Die relativ kleine Riesenschlange, die in ….gesucht wird, ist ein Teppichpython – und keine Boa, wie zunächst vermutet. Wie ein Experte am Dienstag gegenüber dieser Zeitung erklärte, wird die Schlange, die er als „fittes Tier“ kenne, „nicht gefährlich gegenüber Menschen“.
Herzförmiger Kopf mit kantiger Schnauze
Der Teppichpython (Morelia spilota variegata) ist eine Würgeschlange, die in Australien beheimatet ist. Erwachsene Exemplare erreichen in der Regel eine Länge von 1,50 bis 1,80 Meter, maximal 2,20 Meter.
Die Zeichnung ist meist schwarz-weiß. Der Körper ist im Grundton dunkelbraun bis schwarz und mit hellen beige oder cremefarbenen Rautenbändern überzogen, der Bauchs ist deutlich heller.
Charakteristisch ist der herzförmige Kopf mit der kantigen Schnauze. Die Beute wird mit einem schnellen Biss festgehalten und dann umschlungen und erwürgt. Ist das Beutetier erstickt, wird es mit dem Kopf voran verschlungen.
Dafür spreche auch, dass der Python, als er in einer Werkstatt eingefangen werden sollte, nicht gebissen habe, obwohl er mehrere Stunden lang bedrängt worden sei. Die Schlange sei „schlicht nicht gefährlich“. Im Gegenteil: In seiner Heimat Australien werde der Teppichpython geschätzt, weil er in Hausnähe lästige Nagetiere wie Ratten kurzhalte. Der Dürboslarer Python sei aber aufgrund seiner Größe nicht imstande, mit einer ausgewachsenen Ratte „fertig zu werden“. Ein Mann hatte in….. nach der Rückkehr aus dem Urlaub das nachtaktive Reptil in seiner Werkstatt gefunden.
Das Tier war letzte Woche Dienstag aus einem Nachbarhaus geflüchtet. Es war wegen Renovierungsarbeiten nicht in seinem großen Terrarium, sondern nur behelfsmäßig untergebracht. Dabei muss der Würgeschlange die Flucht aus der Wohnung gelungen sein. Nach Angaben des Experten, der ein erfahrener Reptilienzüchters ist, sei die Haltung ansonsten „in Ordnung“ gewesen. Gefüttert wurde wie üblich mit Frostfutter (eingefrorenen Mäusen, Eintagsküken usw.).
Der Tierpfleger hatte, durch das Ordnungsamt der Gemeinde alarmiert, am Freitag versucht, den Teppichpython aus seinem Versteck zu ziehen, was aber nicht gelang. Das Tier klammerte sich an Dachbalken fest und nutzte dann einen Augenblick der Unachtsamkeit, um wieder zu verschwinden. Der Einsatz einer Wärmebildkamera brachte nichts, da die Restwärme des (ruhenden) Tieres offenbar zu gering war.
Auch Dr….., Leiter des Aquariums am Zoo, bestätigte gegenüber dem Bürgermeister, „dass Menschenleben nicht unmittelbar gefährdet sind“. Er betonte im Gespräch, zur Panik bestehe kein Grund. Der Bürgermeister verwies auch auf den großen Aufwand für die Gemeinde. „Die Kosten werden wir dem Besitzer in Rechnung stellen.“
Am Dienstagabend suchten Biologen des Zoologischen Forschungsmuseums mit zwei Dutzend Feuerwehrleuten nach dem Tier. Doch nach gut zwei Stunden wurde der Einsatz abgebrochen. Unter Hobbyhaltern werden die Pythons schon für rund 50 Euro gehandelt. Teppichpythons unterliegen dem Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen/Anhang I. Ihre Haltung muss daher der Unteren Landschaftsbehörde, angezeigt werden.