Guten Abend!
Eins vorweg: mir ist klar, dass die gesetzliche Regelung zum Thema energetische Sanierung "eigentlich" wasserdicht ist und man relativ wenig Chancen hat, etwas dagegen zu machen. Nichtsdestotrotz würde ich gerne unseren Fall schildern und nachhören, ob eventuell schon mal jemand erfolgreich gegen den "Sanierungswahn" um jeden Preis vorgegangen ist.
Also: die energetische Sanierung betrifft 5 Mehrfamilienhäuser mit ca. 65 Einheiten, die Wohnungen gehören dem Bund. Vor gut 1,5 Jahren wurden die Mieten bereits um 20% erhöht - Mietspiegelanpassung. Nach der Mieterhöhung nach der Maßnahme liegen wir leicht über dem Mietspiegel.
Nun flatterte die Ankündigung der energetischen Sanierung ins Haus - alles korrekt von Fristen, Formulierungen, Auflistungen etc.
Der Knaller: die nach der Sanierung zu erwartende Mieterhöhung beläuft sich auf 50%. Bei manch einem sogar mehr (je nach Ausgangsmiete). Die berechnete Einsparung an Energiekosten belaufen sich auf 10% von der von uns zu berappenden Mieterhöhung.
Klar darf man bei der Beurteilung der Maßnahme keine Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen für den Mieter heranziehen, aber trotzdem greift man sich da doch an den Kopf.
Es gibt ja mittlerweile ein Urteil in erster Instanz Urteil des Amtsgerichts Pankow/ Wei , worauf wir ein wenig Hoffnung setzen. Dadurch konnte die Maßnahme zumindest erst mal verzögert werden.
Unser Haus (5 Parteien) hat jetzt erst einmal Widerspruch gegen die Maßnahme eingelegt wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit.
Hat jemand eine Idee, welche Schritte man sinnvollerweise nach der sicherlich eintreffenden Ablehnung des Widerspruchs gehen kann? Ein Mieter hat eine Mietrechtsschutz, die er einsetzen könnte, wobei die sicherlich nur für ihn und nicht für die Mietergemeinschaft tätig würde. Eine andere Mieterin reicht wohl Klage über den Mieterschutzbund ein.
Auch wenn alles wahrscheinlich wenig bringt, wir wollen zumindest Ärger, Aufwand und Arbeit verursachen beim Vermieter und vielleicht eine Verzögerung der Maßnahme erreichen. Presse und Lokalpolitik sind schon aktiv.
Gibt es hier jemanden mit Erfahrungswerten?