Moin,
vorweg: Meine Freundin und ich sind Vollzeitstudenten (~6-10h am Tag, 7 Tage die Woche) und haben wenig Geld zur Verfügung, d.h. wir haben nicht die Möglichkeit, arbeiten zu gehen, um Geld für Anwalt oder Umzug reinzubekommen (wenn wir denn überhaupt eine bezahlbare Wohnung finden würden, die von der Lage her unseren Weg zur Uni nicht um mindestens eine halbe Stunde verlängert, sonst würde ich sofort alles daran setzen, den Umzug finanziert zu bekommen), ohne dass Noten oder Regelstudienzeit darunter leiden. Ja, es gibt auch Studenten, die ihr Studium ernst nehmen und sich auch dafür interessieren, was sie machen.
Unser Problem in unserer Wohnung sind die Nachbarn über uns:
1. Ich weiß, Kinderlärm ist grundsätzlich hinzunehmen. Aber gilt das ohne Wenn und Aber? Ist beispielsweise zu Ruhezeiten hinzunehmen, dass Kinder stundenlang brüllend durch die Wohnung trampeln, springen, Mobiliar verrücken? Manchmal spielen die ja "normal", aber oftmals übertreiben sie es halt einfach. Und ist es auch hinzunehmen, wenn sie mit Vorsatz gegen Heizungsrohre schlagen? Der Lärm kommt bei uns so laut an, dass wir in diesen Zeiten nicht mehr Lernen können. Da ist keine Konzentration mehr möglich. Meine Freundin ist da recht empfindlich, mich als relativ lärmunempfindlichen Menschen stört das allerdings auch sehr.
Folgende Quelle habe ich gefunden, ist das noch aktuell? "Die Tatsache, dass Kinder sich frei entfalten und entwickeln müssen, auch wenn dies mit einer gewissen Geräuschkulisse verbunden ist, bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass Nachbarn jede Art von Kinderlärm tolerieren müssen. Rücksichtloses Verhalten, wie beispielsweise anhaltendes Fahren mit einem Spielzeugroller über Laminatböden, das immense Geräusche verursacht, oder wildes Springen von Stühlen in einer Dachgeschosswohnung, welches den darunter wohnenden Mieter extrem belästigt, ist nicht als üblicher Kinderlärm anzusehen. Eltern der betreffenden Kinder haben somit dafür zu sorgen, dass derartige Lärmimmissionen nicht mehr entstehen. Zu beachten ist, dass ein gelegentliches Trampeln von Kindern nicht als ein rücksichtsloses Verhalten angesehen wird, da dies zu einem normalen Benehmen dazugehört [OLG Düsseldorf, 29.01.1997, 9 U 218/96]."
Das direkte Gespräch mit den Eltern führt leider zu nichts mehr. Denen sind ihre 3 Kinder ziemlich egal, zumindest beschränken sich deren hörbaren Erziehungsmaßnahmen auf auch bei uns wahrnehmbare Ausdrücke wie "Hör auf zu Heulen, sonst fängst du dir gleich eine". Seit wir sie mal darum gebeten haben, die Musik leiser zu machen (siehe 2.), und uns die Mutter daraufhin wutentbrannt mit den Worten "Aber selbst immer Feiern" (Was Quatsch ist, wir feiern quasi nie und auf jeden Fall viel seltener als die -> 3.) die Tür vor der Nase zugeschlagen hat, öffnen die auch schon gar nicht mehr die Tür, wenn wir klingeln.
2. Besonders die Mutter hört gerne laut Musik und auch gerne dasselbe Lied 2h lang in Dauerschleife. Ist schon nicht geil, wenn man die Musik mag, und noch weniger, wenn sie so gar nicht dem eigenen Geschmack entspricht. Wir führen ein Lärmprotokoll. Was wäre der nächste Schritt?
Ich sehe das Lärmprotokollprozedere halt schon etwas problematisch an, weils uns letztlich ja auch alles nur als unbewiesene Behauptung ausgelegt werden könnte. Und ich traue denen auch zu, sich irgendetwas auszudenken, was wir an Lärm produzieren würden
3. Ab und an feiern die Eltern. Mal geht das Sonntag morgens um 10 Uhr los, wo die Eltern mit Freunden (erwachsene Ü30-Menschen!!!) laut Musik hören, noch lauter Brüllen, damit sie sich bei der lauten Musik auch noch verstehen können, gleichzeitig das Lagerfeuerlied aus Spongebob Schwammkopf brüllen und ihren Dauerschleifensong (aktuell dieses abartige "die immer lacht") mitgröhlen. Manchmal feiern sie halt auch von Mittwoch Abend bis Donnerstag um 4 Uhr morgens. Beim nächsten Mal werden wir auch die Polizei rufen, weil das ist echt nervig, wenn man am nächsten Tag früh raus muss und keine 3h Schlaf bekommt.
Kann das alles zu irgendetwas führen? Wir hoffen, dass der Vermieter die vielleicht dann irgendwann rauswirft oder sie sich eben benehmen, was ich nicht glaube, denn vom geistigen Alter her leben dort 5 Kinder.
Ich wäre dankbar für jede Art von Tipps, wie wir mit der Situation umgehen sollten.
Viele Grüße
Alexander S.