an der Armatur und wirkst so auch entsprechend deiner Schadensminderungspflicht gegenüber den Versicherern. Das sich unbewegte Bauteile mit der Zeit festsetzen ist nun allgemeine Lebenserfahrung.

    Trotz obiger Maßnahme sehe ich die Eckventile nicht im ständigen Gebrauch durch den Mieter, ich übernehme die Kosten für diese und deren Tausch grundsätzlich. Wenn die natürlich offensichtlich gewaltsam beschädigt wurden, z.B. beim Auf-/Abbau von Küchenmöbeln, Geräten usw. oder gar Vorsatz finden wir hier die implizierte Ausnahme.

  • Danke für den Tipp, Herr Gaunt. Aber wie ist denn nun ihr Rat: zahlen oder nicht. Und mit welchen Folgen wäre Ihrer Einschätzung nach zu rechnen?

  • Danke für den Tipp, Herr Gaunt.


    Bitte. Einfach mal den Namen googeln. ;)

    Aber wie ist denn nun ihr Rat: zahlen oder nicht.


    dies ist in meinen Augen eher eine politische, als eine rechtliche Entscheidung. Einfach weil für letztere die Entscheidungsgrundlage dünn ist. Sprich es wird neben dem konkreten Wortlaut der Kleinreparaturklausel und der Schlüssigkeit der Rechnung darauf ankommen welcher RiAG darüber entscheiden darf und wie er/sie geschlafen hat und was es zum Frühstück gab...


    Und mit welchen Folgen wäre Ihrer Einschätzung nach zu rechnen?


    bei Nichtzahlung zwischen Zähne knirschen und "das merk ich mir" bis hallo werter RA "Pitbull in Nadelstreifen" hier ist die Mieterakte von Heide, fass, ich will Blut sehen!

    Generell kann man davon ausgehen, dass der Mieterverein sehr mieterfreundlich berät. Bei einem solchen relativ kleinen Streitwert ist ein Gerichtsverfahren für beide Seiten in erster Linie überaus lästig. Deshalb die politische Konsequenz verstärkt betrachten. Wie gestaltete sich das Mietverhältnis bisher, wie sieht die Zukunftsprognose aus?
    Also alles eine recht persönliche Entscheidung.

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