Übernahme der Küche vom Vormieter

  • Hallo zusammen,

    folgende Situation: Gestern haben meine Partnerin und ich einen Mietvertrag über eine 3 Zimmer Wohnung in Düsseldorf Golzheim unterschrieben. Die Besichtigung der Wohnung hat am 02.03. stattgefunden. In der Anzeige stand "Die eingebaute Küche kann gegen Abstand vom derzeitigen Mieter übernommen werden."
    Während der Besichtigung erwähnte die derzeitige Mieterin, dass derjenige die Wohnung bekommt, der am meisten der von Ihr eingebauten Möbel (EBK, Badezimmerschrank, Garderobe etc.) übernimmt. Wir haben nur "ok" zu dieser Aussage gesagt.
    Nach der Besichtigung haben wir uns bei der Markelerin (an dem Tag verhindert) gemeldet und Interesse bekundet. Nachdem wir alle nötigen Unterlagen eingereicht haben, haben wir am 04.03. von der Marklerin eine Zusage über die Anmietung per E-Mail erhalten, auch hier keine Rede von der Übernahme der Möbel.
    Es wurde kein Vertrag über die Übernahme besprochen oder gar unterschrieben. Auch im MV steht nichts von der Übernahme.
    Nachdem der MV von unserer Seite unterschrieben war, haben wir kurz mit der Mieterin über die Übernahme gesprochen, wobei wir uns direkt uneinig waren. Für eine Nobilia Küche (geklebte Fronten, kein Lack) mit den günstigsten Leonard E-Geräten wollte Sie 4.500€, bei einem Neupreis von 5.500€ und einem Alter von fast 4 Jahren. Der von mir berechnete Zeitwert liegt bei ~1.500€. Für die restlichen Einbauten sollen wir knappe 1.500€ berappen, was wir strikt ablehnten und offen mit dem Gedanken gespielt haben, die Gegenstände gar nicht zu übernehmen.

    Heute morgen rief mich dann die Marklerin an, mit der Drohung, der Vermieter würde den MV erst unterschreiben, wenn wir uns mit der derzeitigen Mieterin auf eine Ablöse geeinigt haben. Die Marklerin schien einsichtig, was die angesetzte Höhe der Übernahme anging. Wir haben uns ein maximales Limit von 3.000€ für alles gesetzt. Morgen soll es nun einen erneuten Verhandlungstermin geben.

    Meine Frage lautet nun: Wenn wir uns nicht einig werden und der MV somit vom Vermieter nicht unterzeichnet wird, haben wir irgend einen Anspruch?

    Vielen Dank im Voraus und schönes Wochenende

    Grüße

    Zalvo

    Einmal editiert, zuletzt von zalvo (11. März 2016 um 23:41)

  • Zitat

    Heute morgen rief mich dann die Marklerin an, mit der Drohung, der Vermieter würde den MV erst unterschreiben, wenn...

    Besteht die Möglichkeit den Vermieter persönlich zu kontaktieren?

    Wer weiß denn schon Makler und Noch-Mieter, ohne Wissen des Vermieters, so aus gekaspert haben?

    Zitat

    Wenn wir uns nicht einig werden und der MV somit vom Vermieter nicht unterzeichnet wird, haben wir irgend einen Anspruch?

    Nein.

    Der Mietvertrag ist im Moment lediglich ein Angebot. Das entweder angenommen (unterschrieben) wird oder nicht.


  • Meine Frage lautet nun: Wenn wir uns nicht einig werden und der MV somit vom Vermieter nicht unterzeichnet wird, haben wir irgend einen Anspruch?


    Einen Anspruch worauf? Darauf das ihr den Vermieter zwingt euch eine Wohnung zu vermieten, obwohl er das nicht will? Eher nein. Sieh es mal so, früher hätte ihr den Makler bezahlt, heute bezahlt ihr die Küche, vereinfacht gesagt, der Verdacht liegt zumindest nahe. Schöne neue Bestellerwelt, nicht wahr?
    Theoretisch könnte man sich die differenz zum Zeitwert vom Vermieter einklagen, nur der ist ja hier nicht der Verkäufer. Und selbst dann wäre das wohl eher ein Nullsummenspiel, ich meine fang mal an für solchem Quark Juristen und Gutachter zu beschäftigen, das wird sich kaum lohnen.

  • Sieh es mal so, früher hätte ihr den Makler bezahlt, heute bezahlt ihr die Küche, vereinfacht gesagt, der Verdacht liegt zumindest nahe. Schöne neue Bestellerwelt, nicht wahr?

    Das ist auch mein Hintergedanke:rolleyes:

    Eventuell ist sogar der Vermieter mit von der Partie:confused:
    Schließlich müßte er ja den Makler bezahlen.

  • Moin.

    Wenn Du meinst, die Küche ist 1500 EUR Wert, dann biete nur 1500 EUR. Warum 3000 EUR? Es wirkt auf mich etwas befremdlich, dass der Vermieter lieber einen guten potentiellen Nachmieter verliert, nur weil er dem jetzigen Nochmieter eine Gefallen tun möchte und möglichst hohe Abstandszahlung für die Küche rausholen möchte. Was hat der Vermieter denn da für ein Interesse dran?

    Irgendwas ist da faul.

    PS: Ohne die Küche gesehen zu haben: Ich an Deiner Stelle würde 1000 EUR bieten und mich dann auf 1500 EUR hochhandeln lassen, das wäre mein oberes Limit. Der Nochmieter will die Küche ja loswerden und steht unter Druck, nicht Du. Und wenn es nicht klappt immer daran denken: Andere Vermieter haben auch noch schöne Wohnungen.

  • Hallo zusammen,

    hier spielt der Makler bezüglich der Küche überhaupt keine Rolle. Das Geld für die Küche würde der VORmieter- und nicht der VERmieter bekommen. Weder Makler, noch Vermieter hätten einen finanziellen Vorteil.

    Es lebe das generalisierte Vorurteil gegen Makler....

    Gruß,
    anonym


  • Weder Makler, noch Vermieter hätten einen finanziellen Vorteil.

    Ja, wenigstens offiziell nicht. Das das Interesse aber offensichtlich doch besteht, wurde wohl deutlich. Erhlich gesagt verständlich. Aufgrund eines stapels Papier und einem feuchten Händedruck, vermietet wohl jeder recht ungern, und in Düsseldorf wohl erst recht.

  • Hallo,

    AJ1900 - Ihren Tread habe ich inhaltlich nicht verstanden, sorry.

    Aber:
    Ich weiß aus Erfahrung, dass Vermieter durchaus bereit sind, bei der Nachmietersuche prinzipiell erst einmal auf den Wumsch des Vormieters Rücksicht zu nehmen und vorerst auf einen Nachmieter warten, der die Küche auch übernimmt.

    Da der Preis hier jedoch viel zu hoch angesetzt ist, kann der Fragesteller davon ausgehen, dass sich auch kein anderer Nachmieter bereit erklären wird, die Küche zu übernehmen. Mit der Zeit -wenn das Ende des Mietvertragsverhältnisses naht und immer noch kein Mieter gefunden wurde-, schwenkt der Vermieter sicher um und vermietet nun auch, ohne dass die überteuerte Küche genommen werden muss.

    Alternativ geht der jetztige Mieter dann endlich mit seiner Preisvorstellung runter...

    Alles in allem ist der Fragesteller in einer guten Position - ich würde die Küche NICHT zu diesem Zeitpunkt und zu diesem Preis übernehmen und erst einmal abwarten (wenn er nicht gerade in München usw. wohnt - da weiß ich nicht, wie viel die Mieter bereit sind, zu "schlucken").

    Der Mietvertrag an sich ist nämlich prinzipiell erst einmal völlig unabhängig vom Kauf der Einrichtungsgegenstände des Vormieters zu sehen.

    Gruß,
    anonym

  • AJ1900 - Ihren Tread habe ich inhaltlich nicht verstanden, sorry.


    Ja, das merke ich. Wir reden hier nicht über ein Wohnung auf dem Land auf der flachen Wiese, sondern über Düsseldorf Golzheim (google mal).
    Meine Prognose, da geht niemand mit irgend was runter, sondern eher noch rauf. Aber stimmt, man kann natürlich aus Prinzip auch auf die Wohnung verzichten und auf das beste hoffen. Wenn das für einen OK ist, warum nicht?
    Und wenn die Kohle nicht reicht um die Küche zu kaufen, sagt sich der Vermieter, prima, dann war das nicht der richtige Mieter.

  • Ich würde dem Makler antworten, dass ich gerne bereit bin, mit der Vormieterin den Kaufvertrag zu verhandeln, nachdem der MV unterschrieben ist. Vorher brauchen wir nicht weiter reden.

  • Ich würde dem Makler antworten, dass ich gerne bereit bin, mit der Vormieterin den Kaufvertrag zu verhandeln, nachdem der MV unterschrieben ist. Vorher brauchen wir nicht weiter reden.

    Würdest du das auch machen, wenn du die Wohnung unbedingt willst? Verstehe mich nicht falsch, das soll jeder selber entscheiden, nur sollte man sich vorher überlegen für was man sich dann am ende entscheidet.
    Wäre ich Vermieter in Düsseldorf, und der Mieter zuckt wegen einer Küche, kann das Interesse nicht besonders groß sein, wäre mindestens mein Gedankengang, und vorausgesetzt es ist so wie man vermuten kann. Abhängig von der Qualität der Wohnung natürlich.
    Wenn ich die Wohnng haben wollte, würde ich evtl. moderat verhandeln, und evtl. auch zu verstehen geben, das mir die Problematik mit Makler/Abstand/Mieter usw. durchaus bewußt ist, wenn es denn so ist.

  • Gestern haben meine Partnerin und ich einen Mietvertrag über eine 3 Zimmer Wohnung in Düsseldorf Golzheim unterschrieben.


    Hallo,
    wenn ich schon "Markler" oder besser: "Makler", höre, gehen bei mir sämtliche Alarmlampen an.
    Jeden Morgen steht irgendwo in Dummer auf... Tut mir leid.:(

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
    Es ist ja nicht so, dass wir uns die Sachen nicht leisten können, ganz im Gegenteil. Am liebsten wäre uns, wenn der Mieter seine Küche mitnimmt, damit wir uns eine ordentliche Küche kaufen können.
    Man muss sich vorstellen, dass der qm fast 14€ kostet und dann muss man mit einer Küche vorlieb nehmen, die auch im sozialen Wohnungsbau als günstig bezeichnet werden würde. Wir waren heute mit Bildern der Küche bei zwei Küchenhäusern und haben uns die Küche mal konfigurieren lassen. Tut uns leid für die freundlichen Küchenhaus-Mitarbeiter, dass wir kein echtes Interesse an der Küche hatten, jedoch hat es uns sehr interessiert, was denn solch eine Küche neu kosten würde.
    Die Fronten stellt Nobilia nicht mehr 1:1 her, aber es handelte sich um die günstigste Preisklasse, das wurde sofort erkannt :D Da bei der Küche nicht viel angepasst werden müsste würde sie NEU inkl. Leonard E-Geräten und Einbau 2.900€ (ohne diese 600€ Grohe Armatur) kosten.
    Die Forderung, erst in die Verhandlungen gehen zu wollen, nachdem wir den MV unterschrieben zurück bekommen haben, würde ich nicht stellen wollen, da wir die Wohnung gerne haben möchten. Folge der Forderung wäre, dass einer der 23(!!!) anderen Bewerber die Wohnung bekommen würde.
    Mit Anspruch meinte ich sowas wie einen Vertrauensbruch. Wir würden, auch wenn wir eine Rechtschutzvers. haben, keine rechtlichen Mittel in Anspruch nehmen, mich interessiert es nur, denn was wäre gewesen, wenn ich aufgrund der Unterschrift unseren MV bereits gekündigt hätte?

    Viele Grüße

    Zalvo

  • Unsere Unterschrift unter dem MV. Damit vertraue ich dem Vermieter in Vertretung des Maklers, dass wir die Wohnung bekommen. Alle hieraus folgenden Kosten müssten doch in irgend einer Weise gesichert sein. Damit, dass der Makler einen Termin zur Unterzeichnung des MV gemacht hat signalisiert er ja schon seinen Willen uns die Wohnung zu Vermieten.
    Die Verhandlungen gerade sind so gut wie gescheitert, es klafft eine Lücke von 1000€. Daneben wird uns mit dieser "Friss oder stirb" Mentalität ja zusätzlich noch das Recht auf Individualität genommen, was uns definitiv mehr mehr wert ist.
    Ich verstehe nach wie vor nicht, was es dem VM bringt, die Möbel dem Nachmieter aufzuzwingen, es sei denn hier fließt ein Betrag. Alles andere kann ihm doch vollkommen egal sein, zumal der VM die Bruttomiete so oder so jeden Monat von uns erhält.
    Schade, wenn es nicht klappt allerdings auch kein Beinbruch, denn ich denke, dass man durch Scheitern mehr für die Zukunft mitnimmt.

    Viele Grüße

    Zalvo

  • Hallo zusammen,

    [...]Es ist ja nicht so, dass wir uns die Sachen nicht leisten können, ganz im Gegenteil. Am liebsten wäre uns, wenn der Mieter seine Küche mitnimmt, damit wir uns eine ordentliche Küche kaufen können[...]

    Würde ich genau SO dem potentiellen neuen Vermieter mitteilen. Inklusive, dass die jetzige Küche in Deinen und den Augen eines Profis (Küchenstudio) minderwertig ist. Ihr wollt ja lieber etwas Hochwertigeres einbauen, das sollte ein Vermieter eigentlich gerne hören.


  • Ich verstehe nach wie vor nicht, was es dem VM bringt, die Möbel dem Nachmieter aufzuzwingen, es sei denn hier fließt ein Betrag. Alles andere kann ihm doch vollkommen egal sein, zumal der VM die Bruttomiete so oder so jeden Monat von uns erhält.


    Nochmal die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, das mindestens ein Teil des Geldes an den Makler fließt. Kurz gesagt, der Vermieter hat hier die Sicherheit, das Leute die schon mal 4000€ auf den Tisch legen + Kaution, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch Geld haben, zumindest kann man davon ausgehen. Und bei 14€ Miete, und einem großen Nachfrage, findet sich normalerweise immer jemand, der dazu bereit ist. Bedenke wer für 14€ vermietet, hat 1. auch einfach objektiv viel zu verlieren und 2. es evtl auch einfach nicht nötig jeden zu nehmen der "hier" ruft.

  • Hallo AJ1900

    Nochmal die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, das mindestens ein Teil des Geldes an den Makler fließt.

    Es lebe das abgewetzte Vorurteil.....

    Das Geld für die Küche bekommt der VORmieter - nicht der VERmieter. Wenn es so ist, wie Sie vermuten, müsste der VORmieter mit dem Makler einen Deal gemacht haben - aber in welcher Form und vor allem WARUM????

    Ich bleibe dabei: Solange sich immer wieder Menschen finden, die JEDEN Preis für etwas zahlen, solange wird sich auch nichts ändern.
    Man mus auch mal NEIN sagen können....

    Gruß,
    anonym

    Einmal editiert, zuletzt von anonym2 (14. März 2016 um 08:43) aus folgendem Grund: Tippfehler

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