Hallo,
ich hoffe, ich kann hier ohne Vorbehalter gegenüber ALG2-Empfängern unser Problem schildern. Die Situation ist folgende: Wir mussten aus der letzten Wohnung wegen Eigenbedarfes ausziehen - aus der davor wegen einer Zwangsversteigerung (wir lebten jeweils nur zur Miete). Alles in allem wollten wir einfach nur mal zur Ruhe kommen. Uns ist bewusst, dass mit mit ALG2 und 3 Hunden nicht die Traumbesetzung ist, zumal (selbst auf dem Lande) die Wohnungsnot groß zu sein scheint - es wird mehr gesucht als angeboten. Aber jammern möchten wir nicht.
Wir fanden also ein Haus und hatten das "Glück" den Zuschlag zu bekommen. Die Arge hat der Anmietung zugestimmt und übernimmt die Kosten. Das es sich um ein altes Haus handelt: War uns klar. Das es Arbeit braucht die über das normale Maß des tapezierens und Wände streichens hinaus geht: Ebenfalls. Der Vormieter hat 7 Jahre lang im und am Haus gewerkelt - der Vermieter (ist sein Elternhaus) hat ihnn gewähren lassen. "Hauptsache die Miete kommt, der Rest ist mir egal!". Da wir ordentlich renovieren wollten, fingen wir also an die vom Rauch des Vormieters vergilbten Tapeten in der unteren Etage abzuziehen. Ergebnis: Bis ca. 15cm Höhe Feuchtigkeit. Grund: Fehlende Drainage am Haus, fehlender Abfluss Regenrinne (platscht jetzt alles direkt an die alte Ziegelwand von aussen und dringt durch). Schimmel fanden wir an zwei Stellen extrem.
Das ist das Eine. Aber es geht noch weiter: Wir haben uns immer über einen "Hügel" im Esszimmer (oder was es mal werden sollte) gewundert. Den alten Boden raus (vom Vormieter wie folgt gelöst: Auf den uralten PVC-Boden Teppichbodenreste, darauf eine Art Laminat) - siehe da: Ein dicker Querriss im Estrich. Und weiter geht es: Von aussen am Haus sah man zwar Risse, die wurden aber als "Nicht bis nach Innen reichend" und "Schon seit 30 Jahren vorhanden" beschrieben. Beim Entfernen der Tapete in der oberen Etage sah man dann das Elend: Die Risse gehen bis nach Innen. Sofort Gipsmarken gesetzt: Diese sind binnen 2 Wochen wieder eingerissen - ergo bewegt sich das Haus noch. Im Vorderen Bereich (ehemalige Tenne, zur Straße) ist ein Teil des Fundamentes hohl, kann man über den alten Schacht der ehemaligen Tennentoilette sehen. Hier müsste mit Beton aufgegossen werden.
Dann ist meine Partnerin vor wenigen Tagen beim Gang die Treppe hoch mit einem Bein eingekracht. Das Haus ist zwar nicht unterkellert, aber es gibt eine Art "Kellerraum" - von dem aus kann man die Treppe nach oben von unten betrachten. Fazit: 50% der Treppe waren so weich, die konnte man mit dem Finger eindrücken, total vom Holzwurm abgefressen. Auch das Ständerwerk in diesem Kellerraum (vermutlich ein Teil der Stütze des Bodens und der Treppe) ist komplett angenagt. Ich habe jetzt erst einmal den morschen Teil rausgehauen (nach Rücksprache mit dem VM) und eine provisorische, mehrfach abgestützte Rampe gesetz - denn: Ohne Treppe nach oben hätten wir auch keinerlei Zugang zum Stromkasten - der sitzt oben. Das wir die insgesamt 3 Räume der oberen Etage so gar nicht nutzen können: Ist noch ein anderes Thema.
Der Vermieter kam 2 mal, war "verwundert" und meinte: "Wir können ja 6 mal die Miete erlassen und davon machen Sie alles fertig". Anfangs war ich von dem Angebot durchaus angetan, merkte aber: Das ist ein Fass ohne Boden. Bei jedem Versuch etwas zu sanieren tat sich das nächste Grauen auf. Zumal wir die Miete von der Arge bekommen und offiziell solche Deals ja auch nicht eingehen dürfen. Nun behauptet der Vermieter, dass er kein Geld habe um die nötigen Arbeiten erledigen zu lassen - die Realität sieht so weit uns bekannt anders aus. Da ist Geld genug aber kein Wille. Vermutlich ist das Grundstück auf dem das haus (noch) steht so viel Wert wie die Abrisskosten für das Haus.
Wir "leben" nun provisorisch in einem unteren Raum (Schlafzimmer, Wohnzimmer zugleich), bei einem weiteren Raum (in dem nun der Boden fehlt) ist unser kleines "Büro" - das Badezimmer hatte der Vormieter schon gemacht -aber auch hier nur fürs Auge. Die alten Wände (ehemals Stall) einfach verputzt, fliesen dran geklebt: Fertig. Die Fugen lösen sich, Silikon wird immer wieder schwarz, Schimmel am Fensterrahmen (trotz ordentlichen Lüftens). Teilweise lassen sich Türen und Fenster nicht richtig schließen weil alles irgendwie verzogen scheint.
Wir vermuten nun, dass eine Begehung durch ein Bauamt bringen KÖNNTE, dass das Haus sofort zu räumen ist - aber was dann? Wer ist in diesem Falle zuständig für die Kosten? Wo sollen wir mit 3 Hunden hin? Die hatten wir übrigens schon vor ALG2, nicht das man denkt wir wollen bewusst sämtliche Hartz-4-Klischees bemühen. Selbst wenn die Arge die Miete kürzt: Würde das denn Vermieter nicht stören. Und wir hätten von dem gekürzten Geld ja auch nichts. Es geht uns jetzt nicht darum, den Vermieter in "Grund und Boden" zu klagen - aber irgendeine Form der Vorgehensweise müssen wir wählen - nur welche? Muss ein Vermieter eine Ersatzwohnung stellen?
Seine Aussage war auch: "Wenn ich das noch einmal vermiete, dann nur mit einem Vertrag in dem steht, dass ich keinerlei Haftung übernehme!". Im Sinne von: "Vermietet als Bastlerobjekt" - das so ein Vertrag keiner Prüfung standhalten würde: Ist klar. Es soll nur aufzeigen, wie der Vermieter zumindest dieses Objekt betreffend tickt. Selbst 5000 Euro in die Hand nehmen (die er haben dürfte, er erzählt immer von den vielen Grundstücken die er besitzt und den vielen Mietwohnungen) sind ihm zuviel - damit könnte man aber schon ein Abstützen des Hauses, ein armieren der Risse und das legen einer Drainage bei viel, viel Eigenarbeit (die wir GERNE anbieten) übernehmen.
"Schnell da raus" ist uns auch klar. Aber wie Eingangs erwähnt sind die Umstände nicht so glücklich, dass "schnell raus" eine greifbare Option wäre....
Ich danke Euch für jede sachliche Antwort bzw. Hilfestellung