Lieber BHShuber,
danke für deinen äußert zielführenden Beitrag. Der Vermieter "zeigt sich bemüht" trifft es hier nicht ganz: Nachdem sämtliche Mietparteien (ca. 20) nach der Einrüstung des Hauses Mietminderung angekündigt haben, hat der Vermieter (bzw. die Hausverwaltung in seinem Namen) sich mit allen auf einmal einigen wollen. Ist ja für ihn auch einfacher, als mit 20 Parteien einzeln zu diskutieren. Daher die 15 % Minderung. Wir sind darauf eingegangen, weil wir uns nicht streiten wollten, obwohl wir die einzigen im Haus sind, die ihre (laut Mietvertrag zur Wohnfläche gehörige und damit bezahlte) Terrasse von 8qm nicht mehr nutzen können, weil das Gerüst darauf steht.
Und da die angekündigte Bauzeit bei rund 15 Monaten liegt und ich nicht weiß, wie lange das Provisorium mit der Plane noch da sein soll, würde ich gerne wissen, ob es irgendeine Möglichkeit gibt in diesen 15 Monaten oder mehr (wie pünktlich Baustellen in Berlin fertig sind ist ja inzwischen bekannt) den Krach zu unterbinden. Wenn es nur eine kurzfristige Sache von ein zwei Monaten wäre, hätte ich da auch kein Problem.
Wenn meine Wohnfläche durch Bauarbeiten schrumpft, finde ich es nicht übertrieben anspruchsvoll, wenn auch die Miete sinkt. Von den gestiegenen Heizkosten (Erdgeschosswohnung und Altbau) durch die ständig offenstehende Haustüre direkt bei der Wohnungstüre und ständigem Baustaub im Flur und in der Wohnung mal abgesehen. Lustig sind auch solche Aktionen, wie schwarzer Ruß, der aus der Lüftung der Gastherme kommt, weil der Schornstein bei den Bauarbeiten kollabiert ist. Oder wenn die Bauarbeiter ihre Geräte zum Aufladen an der Steckdose auf der Terrasse anschließen, die auf meinen Stromzähler läuft. Oder wenn Zementsäcke vom Dach in den Innenhof mit den Mülltonnen fallen, durch den alle Mieter durchgehen.
Einige andere Mieter, die schon länger in dem Haus wohnen und schon mehrfach schlechte Erfahrungen mit der Verwaltung und dem Vermieter hatten, sind übrigens nicht auf das Standardangebot eingegangen.
Ja, in der Stadt muss man sich auch mal nach der Decke strecken, aber auch hier muss man sich als Mieter nicht alles gefallen lassen. Und ich habe nur nachgefragt, ob das normal ist oder schlecht gesichert und deswegen so laut und ob man dagegen was machen kann - beispielsweise die Bauarbeiter darauf hinweisen. Und vielleicht ist es auch durchaus im Sinne des Vermieters, wenn das vernünftig gemacht wird. Der Mieter direkt unter der Baustelle hatte nämlich schon einen Wasserschaden in zwei Räumen weil es reingeregnet hat. Da er ja nicht ständig vor Ort ist, könnte er ja auch vielleicht ganz froh sein, wenn ihn ein Mieter darauf aufmerksam macht, wenn gepfuscht wird?
Wie gesagt: Ich bin jetzt nicht darauf aus, nochmal weniger Miete zu zahlen. Wir haben weder bei den Ratten im Keller noch als die Kanalisation im Keller stand etwas gesagt. Auch über die Party-AirBNB-WG zwei Stockwerke drüber haben wir nie gemeckert, obwohl Techno um zwei Uhr Nachts nicht ganz meinem Geschmack entspricht.