Verlangbare Miete für ungedämmtes Haus mit feuchten Wänden ohne Heizung und ohne Bad

  • Meine Schwiegereltern (beide weit über 70 Jahre) leben seit gut 40 Jahren in einem Mietshaus in Georgenthal (Thüringen, Gotha)... Das Haus war wohl ganz früher ein Stall bzw. Schuppen, insofern ist das Haus auch nicht gedämmt, Es sind nur ganz dünne Bimssteinwände... Erst vor wenigen Jahren wurden die einfach verglasten und vermoderten Fenster gegen billigste Kunststoff-Thermopanefenster ausgetauscht... Auch Decken und Dach sind ungedämmt... Die Außenwand ist teilweise feucht... Es gibt keine Heizung... geheizt werden muss mit Kohlen- oder Holzfeuerung (Öfen)... Die meisten davon haben meine Schwiegereltern gekauft... Es gibt ebenfalls kein fließend warmes Wasser... Der Vermieter selbst hat noch nicht einmal ein Bad eingebaut, d.h. meine Schwiegereltern haben früher (zu DDR-Zeiten) aus eigenen Mitteln ein provisorisches Bad eingebaut, mit einem Badeofen, den man mit Kohle oder Holz einheizen muss... Es gibt nur eine Badewanne, die aber von den älteren Herrschaften nur schwerlich benutzbar ist... und ein Waschbecken mit einem Warmwasserboiler... Eine Dusche existiert nicht... Der Vermieter selbst hat bisher keinen Cent investiert, um ein Bad einzubauen... Ebenso war ursprünglich ein Plumpsklo, was aber auch der Mieter, also meine Schwiegereltern in Eigenleistung in Toiletten mit Spülung umgebaut haben... Vom Eingang her muss man über drei Stufen "stolpern" um überhaupt in die Wohnung zu gelangen. Man steht dann direkt im Wohnzimmer. Der anschließende enge Flur ist aufgrund der Enge kaum passierbar... Eine extrem steile Treppe führt ins Obergeschoss...

    Für diesen "tapezierten Stall" (ohne Dämmung, ohne Heizung, ohne Bad, feucht, kalt usw...) verlangt der Vermieter seit vielen Jahren eine, wie ich meine, stattliche Miete von 380 Euro monatlich... Die bewohnbare Fläche ist zwar insgesamt ca. 120 m², aber zwei der Räume im oberen Stockwerk sind nicht genutzt, auch weil es sehr teuer wäre, die auch noch zu beheizen... Nun fordert der Vermieter wieder eine Mieterhöhung von 40 Euro monatlich... Kann der für so eine spartanisch ausgestattete Bude, die so viel Energie kostet, denn so viel Miete verlangen? An wenn kann man sich wenden?

    Bisher haben die alten Herrschaften über Jahrzehnte stumm gezahlt was der gierige Vermieter verlangt hat und der Stall ist mittlereile durch die Mieteinnahmen mehrfach finanziert worden...

  • Na ja, dann reden wir hier über eine netto Kaltmiete(oder Warm) von 3,50€ nach Mieterhöhung. Gehört noch Grundstück/Garten dazu, oder ist das nur das Haus?
    Bei aller Liebe, Gier sieht für mich anders aus. Wie auch immer für diesen Mietpreis kann keiner was an eine Immobilie tun, das reicht eigentlich kaum für die Instandhaltung.
    Mein Tipp wäre umziehen. Eigentlich müsstest du hoffen das da nie was in Sachen Dämmung usw. getan wird, sonst kann es passieren das die Miete ganz schnell sehr viel höher sein könnte.

  • Zitat

    verlangt der Vermieter seit vielen Jahren eine, wie ich meine, stattliche Miete von 380 Euro monatlich

    Warm oder kalt?

    Zitat

    Kann der für so eine spartanisch ausgestattete Bude, die so viel Energie kostet, denn so viel Miete verlangen?

    Hier hilft nur der Blick in den Mietspiegel der Gemeinde. Womit hat der Vermieter die Erhöhung begründet?

    Zitat

    Vom Eingang her muss man über drei Stufen "stolpern" um überhaupt in die Wohnung zu gelangen. Man steht dann direkt im Wohnzimmer. Der anschließende enge Flur ist aufgrund der Enge kaum passierbar... Eine extrem steile Treppe führt ins Obergeschoss...

    Naja, das Problem ist aber seit 40 Jahren bekannt oder?
    Warum haben sich deine Eltern in den letzten Jahren nicht einfach eine neue Wohnung gesucht?

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hier hilft nur der Blick in den Mietspiegel der Gemeinde. Womit hat der Vermieter die Erhöhung begründet?


    Ob es da einen gibt? Ganz ehrlich, bei der Miete würde ich keine schlafenden Hunde wecken. Sonst fällt dem Vermieter nachher noch ein, das er wirklich sanieren will.:rolleyes:

  • Zitat

    Ganz ehrlich, bei der Miete würde ich keine schlafenden Hunde wecken.

    Es kommt darauf. Bei einer Warmmiete von 3,20 EUR/m² würde ich tatsächlich nichts sagen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Erst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort... Kann ja sein, daß ich das vielleicht etwas falsch sehe, keine Ahnung... Ja wir reden hier von Kaltmiete für ein altes, kaltes, ungedämmtes, feuchtes Haus, ohne Bad dessen Bewohnbarkeit bzw. jetziger Wert sozusagen von den Mietern selbst getragen wurde... Bisher hat der Vermieter zur Instandhaltung insoweit beigetragen, daß er vor ein paar Jahren die einfachen Fenster und Haustüre gg. Kunststofffenster und Kunststoffhaustür ausgetauscht hat und einmal neue Stromleitungen und Schalter, sowie den letzten Ofen bezahlt hat... Außerdem hat er die Hausfassade neu streichen lassen... Wie gesagt, alles auf kostengünstigstem Wege... Wenn er in den 40 Jahren 8000 Euro überhaupt reingesteckt hat, ist das noch recht hoch gegriffen, alles andere hat der Mieter selbst finanziert... Es gehört kein Garten dazu, dafür aber ein Schuppen für Holz- und Kohlelagerung... und ein geduldeter Platz im Innenhof um Gartenmöbel aufzustellen... Durch den schlechten Dämmwert des Hauses (gleich 0) kann man recht hohe Heizkosten (für Kohlen und Holz) drauf rechnen... Da braucht man zig Zentner an Brennstoff... Nun, ich frage ja daher im Forum eben die Erfahrenen... Es handelt sich hier um Thüringen, habe selbst keine Ahnung wie das da aussieht... Ich selbst habe als Hausbesitzer hier in Hessen, Frankfurter Einzugsgebiet, Taunus, eine Einliegerwohnung vermietet... Diese hat auch 100 m², ist voll gedämmt (auch Außendämmung), mit modernisiertem Bad (incl. Dusche, Badewanne, WC usw...) 3-ZKB, Zentralheizung plus Kamin, Überdachte Terrasse, Rasenfläche, Nebengebäude (Lager und Unterstand), alles ebenerdig... und für 500,- Euro /mtl. (incl. Nebenkosten, also incl Wasser, Müll, aller Gebühren, nur excl. Strom) und da jammert schon der Mieter... Der kriegt sogar von mir Holz frei Haus geliefert, Mehrverbrauch von Wasser/Abwasser berechne ich nicht... also für pauschal 500,- /mtl. alles komplett... Selbst kaputte Glühbirnen kaufe ich und tausche ich kostenfrei aus... Daher kam mir die Miete in Thüringen etwas hoch vor...

  • Es kommt darauf. Bei einer Warmmiete von 3,20 EUR/m² würde ich tatsächlich nichts sagen.

    Wobei, warm dürfte schwer werden, bzw- wäre sehr ungewöhnlich, wenn mit Ofen zu heizen ist. Ich gehe aber man davon aus das vieleicht noch die 2000qm Grundstück vergessen wurden? Na wie auch immer, umziehen lautet die Devise. Zumal wenn die Miete zu teuer wäre, sollte es ja kein Problem sein was adäquates mit vieleicht weniger qm aber mehr Komfort zu finden?

  • Und bevor mich hier einer nervt, warum ich nicht meine Wohnung an die Schwiegereltern hier bei mir vermiete: Sie wollen nicht von dort weg, nach dem Motto "Einen alten Baum verpflanzt man nicht"

  • Mit über 70 ist kann ein Umzug schon an Horror grenzen.
    Aber den Kopf in den Sand stecken und dann weinen ist wohl auch keine Lösung.
    Der Vermieter Wird Ihnen die Wohnung nicht sanieren und wenn, dann nur mit einer saftigen Mieterhöhung.
    Verpflichtet werden kann er dazu sowieso nicht.
    Ihnen bleibt also nur ein : weiter so oder eben ein Umzug.

    2 Mal editiert, zuletzt von Kolinum (10. Februar 2016 um 12:24)

  • Es handelt sich nicht um ein freistehendes, eigenes Haus, sondern um einen Hausanbau (ehemaliger Stall, soweit ich weiß) im Ortszentrum von einem Haupthaus (auch vermietet, mehrere Parteien) nach hinten in den Hof gebaut... Ohne eigenes Grundstück.. uralt

  • Erst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort... Kann ja sein, daß ich das vielleicht etwas falsch sehe, keine Ahnung... Ja wir reden hier von Kaltmiete für ein altes, kaltes, ungedämmtes, feuchtes Haus, ohne Bad dessen Bewohnbarkeit bzw. jetziger Wert sozusagen von den Mietern selbst getragen wurde... Bisher hat der Vermieter zur Instandhaltung insoweit beigetragen, daß er vor ein paar Jahren die einfachen Fenster und Haustüre gg. Kunststofffenster und Kunststoffhaustür ausgetauscht hat und einmal neue Stromleitungen und Schalter, sowie den letzten Ofen bezahlt hat... Außerdem hat er die Hausfassade neu streichen lassen... Wie gesagt, alles auf kostengünstigstem Wege... Wenn er in den 40 Jahren 8000 Euro überhaupt reingesteckt hat, ist das noch recht hoch gegriffen, alles andere hat der Mieter selbst finanziert... Es gehört kein Garten dazu, dafür aber ein Schuppen für Holz- und Kohlelagerung... und ein geduldeter Platz im Innenhof um Gartenmöbel aufzustellen... Durch den schlechten Dämmwert des Hauses (gleich 0) kann man recht hohe Heizkosten (für Kohlen und Holz) drauf rechnen... Da braucht man zig Zentner an Brennstoff... Nun, ich frage ja daher im Forum eben die Erfahrenen... Es handelt sich hier um Thüringen, habe selbst keine Ahnung wie das da aussieht... Ich selbst habe als Hausbesitzer hier in Hessen, Frankfurter Einzugsgebiet, Taunus, eine Einliegerwohnung vermietet... Diese hat auch 100 m², ist voll gedämmt (auch Außendämmung), mit modernisiertem Bad (incl. Dusche, Badewanne, WC usw...) 3-ZKB, Zentralheizung plus Kamin, Überdachte Terrasse, Rasenfläche, Nebengebäude (Lager und Unterstand), alles ebenerdig... und für 500,- Euro /mtl. (incl. Nebenkosten, also incl Wasser, Müll, aller Gebühren, nur excl. Strom) und da jammert schon der Mieter... Der kriegt sogar von mir Holz frei Haus geliefert, Mehrverbrauch von Wasser/Abwasser berechne ich nicht... also für pauschal 500,- /mtl. alles komplett... Selbst kaputte Glühbirnen kaufe ich und tausche ich kostenfrei aus... Daher kam mir die Miete in Thüringen etwas hoch vor...

    Das Problem ist die Sache mit der Begründung. Ist die schlüssig, zBsp. durch drei Vergleichswohnung/Gebäude usw. und gibt es keinen Mietspiegel (wovon ich jetz mal ausgehen würde), ist das natürlich erst mal problematisch. Vieles was du schreibst hat der Mieter gar nicht zu leisten, sonder der Vermieter, aber wenn er es doch tut könnte es sogar sein das er zum Rückbau verpflichtet wäre.
    Kurz gesagt, das alles bietet wenig potential um sich überhaupt sinnvoll zu streiten. Das bringt nur Ärger, verursacht Kosten, und sollte tatsächlich mal saniert werden hat der Mieter eine viel größeres Problem.
    Ich sehe das auch so, das diese Erhöhung bestimmt irgendwie abwendbar wäre, nur was kommt dann?
    Realistischer weise kann man deinen Schwiegereltern nur raten umzuziehen, wenigstens in eine Wohnung wo man keine Kohlen schleppen muß.

    Einmal editiert, zuletzt von AJ1900 (10. Februar 2016 um 12:26)

  • Zitat

    Ich selbst habe als Hausbesitzer hier in Hessen, Frankfurter Einzugsgebiet, Taunus, eine Einliegerwohnung vermietet... Diese hat auch 100 m², ist voll gedämmt (auch Außendämmung), mit modernisiertem Bad (incl. Dusche, Badewanne, WC usw...) 3-ZKB, Zentralheizung plus Kamin, Überdachte Terrasse, Rasenfläche, Nebengebäude (Lager und Unterstand), alles ebenerdig... und für 500,- Euro /mtl.

    Ist das Dein Ernst? Im Umkreis von Frankfurt/M. für 500 €? warm?
    Ein Freund meinerseits wohnt im übrigen auch in der Ecke des Taunus (Richtung Wiesbaden) und zahlt dort eine Kaltmiete von über 9,00 €/m²

    Selbst auf dem ostdeutschen Dorf zahlst Du aktuell Mieten von 5,00 EUR/m² kalt.
    In Gotha hatte ich mal einen Verwaltungsbestand. Die Durchschnittskaltmiete lag dort knapp über 5,00 €/m².

    Du kannst mir glauben, dass 3,20€/m² auch für eine "Schrottbude" fast geschenkt sind.

    Auch wenn es schwer wird, würde ich über einen Umzug nachdenken. Bei derartigen Mieten lohnt sich eine Bewirtschaftung gar nicht. Schlimmstenfalls droht vielleicht in 5-10 Jahren eine Kündigung wegen mangelnder wirtschaftlicher Verwertung. Wenn Deine Eltern die 80 dann überschritten haben, wird ein Umzug erst recht zur Qual.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

    Einmal editiert, zuletzt von Leipziger82 (10. Februar 2016 um 12:31)


  • Auch wenn es schwer wird, würde ich über einen Umzug nachdenken. Bei derartigen Mieten lohnt sich eine Bewirtschaftung gar nicht. Schlimmstenfalls droht vielleicht in 5-10 Jahren eine Kündigung wegen mangelnder wirtschaftlicher Verwertung. Wenn Deine Eltern die 80 dann überschritten haben, wird ein Umzug erst recht zur Qual.


    Sehr richtig. Lieber zu früh als zu spät die Flucht ergreifen.

  • Erstmal vielen Dank für die tollen Beiträge... Neuer Stand: Es bleibt alles so wie es ist... Die Schwiegereltern (nicht Eltern) werden die Mieterhöhung zahlen, dank Euren Beiträgen werden sie wohl auch (ein)sehen, daß der Mietpreis wohl dann doch angemessen ist... Umziehen werden die in ihrem Alter eher nicht mehr... Ja wir zählen mit unserem kleinen Ort hier in Hessen zum weiteren Frankfurter Einzugsgebiet, d.h. S-Bahn-Anschluss 10 min. von hier... Da ich mal gehört habe, daß hier ein Mietspiegel von 5,-/m² angesetzt wird, erschien mir 500,- für angemessen... Ist ja auch nur ein kleines, ruhiges Dorf ohne Einkaufsmöglichkeiten... Dennoch meint der Mieter noch immer, er zahlt zuviel (obwohl Wasser, Müll usw. includiert ist) Auch mal gut zu wissen.... Vielen Dank nochmal für Eure Hilfe, Tipps und Infos...

  • Zitat

    Da ich mal gehört habe, daß hier ein Mietspiegel von 5,-/m² angesetzt wird, erschien mir 500,- für angemessen... Ist ja auch nur ein kleines, ruhiges Dorf ohne Einkaufsmöglichkeiten... Dennoch meint der Mieter noch immer, er zahlt zuviel (obwohl Wasser, Müll usw. includiert ist)

    Tipp meinerseits:

    Mieter (wenn der nur meckert) nach § 573a BGB kündigen, Mietspiegel prüfen und zu einem angemessenen Neupreis vermieten.
    Selbst wenn der lokale Mietspiegel einen Preis von 5 EUR hergibt (was ich bezweifle), dann aber halt kalt, sprich ohne Betriebskosten.

    Ich selbst wohne im Speckgürtel einer ostdeutschen Großstadt und zahle schon erheblich mehr, als dein Mieter.

    Entweder Dein Mieter kennt die Wohnsituation in der Region nicht oder er nutzt Dein Unwissen aus (Ich tippe auf letzteres).

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hab gerade nachgesehen...
    Der Mietspiegel ist hier nun bei 6,60 Euro /m² (wird wohl kalt sein)
    Danke nochmal für Eure Tipps...


    Kicher, so schnell wird aus einem Mensch mit vermeindlich "sozialem" Gewissen für die Schwiegereltern, eine skrupeloser gieriger Vermieter mit Mieterhöhungbegehren;)

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