Wohnungsübergabe gescheitert, bitte um Hilfestellung

  • Guten Abend zusammen,

    nach langer Zeit melde ich mich nun zurück. Vor 3 Monaten habe ich fristgerecht meine alte Wohnung zum 31.08.10 gekündigt. Das Kündigungsschreiben stammte sogar als Vorlage vom Mieterschutzbund.
    Jedenfalls steht in dem Formular: Als Termin für die Übergabe schlage ich Ihnen den 01.09.10 vor

    Auf meinen Termin hat der Vermieter weder schriftlich noch telefonisch reagiert. Laut Auskunft wäre es die Aufgabe des VM gewesen, auf das Schreiben einzugehen. Das hat er nicht. Den Beleg des Einschreibens habe ich natürlich, man muss sich ja absichern.

    Jedenfalls ist er an besagtem 01.09. nicht erschienen. Vorsichtshalber habe ich meinen Mann und einen Zeugen mitgenommen. Dieser bestätigt mir auch eine besenreine und saubere Wohnung.

    Die Schlüssel wurde ich an diesem Abend nicht los, also habe ich beim Mieterschutz angefragt, was ich machen soll. Die haben dann gesagt, die Schlüssel im Umschlag mit Zeugen einwerfen. Das habe ich dann gestern Abend sofort getan.

    Heute Abend um 21Uhr klingelt das Telefon und der Anrufbeantworter geht ran. Auf dem Band nun mein VM, der mir bestätigt, die Kündigung erhalten zu haben. Der Witz: Er will jetzt eine Wohnungsbesichtigung machen, NACHDEM er nun im Besitz sämtlicher Schlüssel ist. Er könnte also jederzeit in der Wohnung was verändern. Wir haben zwar Bilder, aber es gibt immer Stellen, die man vergisst. Mit dem Zeugen zusammen wurde ein Übergabeprotokoll geschrieben.

    Nun weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Die Wohnung war der blanke Alptraum (siehe mein anderer Beitrag) und ich möchte nur ungern noch einmal in das Haus. Der VM war über den Termin rechtzeitig informiert worden und ging nicht auf das Schreiben ein.

    Noch dazu möchte er 1000 Euro für den Boden, den er verlegen lassen hat. Kurze Info: Mietvertrag unterschrieben, alter Boden war noch okay, wollte ihn übernehmen. Eines Tages hat der VM einfach den Boden rausgemacht und mich erpresst: Entweder ich zahle 1000 Euro für den Boden, den ER haben möchte, oder ich verlege selbst einen. Da ich bereits am Renovieren war und schon viel Geld drinsteckte, willigte ich ein, zu zahlen. Er hätte mich sonst aus der Wohnung geschmissen... Nun will er das Geld haben, aber ich kann den Boden nicht zahlen und zweitens sehe ich das als Mietwucher an. Der Nachmieter muss den Boden ja nicht zahlen und ER wollte den Boden. Ich wurde auch hier weder telefonisch noch schriftlich informiert.

    Es wäre hilfreich, zu wissen, was ich nun außer Mieterschutzbund am Montag anrufen, noch tun kann. Soll ich ihn nochmal schriftlich darauf hinweisen, dass der Termin von seiner Seite nicht bestätigt wurde, obwohl er es schriftlich hatte?

  • Das Wichtigste haben Sie bereits gemacht, in dem der Zeuge das Protokoll unterschrieben hat.

    Teilen Sie ihm mit, dass Sie aus verständlichen Gründen nicht mehr die Wohnung betreten werden und er sich damit abfinden muss, dass Sie die Wohnung ordnungsgemäß gegen Rückgabe der Schlüssel zurück gegeben haben.

    Der Erpressung mit dem Bodenbelag können Sie auch gelassen entgegen sehen, denn egal ob Laminat, Teppichboden, o.ä.. Diese Dinge sind immer noch Aufgaben des Vermieters, auch wenn er es anders sieht.

    Stellen Sie sich aber darauf ein, dass Ihr Exvermieter noch Ärger mit der Kautionsrückzahlung machen wird. Zum einen hat er das Recht diese Rückzahlung bis zu 6 Monate hinaus zu zögern, zum anderen kann er für die noch zu erstellende Betriebskostenabrechnung (Jan.-Aug. 2010) einen Betrag einbehalten bis die Abrechnung fällig ist.

  • Hallo,

    eine Kaution wollte er damals nicht. Das Thema ist also schon erledigt. Lediglich eine Nebenkostenabrechnung fehlt, welche schon seit einem halben Jahr fällig sein müsste.
    Das Tolle daran: Es wurden keine Stände bei meinem Einzug erfasst und auch kein Übergabeprotokoll geführt. Er kann also theoretisch jeden Wert angeben. Ob das dann der Wahrheit entspricht, wird schwer herauszufinden sein. Kenne mich da aber nicht so wirklich aus, um ehrlich zu sein. Vielleicht rede ich gerade Unsinn.
    Ich habe dann noch erfahren, dass, wenn es eine Abrechnung gegeben hat, bei dem einen das Kellerlicht komplett abgerechnet wurde, beim anderen das Flurlicht, etc. Das benutzt aber ja nicht nur einer, sondern alle, wenn Sie verstehen...

    Das mit den 1000 Euro ist halt etwas verzwickt, da im Mietvertrag festgehalten wurde, dass ich mich am Boden beteilige. Und ich kann leider nicht beweisen, dass ich erpresst wurde. Habe aber gelesen, dass solche Ansprüche innerhalb von 6 Monaten schriftlich geltend gemacht werden müssen, da sonst der Anspruch verfällt. Ist das korrekt???

  • Hallo,

    Das mit den 1000 Euro ist halt etwas verzwickt, da im Mietvertrag festgehalten wurde, dass ich mich am Boden beteilige. Und ich kann leider nicht beweisen, dass ich erpresst wurde. Habe aber gelesen, dass solche Ansprüche innerhalb von 6 Monaten schriftlich geltend gemacht werden müssen, da sonst der Anspruch verfällt. Ist das korrekt???

    Ne, das ist etwas anders. Innerhalb von 6 Monaten müsste der Vermieter Ansprüche aus verdeckten Schäden an der Mietsache gestellt haben. Danach sind die verjährt.

    Für den Boden könnte er sich 3 Jahre Zeit lassen, d.h. Forderung aus 2009, dann ist die Angelegenheit am 01.01.2013 verjährt. Da Sie aber den teuren Boden nicht mehr nutzen können, dürfte eine Beteiligung an der Rechnung vom Tisch sein.

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